Deutschland ist in Bewegung. Wir alle haben die Bilder der vielen Geflüchteten vor Augen, die in großer Zahl zu uns kommen. Unter ihnen sind viele Familien. Familien, von denen einige wegen der Verhältnisse bereits im Herkunftsland auseinandergerissen wurden, andere haben sich auf der Flucht verloren. Auch allein reisende Jugendliche sind darunter, die von Eltern auf die Reise geschickt wurden, damit sie überleben und ein besseres Leben führen können. Sie alle brauchen unsere Unter-stützung. Neben den drängenden Fragen nach Unterbringung und Versorgung müssen wir uns von Anfang an intensiv um Bildung und Integration kümmern, ganz besonders für die Kinder und Jugendlichen.

Aber auch unter der schon länger hier lebenden Bevölkerung gibt es erheblichen Handlungsbedarf: Der erst kürzlich veröffentlichte 1. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes macht deutlich, dass Armut von Kindern und Familien auch im vergleichsweise wohlhabenden Baden-Württemberg kein Randphänomen ist. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg erwartet von der Landesregierung, dass die angekündigte „Charta zur Armutsbekämpfung und Armutsprävention“ gemeinsam mit dem Beirat weiterentwickelt wird, denn die im Zuge der Veröffentlichung angekündigten Maßnahmen reichen nicht aus, um einem so umfassenden Problem nachhaltig zu begegnen.

Stark bewegt hat den Landesfamilienrat in diesem Jahr das Thema Bildung in den verschiedensten Facetten. Im Zentrum stand für uns die Familienbildung, die wir für ein ganz zentrales Instrument der Familienförderung halten. Mit einem landesweiten Kongress hat das Netzwerk Familienbildung im Juli im Stuttgarter Hospitalhof einen eindrucksvollen Beitrag zur besseren Wahrnehmung der Familienbildung geleistet.

Beinahe am Schluss der Legislaturperiode ist es mit Beteiligung aller Fraktionen gelungen, Kinderrechte in die Landesverfassung aufzunehmen. Auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass nicht nur Schutz- sondern auch Förderrechte und die Beteiligung von Kindern in der Verfassung verankert wurden, sind wir doch zufrieden, dass dieser bedeutsame Schritt gemacht ist. Über die Arbeit des Landesfamilienrates im Jahr 2015 berichten wir hier pdf2015.Taetigkeitsbericht.pdf

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