Das Jahr 2017 liegt hinter uns und mit ihm ein arbeitsreiches Jahr für den Landesfamilienrat.
Die große Politik war geprägt von Kriegen und Terror, Trump und Kim, Klimagipfel und Naturkatastrophen, Brexit und Katalonienkonflikt, Wahlen, „Jamaika“ und GroKo. Dem Traum von einem vereinten Europa standen Spaltungsbewegungen gegenüber, dem Aufschwung im Arbeitsmarkt die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft, der großen Welle von Hilfebereitschaft für schutzsuchende Menschen ein lange nicht gekanntes Maß an Populismus und Gewaltbereitschaft. In einer Zeit der Gefährdung durch zunehmenden Extremismus und Demokratiefeindlichkeit ist es notwendig, dass Politik, Gesellschaft und die sie vertretenden Verbände sich mit den auftretenden Widersprüchen auseinandersetzen und erfolgversprechende Gegenstrategien erarbeiten. Dazu gehört auch, sich der demokratischen Wertorientierungen und ethischen Prinzipien wie Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Teilhabe, Solidarität und Anerkennung von Vielfalt immer wieder neu zu vergewissern. Netzwerke wie das unsere – der Landesfamilienrat - spielen mit ihrem Einsatz für Kinder, Jugendliche und Familien dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Die nationale Politik brachte für die Familien in unserem Land einige Neuerungen, die man sich zum Teil noch besser, noch weitergehender gewünscht hätte, die aber Schritte in die richtige Richtung sind: das Pflegestärkungsgesetz, die erste Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes, neue Vorschriften zum Mutterschutz, die Neuregelung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende und die Öffnung der Ehe für alle.

Auf Landesebene konzentrierte sich die Politik für Familien neben dem Erhalt bestehender Maßnahmen z.B. im Programm STÄRKE und in der Kindertagesbetreuung auf die Themen Wohnen, Kinderarmut, Grundbildung sowie Familienbildung. Dazu wurde in strategischen Partnerschaften zusammengearbeitet, wie z.B. im Netzwerk Familienbildung, in der Wohnraum-Allianz, im Landesbeirat zur Bekämpfung von Armut, im Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung oder im Bündnis gegen Altersarmut. In diesen Bündnissen ist der Landesfamilienrat aktiv vertreten. Die Familienbildung erhielt mit dem Startschuss zur Erarbeitung eines landesweiten Rahmenkonzepts „Familienbildung“ enormen Auftrieb.

Die Mitglieder des Landesfamilienrats setzten sich im Jahr 2017 mit sehr unterschiedlichen Themen auseinander. Zur Arbeit an den dauerhaft wichtigen Fragen Familie & Wohnen, Familie & Geld, Familienbildung sowie Familie & Medien, wurde die Aufgabe Familie & Migration hinzugenommen. Darüber hinaus wurden Themen erörtert wie z.B. die Hebammenversorgung, das Familienwahlrecht, die Kindergrundsicherung, das solidarische Zusammenleben der Generationen, die Frage nach den verbindenden Werten in einer Gesellschaft der Vielfalt, die Entwicklung der Kinder- und Familienzentren, über die Kooperation mit familyNET die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schließlich auch die Weiterentwicklung und Ausrichtung des Landesfamilienrats selbst.

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