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Der Landesfamilienrat fordert das Land auf, die Praxis der Befristung und der Sommerentlassungen zu beenden und schulische Bildung verlässlicher und zukunftssicher zu machen. pdf2018-07-17.PM.Entlassung Sommerferien.pdf

Stuttgart: Familien brauchen eine starke Lobby – davon ist der Landesfamilienrat Baden-Württemberg überzeugt.

Seit rund 35 Jahren arbeiten die Familienorganisationen und Verbände im Land zusammen, um die Lebensbedingungen für Eltern und Kinder zu verbessern. Gründe für dieses Engagement gibt es genug, wie der Verband bei seiner Mitgliederversammlung am Donnerstag (10. Dezember) in Stuttgart feststellt: So verdeutlicht der gerade veröffentlichte 1. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes, dass die Armut von Kindern auch im ver-gleichsweise wohlhabenden Baden-Württemberg keine Randerscheinung ist. 17 Prozent der Familien gelten als armutsgefährdet, mit allen negativen Folgen für das Aufwachsen von Kindern, vor allem bei Bildung, Gesundheit und Mobilität. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum trifft diese Familien besonders hart. Ein Drittel bis zur Hälfte ihres Einkommens müssen Familien mit geringem Einkommen für die Miete aufwenden, dazu kommen steigende Nebenkosten. Finanzielle Hilfen, etwa über ein realitätsgerechtes Wohngeld, sind hier unerlässlich. Der Landesfamilienrat fordert vom Land außerdem die stärkere Wiederankurbelung des Baus von sozial gefördertem Wohnraum, der in den letzten Jahren nahezu zum Erliegen gekommen ist. „Angesichts der sich verschärfenden Wohnungsknappheit, insbesondere in Ballungsräumen, sind wirksame Konzepte von bezahlbarem, generationen- und familiengerechtem Wohnraum gefragt – im Neubau wie im Bestand“, so der scheidende Vorsitzende, Jürgen Rollin. Wohnungsbau und Quartiersplanung seien auch im Hinblick auf die vielen ankommenden Flüchtlingsfamilien eine große Herausforderung, für die der Landesfamilienrat einen ‚Masterplan‘ von den Verantwortlichen auf allen politischen Ebenen erwartet. Laut Rollin sind Stadtentwicklung und Wohnungsbau nicht allein eine Frage des Geldes, sondern vor allem eine Frage von Konzepten, klarem politischen Willen und entschiedenem Handeln.

Einstimmig wurde Christel Althaus zur neuen Vorsitzenden des Landesfamilienrates gewählt. Die Professorin lehrt mit dem Schwerpunkt ‚Soziale Arbeit mit Familien’ in verschiedenen Studiengängen an der Hochschule Esslingen und ist Expertin für Jugend- und Familienpolitik. Im Landesfamilienrat vertrat sie seither den Paritätischen Wohlfahrtsverband, zukünftig wird sie für die Vielzahl der Verbände sprechen.

Magdalena Moser von der Diakonie Baden und Bettina Stäb für die Evangelische Kirche in Württemberg wurden neu als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Der Familienanwalt Eberhard F. Schrey für den Paritätischen Wohlfahrtsverband und Susanne Stutzmann, welche die Lokalen Bündnisse für Familien vertritt, wurden für eine weitere Amtsperiode als stellvertretende Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Gemeinsam mit der Vorsitzenden bilden sie den Geschäftsführenden Vorstand des Landesfamilienrates und begleiten verantwortlich dessen Arbeit.

Kirchenrat Jürgen Rollin wurde für seine Tätigkeit als Vorsitzender des Landesfamilienrates mit einer Feier gewürdigt. Er hat den Verbändezusammenschluss über 17 Jahre erfolgreich geführt und moderiert. Die Sozialministerin Katrin Altpeter dankte Rollin in ihrem Grußwort für sein herausragendes Engagement und die gute Zusammenarbeit im Sinne der Familien im Land.

Stuttgart, 10.12.2015 pdf2015-12-10.PM.Familien_brauchen_eine_starke_Lobby.pdf

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