Ausgerechnet im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung hat die Bundesregierung mit ihrem Sparpaket die wirtschaftlich Schwachen unverhältnismäßig belastet. So wird beispielsweise das Elterngeld für Mütter oder Väter im Transferleistungsbezug nach SGB II und XII gestrichen und nur mit viel Mühe und massiven Protesten ist es gelungen, den Sockelbetrag wenigstens für die Aufstockerinnen und Minijobberinnen zu bewahren. Auch die Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Neuberechnung der Regelsätze vom Februar 2010 ist enttäuschend verlaufen und das angekündigte Bildungspaket für Kinder zeigt erst Konturen. So dürfte der vorgesehene Betrag für eine umfassende Bildungsförderung zu niedrig angesetzt sein und für die Umsetzung vor Ort müssen noch einige Hürden überwunden werden. Der Landesfamilienrat gibt zu bedenken, dass Kinder nicht an ihren Eltern vorbei gebildet werden können. Mütter und Väter müssen "mitgenommen" werden" und nicht abgehängt, wenn sich Bildungsergebnisse langfristig verbessern sollen. Ein zentraler Bereiche des Europäischen Jahres lautet "Jedes Kind ist wichtig - Entwicklungschancen verbessern!"; die aktuellen Entwicklungen konterkarieren jedoch den so formulierten Anspruch. Der Landesfamilienrat tritt an dieser Stelle ein für eine systematisch ausgebaute Bildungs-, Förder- und Unterstützungsinfrastruktur für Kinder und Familien vor Ort. Nur so erhalten alle Kinder vergleichbare Entwicklungschancen.

Der vorliegende Tätigkeitsbericht umfasst den Zeitraum von Dezember 2009 bis November 2010. Im Berichtsjahr hat der Landesfamilienrat an einer Vielzahl von Themen gearbeitet. Besonders hinzuweisen ist auf zwei neue Veröffentlichungen in der Reihe der Positionspapiere zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zum Medienkonsum und zur Medienkompetenz. Die Broschüren sind das umfangreiche Zeugnis der fundierten Auseinandersetzung mit Inhalten und dienen der fachpolitischen Arbeit und Einflussnahme von Landesfamilienrat und seinen Mitgliedsverbänden.

pdfTätigkeitsbericht 2009/2011

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