Die Diskussion über das Einfrieren von Eizellen in der beruflichen Hochleistungsphase von Frauen - um die Familiengründung erst einmal auf Eis zu legen und auf ruhigere Zeiten zu hoffen - macht einmal mehr deutlich, unter welchem Druck Familien heute stehen. Zwar ist Social Freezing (noch) kein Massenphänomen, aber es verweist auf ein Kardinalproblem für Familien: Zeit! Zeit um Kinder zu bekommen; Zeit, um sich um die geborenen Kinder zu kümmern und Zeit, um das komplexe Leben in der sogenannten „Rush-hour“ des Lebens gut zu bewältigen.

Der Landesfamilienrat hat sich im vergangenen Jahr an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Zusammenhängen mit den Bedürfnissen von Familien, von Müttern, Vätern oder Beschäftigten mit Pflegeverantwortung auseinandergesetzt. Neben einem qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren u.a. ist eine deutlich stärkere Familienorientierung von Unternehmen gefragt. Mit dem Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“, das gemeinsam vom Wirtschaftsministerium, den Arbeitgebern und dem Landesfamilienrat vergeben wird, sind wir dazu nicht nur „appellativ auf dem Papier“ tätig, sondern beteiligen uns aktiv an der Umsetzung einer familienbewussten Unternehmenspolitik – in der freien Wirtschaft ebenso wie in den sozialen Organisationen aus unserem Verbandsspektrum.

Auch durch sein zweites Schwerpunktthema „Familienbildung“ hat sich der Landes-familienrat mit den gestiegenen Anforderungen im Alltag von Familien beschäftigt. Der siebte Familienbericht der Bundesregierung hat die Trias „Zeit, Geld und Infrastruktur“ als die Rahmenbedingungen für Familien ins Spiel gebracht. Als weiteren, wesentlichen Faktor für das Gelingen von Familie (und Gesellschaft) möchten wir hinzufügen und dick unterstreichen: Bildung! Bildung, die Information und Wissen, Orientierung und Austausch ist und die auf Haltung und Werte zielt. Ein bedarfsgerechtes, flächendeckendes Netz an Angeboten der Eltern- und Familienbildung in allen Lebenslagen und allen Lebensphasen ist unser Ziel für Baden-Württemberg. Dazu müssen allerdings noch verschiedene politische und fachliche Weichen gestellt werden – wir bleiben dran!

Was uns im Landesfamilienrat seit der letzten Mitgliedsversammlung bewegt hat und was familienpolitisch in Bewegung ist, lesen Sie auf den folgenden Seiten im Tätigkeitsbericht. pdf2014_Taetigkeitsbericht.pdf

 

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