Aktuelles

Report BW: Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Erwerbstätigkeit

Dass sich Pflege und Erwerbstätigkeit nicht ausschließen dürfen, ist stärker in den öffentlichen Diskurs gerückt. Der neue Report beleuchtet die Situation pflegender Angehöriger und benennt Handlungsansätze. pdf20181.Vereinbarkeit-Pflege-Beruf.pdf

Presse

Zeit für Familie und Arbeit, von der man leben kann

Der Landesfamilienrat begrüßt das Verhandlungsergebnis der IG Metall und fordert die Ausweitung für Beschäftigte mit Familienpflichten in anderen Branchen sowie einen teilweisen Lohnausgleich. pdf2018-03-02.Mehr-Zeit-Familie-Arbeit.pdf

Infodienst 2015

2015 - 09/01

Landesfamilienrat unterstützt Kampagne von Pro Asyl

Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg unterstützt - solidarisch mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg – die Kampagne ‚Wir treten ein‘ von Pro Asyl. Menschen auf der Flucht, insbesondere Familien, benötigen sichere und geregelte Zugangsmöglichkeiten in Länder, in denen es ein gerechtes Asylverfahren gibt und keine staatlich geregelte „Vertreibung“.  Vor dem Hintergrund der Dublin-Verordnung werden viele Flüchtlinge in Europa wie Stückgut hin- und hergeschoben, in Haft genommen oder landen obdachlos auf der Straße. Das Dublin-Verfahren bedeutet, dass Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen müssen, in dem sie erstmals ihren Fuß in die EU setzen. Indem die Verantwortung für die Flüchtlinge auf diese Länder übergeht, soll der Druck auf die Staaten an den EU-Außengrenzen hoch gehalten werden, möglichst viele Flüchtlinge an der Ein- oder Weiterreise zu hindern.

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Deutscher Familienverband: Finger weg vom Elterngeld!

(Berlin). Mit scharfer Kritik reagiert der Deutsche Familienverband auf Überlegungen, das Elterngeld für Eltern zu kürzen, die nicht aus einer gut bezahlten Erwerbstätigkeit kommen.
Der Präsident des Verbandes Dr. Klaus Zeh: „Das Elterngeld soll es Familien ermöglichen, sich in der ersten Lebensphase Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Wenn nach dem Aus für das Bundes-Betreuungsgeld für 1- und 2jährige Kinder jetzt auch noch Hand ans Elterngeld gelegt wird, nimmt der Staat Eltern mit geringerem Einkommen vollends die Entscheidungsfreiheit und drängt sie kurz nach der Geburt des Kindes in die Erwerbstätigkeit.
Wahlfreiheit ist ein Verfassungsgebot, das sich aus dem Familienschutz des Grundgesetzes ableitet. Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur Wahlfreiheit der Eltern, durch wen ihre unter dreijährigen Kinder am Besten betreut werden. Dazu gehört nicht nur der konsequente Ausbau von guten Betreuungseinrichtungen, sondern auch die Anerkennung der Erziehungsleistung aller Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen. Sonst wird der gesetzliche Schutzraum der dreijährigen Elternzeit völlig ausgehöhlt. Die finanzielle Absicherung der Elternzeit darf nicht den Anforderungen der Wirtschaft und einer rein arbeitsmarktorientierten Politik geopfert werden, die Mütter und Väter nur noch als Arbeitskräfte sehen und das Wohl der Kinder in einer möglichst frühzeitigen staatlichen Betreuung."

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Wie das Sozialsystem Familien systematisch benachteiligt

Zur Kampagne www.elternklagen.de vom Familienbund der Katholiken (FdK) und dem Deutschen Familienverband (DFV) ist am 15.09.2015 dieser Beitrag auf N24 erschienen, der das Anliegen von betroffenen Familien und ihrer Interessensvertretung durch die Familienverbände gut umreisst:

Familien werden im deutschen Rentensystem stark benachteiligt. Zu dem Schluss kommt eine Studie. Sie macht zwei Faktoren aus, wie es zu einem eklatanten Unterschied zu Alleinstehenden kommt.

Der frühere hessische Sozialrichter und Autor Jürgen Borchert sieht Familien in Deutschland durch das Sozialversicherungssystem systematisch benachteiligt und will dagegen Verfassungsbeschwerde einlegen. Die Abgaben an die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung würden sich nur am Verdienst des Beitragszahlers bemessen, sagte Borchert am Montag in Berlin.

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Betreuungsgeld: Ausbau der Kindertagesbetreuung dringlicher denn je

Berlin, 11.09.2015 Zu den aktuellen Debatten um die Verwendung der für das Betreuungsgeld eingeplanten Mittel erklärt Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V.:

„Der weitere Ausbau der Kindertagesbetreuung ist dringlicher denn je. Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingskindern muss der quantitative Ausbau von Kindertagesstätten und Kindertagespflege forciert werden. Die qualitative Verbesserung des Angebots ist ebenfalls ein Gebot der Stunde, um diese Kinder so früh wie möglich integrieren zu können. Wir wollen allen Kindern ein möglichst gutes Aufwachsen von Anfang an ermöglichen. Daher erwarten wir, dass die für das Betreuungsgeld eingeplanten Mittel in den weiteren Ausbau und die Verbesserung der Qualität der Kindertagesbetreuung fließen.“

Statistik: Jedes vierte Kind wird von einer nicht verheirateten Frau geboren

Baden‑Württemberg: Anteil nichtehelicher Kinder im Stadtkreis Freiburg im Breisgau mit 36 Prozent am höchsten, im Enzkreis am niedrigsten (19 Prozent)

In Baden‑Württemberg wurden im vergangenen Jahr 95 632 Kinder geboren. Davon waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 23 398 Kinder oder 24,5 Prozent, deren Eltern zum Zeitpunkt ihrer Geburt nicht miteinander verheiratet waren. Damit ist der Anteil nichtehelicher Kinder in den letzten Jahren stetig gestiegen und hat sich gegenüber 1990 annähernd verdreifacht.

Verglichen mit den anderen Bundesländern hat Baden‑Württemberg allerdings den geringsten Wert. Die höchsten Anteile an nichtehelichen Geburten gibt es in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, in denen jeweils annähernd zwei von drei Kindern von nicht verheirateten Frauen geboren werden.

Der Trend hin zu einer immer höheren »Nichtehelichenquote« ist darauf zurückzuführen, dass neben der Ehe auch andere Lebensformen stetig an Bedeutung gewinnen. So sind derzeit nur knapp die Hälfte der 30- bis unter 35jährigen verheiratet, 1980 lag dieser Anteil noch bei 75 Prozent. Als ursächlich für diese Entwicklung wird unter anderem die zunehmende Bildungs- und Erwerbsbeteiligung der Frauen angesehen, die deren wirtschaftliche Unabhängigkeit erhöht hat.

Ganze PM des Statistischen Landesamtes vom 10. September 2015: http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2015242.asp

Veranstaltung: Lebensentwürfe und Familienbild heute - Ansätze für eine moderne Familienpolitik

Stuttgart, Haus der Kath. Kirche; Freitag, 18. September 2015, 18.00 Uhr

Der gesellschaftliche und demografische Wandel hat große Auswirkungen auf die Lebensgestaltung von Familien, das Arbeitsleben, die Pflege, Kinderbetreuung und Bildung. In einer repräsentativen Sudie, sowie in vertiefenden qualitativen Interviews hat das Fritz-Erler-Forum den Wandel des Familienbildes in Baden-Württemberg untersucht. Gleichzeitigf wurde eine Bewertung bestehender familienpolitischer Insturmente sowie möglicher Ansätze einer modernen Familienpolitik abgefragt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung sowie die Herausforderungen für die Politik auf Landesebene, für Kommunen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Aktuere möchten wir gerne mit IHnen und Verantwortlichen aus Politik, Kirche und Wirtschaft diskutieren. Der Landesfamilienrat BW ist auf dem Podium vertreten. Herzliche Einladung!

Zur Ausschreibung: pdf2015-09-18.FES.Moderne_Familienleitbilder.pdf

 

Familien in der Stadtgesellschaft. Bericht des Berliner Beirats für Familienfragen

Auch wenn Berlin nicht zu Baden-Württemberg gehört, ist der Familienbericht 2015 des Berliner Beirats für Familienfragen „Dazugehören, Mitgestalten – Familien in der Stadtgesellschaft“ auch im "Ländle" ein ausgesprochen lesenswertes Werk.  Neben den Themen Kinder- und Familienarmut, Wohnen, Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf, Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur, Familienbildung sowie Kinder- und Jugendhilfe widmet sich der Berliner Beirat für Familienfragen ebenso der Situation erwerbstätiger pflegender Angehöriger oder dem Thema Familiensport. Mit 240 Seiten ist der Berliner Familienbericht 2015 nicht nur umfangreich ausgefallen, es ist der zweite Bericht in Folge und kann auch für andere Städte und Kommunen ein gutes Beispiel dafür sein, wie sich familienpolitische Themen in den Blick rücken lassen.

Für den Berliner Beirat für Familienfragen (der trotz einiger struktureller Unterschiede dem Landesfamilienrat BW vergleichbar ist) ist das "familienpolitische Querdenken" dabei ein zentrales Anliegen: Familienpolitik muss von allen Verantwortungsträgern als Querschnittsaufgabe begriffen und gemeinsam umgesetzt werden. Dazu werden in diesem Bericht eindeutige Handlungsempfehlungen und klare Forderungen formuliert. Die meisten davon sind übertragbar...

Der Berliner Familienbericht 2015 ist als Datei auf der Homepage des Berliner Beirats für Familienfragen http://www.familienbeirat-berlin.de oder als Publikation erhältlich.

 

 

 

 


2015 - 07/02

Bedarfssätze unterhaltspflichtiger Kinder werden zum 1.8.2015 erhöht

„Die Bedarfssätze unterhaltsberechtigter Kinder werden erhöht“, teilte das Oberlandesgericht Düsseldorf am Donnerstag mit. Seine „Düsseldorfer Tabelle“ regelt bundesweit Unterhaltsansprüche für Millionen Trennungskinder. Das OLG will die neue Tabelle im Anschluss an eine Pressekonferenz am 28. Juli online stellen. Nach Angaben des Gerichts steigt der Mindestunterhalt eines Kindes bis Ende des sechsten Lebensjahres von bisher 317 auf 328 Euro im Monat. Damit berücksichtige die „Düsseldorfer Tabelle“ den neuen steurrechtlichen Kinderfreibetrag von 4512 Euro. Der Unterhalt volljähriger Kinder steigt von 488 auf 504 Euro mindestens. Diese Sätze gelten für die niedrigsten Einkommen - Bezieher höherer Einkommen müssen erheblich mehr Unterhalt bezahlen. Voraussichtlich erhöhen sich die Bedarfssätze zum 1. Januar 2016 erneut. Dann steigt der steuerliche Kinderfreibetrag auf 4608 Euro.


2015 - 07/01

Familienbildung. Alle gewinnen. Eltern- und Familienbildung als zentraler Baustein wirksamer Familienförderung

Verschiedene gesellschaftliche Veränderungen haben das Familienleben vielfältiger, dynamischer und in vieler Hinsicht auch voraussetzungsvoller gemacht. Zugleich werden die Anforderungen an die Erziehungsleistung der Eltern mit neuen Ansprüchen und vielfältigen Erwartungen verbunden.Kinder erziehen und für deren gelingende Entwicklung Sorge tragen, Familie und Beruf miteinander vereinbaren, eigenverantwortlich haushalten, Partnerschaft leben, Angehörige pflegen und betreuen – all dies sind Aufgaben, die in den unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen von Familien komplexes Wissen und vielseitige Kompetenzen erfordern. Diese Fähigkeiten wachsen Eltern nicht naturhaft oder durch bloße Weitergabe zwischen den Generationen zu. Sie müssen in entsprechenden Lernprozessen im Sinne eines „Doing family“ erworben und unterstützt werden. Familienbildung bezieht sich auf einen weiten Bogen familienrelevanter Fähigkeiten und Kenntnisse – von der Partnerschafts- und Erziehungskompetenz über die Medien- und Gesundheitskompetenz, die Haushaltsführungs-, Finanz- und Wirtschaftskompetenz bis hin zur Beziehungs-, Fürsorge-, Pflege- und Generationenkompetenz.

Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg versteht Familienbildung als zentralen Baustein einer umfassenden Familienförderung. Mit der aktuellen Veröffentlichung "Familienbildung. Alle gewinnen" möchte er dazu beitragen, den Stellenwert von Familienbildung zu stärken. Er stellt sich damit hinter die Positionen des bei ihm angesiedelten landesweiten Netzwerks Familienbildung Baden-Württemberg.

Die 20-seitige Broschüre gibt es nicht nur in einer Onlineversion (s.u.), sondern auch gedruckt. Sie kann - gegen Übernahme einer Portopauschale - bei der Geschäftsstelle des Landesfamilienrates bezogen werden.

pdfFamilienbildung-Positionspapier2015_online.pdf

Landesfamilienrat Baden-Württemberg fordert die bessere rechtliche und strukturelle Absicherung von Angeboten der Familienbildung

„Wer sich mit Familie beschäftigt, dem ist klar, wie anspruchsvoll die Rollen von Partnern oder Eltern heute sind“, sagt der Vorsitzende des Landesfamilienrates Jürgen Rollin zum Auftakt des Kongresses im Stuttgarter Hospitalhof am 9. Juli. In einer Zeit des schnellen Wandels, einer Vielfalt von Lebensformen und Beziehungsmustern und einer wachsenden Individualisierung bieten Normen und Werte immer weniger Orientierung für die Gestaltung der Paarbeziehung und die Erziehung von Kindern. Gleichzeitig sind die Erwartungen an die Familienerziehung stark gestiegen, so zum Beispiel bei der Bildungsförderung von Kindern. Und das bei wachsendem Zeitdruck, der in unserer Erwerbsgesellschaft auf den Eltern lastet. Familie ist nicht selbstverständlich. „Die Gestaltung der Paarbeziehung und die Erziehung von Kindern sind aber viel zu wichtig, um sie dem Lernen durch Versuch und Irrtum zu überlassen“, sagt dazu Rollin und weiter: „Es gilt daher, Familien in ihrem anspruchsvollen Alltag zu begleiten und zu unterstützen. Dafür brauchen wir verbindliche Konzepte und müssen – verlässlich, nachhaltig und erschwinglich - Angebote der Familienbildung bereithalten, die in allen Lebenslagen und allen Lebensphasen von Familien ankommen und die angenommen werden.“

Dafür fehlen aber nach Ansicht vieler Experten die notwendigen rechtlichen oder strukturellen Voraussetzungen im Land.

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VAMV: Stellungnahme zur Reform des Unterhalts- und Unterhaltsverfahrensrechts

Grundsätzlich ist der VAMV der Ansicht, dass dringend neue Anknüpfungspunkte für den Kindesunterhalt zu diskutieren und festzulegen sind. Dazu ist jedoch ein großer Gesamtentwurf vonnöten, der zusätzlich die Düsseldorfer Tabelle auf den Prüfstand stellt, eine vergleichbare Bezugsgröße für Selbstbehalte und Kindesunterhalt findet und die Wechselwirkungen der verschiedenen Anrechnungsmodalitäten des Kindergeldes neu überdenkt und gestaltet. Solange diese Anrechnungen im Unterhalts- und Unterhaltsvorschussrecht bestehen bleiben, ist es erforderlich, dass die Symmetrie zwischen Kindergelderhöhungen und Erhöhungen des Kindesunterhalts gewahrt bleibt. Ansonsten kommt es zu niedrigeren Unterhalts- und Unterhaltsvorschussbeträgen, sobald der Kinderfreibetrag über dem sächlichen Existenzminimum nach Existenzminimumbericht liegt.

Zwar möchte der VAMV auch das System des Familienleistungsausgleichs auf den Prüfstand stellen und setzt sich langfristig für eine Entkoppelung vom Steuerrecht und für eine Kindergrundsicherung ein. Dennoch kann es der VAMV nicht gutheißen, einen Zwischenschritt zu gehen, der für die Kinder von Alleinerziehenden auch nachteilige Folgen haben kann.

Angesichts der damit für die unterhaltsberechtigten Kinder verbundenen nachteiligen Folgen sieht der VAMV das Vorhaben des Referentenentwurfs sehr kritisch und setzt sich dafür ein, die Anknüpfung des Mindestunterhalts an den steuerlichen Kinderfreibetrag zunächst bestehen zu lassen, damit die Vorteile dieser Regelung den Kindern weiterhin zugutekommen. Um gleichzeitig zu vermeiden, dass der Mindestunterhalt in Zukunft unter dem sächlichen Existenzminimum nach dem Existenzminimumbericht liegen kann, schlägt der VAMV vor, nur für den Fall, dass die steuerlichen Kinderfreibeträge unter dem sächlichen Existenzminimum für Kinder nach dem Existenzminimumbericht liegen, dieses ersatzweise an die Stelle der steuerlichen Kinderfreibeträge treten zu lassen. Dafür ist lediglich eine Ergänzung des § 1612 a BGB erforderlich.

pdf2015.VAMV_Stellungnahme_Unterhaltsrechtsänderungsgesetz.pdf

5. Hohenheimer Tage der Familienpolitik Familienleitbilder und Familienrealitäten in Deutschland

Fachtagung in Kooperation mit der FaFo Familienforschung Baden-Württemberg am 27./28. Oktober 2015 im Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Informieren, ins Gespräch kommen und gemeinsam weiterdenken wie Deutschland familienfreundlicher werden kann - das ist das Ziel der Hohenheimer Tage der Familienpolitik. Die im Jahr 2007 begonnene Veranstaltungsreihe wird mit dieser Tagung fortgesetzt.
Familie = Berufstätiger Vater, für die Familienarbeit zuständige Mutter und zwei Kinder? Sehen Familien heute so aus oder ist ein derartiges Bild antiquiert? Die Tagung beschäftigt sich mit Wünschen und Vorstellungen von Familie und Rollenbildern von Frauen und Männern. Inwieweit können Familien ihre Wünsche angesichts der gegebenen Rahmenbedingungen verwirklichen? Und inwiefern beeinflussen Schule, Beruf, Wohnsituation oder zeitliche Restriktionen die Ausgestaltung von Familie? Sie haben Gelegenheit, sich mit neuen wissenschaftlichen Befunden auseinanderzusetzen, erhalten Impulse zum Thema und lernen Praxisbeispiele kennen.
Schwerpunkt des zweiten Tages ist die Frage, wie sich die Lebenssituation von Familien vor dem Hintergrund der aktuellen Familienpolitik in den vergangen Jahren entwickelt hat. Was erwarten Familien von einer zeitgemäßen Familienpolitik? Und wird diese der zunehmenden Pluralisierung des Familienlebens und den dahinterstehenden Leitbildern gerecht? In Vorträgen, Workshops und einer Podiumsdiskussion werden wir bilanzieren, wo Deutschland im Hinblick auf Familienfreundlichkeit Stärken hat und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.

Die Tagung richtet sich an WissenschaftlerInnen, PraktikerInnen und Studierende aus einschlägigen Disziplinen und Arbeitsfeldern sowie familien- und sozialpolitisch Interessierte.

Das Tagungsprogramm finden Sie anbei ( pdfFamilienleitbilder_und_Familienrealitaeten_in_Deutschland.pdf) und auf der Internetseite der Kath. Akademie, dort können Sie sich auch anmelden. 

Deutscher Verein: Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Unterhaltsrechts und des Unterhaltsverfahrensrechts.

Der Deutsche Verein begrüßt die neue Anbindung des Kindesunterhalts an den Existenzminimumbericht und dessen Abkopplung vom Steuerrecht dem Grunde nach. Allerdings weist er darauf hin, dass der Referentenentwurf einige Vorfragen unbeantwortet und grundlegende Probleme ungelöst lässt sowie neue Fragen aufwirft.
Das Ziel des Entwurfs, die Vermeidung einer Unterdeckung des sächlichen Existenzminimums beim Mindestunterhalt, ist grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings sieht der Deutsche Verein es als kritisch an, dass mit dem vorliegenden Referentenentwurf letztlich Vorsorge für den Fall getroffen werden soll, dass die Bundesregierung erneut – entgegen verfassungsrechtlicher Vorgaben – nicht (rechtzeitig) dafür Sorge trägt, dass die steuerlichen Freibeträge das sächliche Existenzminimum abdecken.

Mehr dazu lesen: Deutscher Verein: Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Unterhaltsrechts und des Unterhaltsverfahrensrechts.

BGH stärkt Unterhaltsanspruch für Mütter behinderter Kinder

Väter müssen bei hohem Betreuungsaufwand länger zahlen. Mütter eines unehelichen behinderten Kindes haben Anspruch auf längere Unterhaltszahlungen vom Vater, wenn sie der hohe Betreuungsaufwand für das Kind an einer Berufstätigkeit hindert. In solchen Fällen müssen Mütter dann aber beweisen, dass das Kind eine besondere persönliche Betreuung braucht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschied. In der Regel endet der Unterhalt wegen Mutterschutzes nach drei Jahren. (Az: XII ZB 251/14)

Quelle: Die WELT am 07.07.2015


2015 - 06/02

„Eine Woche Mama – eine Woche Papa!“ Fachtagung am 12. Oktober 2015 in Stuttgart

In der Fachwelt ist die Diskussion um das Wechselmodell neu entfacht. Das Wechselmodell wird entweder als das neue Leitmodell der Zukunft gefeiert oder rundweg abgelehnt. Zu spüren ist die Aktualität des Themas auch in der Beratungspraxis.

Während das Einzelresidenzmodell einen Lebensmittelpunkt des Kindes bei einem
Elternteil und Umgangszeiten mit dem anderen Elternteil festlegt, ermöglicht das
Wechselmodell die gleichwertige, abwechselnde Betreuung von Kindern durch ihre
getrennt lebenden Eltern in zwei „Zuhause“. Immer mehr Eltern möchten heute nach einer Trennung gleichberechtigt an der Kindererziehung beteiligt sein und setzen sich zunehmend mit den verschiedenen Formen der elterlichen Sorge auseinander. Von den Eltern fordert es ein erhöhtes Maß an Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft, mehr als es das gemeinsame Sorgerecht bereits tut. Welche Voraussetzungen und Konsequenzen haben die Umgangsmodelle und was bedeuten sie für die betroffenen Kinder?

Mehr dazu lesen: „Eine Woche Mama – eine Woche Papa!“ Fachtagung am 12. Oktober 2015 in Stuttgart


2015 - 06/01

Sommer: In jeder zweiten Familie lernen Kinder in den Ferien

Endlich Ferien, endlich Nichtstun? Mitnichten. Eine Umfrage unter Eltern zeigt: In 55 Prozent aller Familien lernen die Kinder auch in den schulfreien Wochen. Sommer, Sonne, Sonderunterricht: Das Schuljahr geht zu Ende, und Nachhilfeinstitute bewerben fleißig ihre Ferienkurse. "Ihr Kind startet motiviert ins neue Schuljahr, und die Erholung kommt trotzdem nicht zu kurz", verspricht ein Anbieter. Ein anderer lockt mit Lerncamps auf idyllisch gelegenen Schlössern: Mathe pauken, wo andere Urlaub machen.

Eine Umfrage zeigt nun, dass es für Angebote dieser Art offenbar eine große Zielgruppe gibt. In 55 Prozent der Familien lernen die Kinder auch in den Ferien. Die meisten davon schauen sich den Stoff aber nur einmal an.

Für einen nicht unerheblichen Anteil der Kinder bestimmt die Schule die Ferienwochen jedoch häufiger: 20 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass ihre Kinder sich in der unterrichtsfreien Zeit regelmäßig mit dem Stoff beschäftigten. Ein gutes Drittel dieser Kinder widmet dem Schulstoff ihren Eltern zufolge mehr als zwei Stunden pro Woche. 42 Prozent aller befragten Eltern wiederum sagten, dass ihr Nachwuchs sich während der Sommerpause gar nicht gezielt mit Schulinhalten beschäftige. Zum ganzen Artikel von Bernd Kramer auf Spiegel Online am 18.06.2015

 

 

"Selig sind die Armen...." Kongress der EAF am 4. Juli 2015 in Mannhaiem

Der 1. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes Baden Württemberg, der kurz vor der Sommerpause veröffentlicht wird, macht Aussagen zu Lebenslagen und Rahmenbedingungen von Armutsgefährdeten und bereits in relativer Armut lebender Menschen bei uns. Er zeigt Armutsdynamiken auf, beschreibt die Auswirkungen auf Gesundheit und Wohnen sowie die Teilhabechancen auf Bildung, Freizeit und Kultur. Er berichtet über die Verteilung und Entwicklung von Reichtum. Er zeigt Wege aus der Armut auf, die bisher schon gegangen wurden. Diese Forschungsergebnisse und viele unserer eigenen Angebote der Beratung, Begegnung, Bildung, Betreuung, Angebote der Mitarbeit und Beteiligung sind Zeichen, dass wir als Kirche unterwegs sind, dass wir Armut und Benachteiligung wahrnehmen. Sie schildern aber auch, dass wir noch weit weg sind von einem paradiesischen Zustand, der das Thema enttabuisiert hat und es in den Mittelpunkt unserer Bemühungen stellt. Dieser Kongress gibt die Möglichkeit, an den neuesten Forschungsergebnissen teilzuhaben. Er eröffnet Raum, sich auszutauschen, Konzepte anderer kennen zu lernen. Er kann damit Anstoß sein, Wege zur Überwindung von Armut, die besonders Familien und Alleinerziehende mit ihren Kindern trifft, zu gehen und eigene Angebote zu entwickeln. Herzliche Einladung von EAF, Ev. Landeskirche und Diakonie Baden. Das Programm finden Sie hier pdfFlyer_EAFKongress_web.pdf

Statistisches Bundesamt: Im ersten Quartal 2015: Betreuungsgeld für 455.321 Kinder

Im ersten Quartal 2015 wurden 455.321 laufende Bezüge von Betreuungsgeld gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind dies 68.838 tatsächliche Leistungsbezüge mehr als im vierten Quartal 2014.
Das Betreuungsgeld wurde hauptsächlich von Müttern bezogen (rund 95 Prozent). Allerdings kommt es bei Elternpaaren nicht darauf an, wer Antragsteller ist. Im Ländervergleich fällt die Geschlechterverteilung unterschiedlich aus, wobei es in Berlin mit gut 9 Prozent den höchsten Anteil an männlichen Beziehern gab.
Im früheren Bundesgebiet haben fast acht von zehn Leistungsbeziehenden den Antrag auf Betreuungsgeld für den maximal möglichen Bezugszeitraum von 22 Monaten gestellt; in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) waren es nur etwa fünf von zehn. Die voraussichtliche Bezugsdauer ist dementsprechend in den neuen Ländern mit durchschnittlich 15,5 Monaten deutlich kürzer als im früheren Bundesgebiet (20,0 Monate).

18 Prozent der Beziehenden besaßen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Kinder, für die Betreuungsgeld bezogen wurde, waren das einzige Kind im Haushalt. In einem Drittel der Fälle (34 Prozent) war noch ein weiteres Kind vorhanden. Nur 17 Prozent der Kinder lebten mit zwei oder mehr Geschwistern zusammen.

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Ausschuss beschließt Präventionsgesetz

Berlin: (hib/PK) Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat das Präventionsgesetz der Bundesregierung (18/4282) beschlossen. Für die in den Ausschussberatungen an einigen Stellen veränderte Vorlage votierten am Mittwoch die Regierungsfraktionen von Union und SPD. Die Opposition von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen votierte dagegen. Am Donnerstag (18. Juni) soll der Entwurf im Bundestag verabschiedet werden.

Mit Hilfe der Prävention sollen lebensstilbedingte ,,Volkskrankheiten" wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Schwächen oder Adipositas eingedämmt und die Menschen zu einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung gebracht werden. Der Gesetzentwurf sieht vor, die Gesundheitsförderung und Prävention auf jedes Lebensalter und in alle Lebensbereiche auszudehnen, in die sogenannten Lebenswelten. Eingebunden sind neben der Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung (GKV/PKV) auch die Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung.

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Endlich Wohnungsnot!

Seit Mai 2013 können Bundesländer Mieterhöhungen auf 15 Prozent in drei Jahren begrenzen. Dies ausschließlich für Gebiete mit Wohnungsmangel – aber davon gibt es in Baden-Württemberg ja jede Menge. Trotzdem hat die grün-rote Landesregierung bis jetzt gebraucht, um eine entsprechende Verordnung zu erlassen. Der Wohnungsmangel in deutschen Groß- und Universitätsstädten ist nichts Neues. Das treibt natürlich die Preise, dafür sorgen die unsichtbare Hand des Marktes, oder die gierigen Vermieter - das kommt auf die politische Perspektive an. Gerade weil freie Wohnungen Mangelware sind, ist es besonders ärgerlich, wenn man aus dem geliebten Heim irgendwann raus muss, weil man sich die krassen Mieterhöhungen nicht mehr leisten kann.


Ganzer Text von Johannes Pimpl aus der kritischen baden-württembergischen Online-Wochenzeitschrift "Kontext" am 17.06.2015


2015 - 05/02

Öffentliche Anhörung Familienpaket: Juristinnen fordern Kurswechsel in der Finanz- und Steuerpolitik für Familien

"Solange die Steuer- und Finanzpolitik die sozialen Belange von Frauen und Familien weiter ignoriert, wird Familienförderung Stückwerk bleiben.
Politische Prioritäten müssen sich ändern und grundlegende Reformen auf den Weg gebracht werden. Ziel muss eine Familienförderung sein, die allen Familienformen und ihren unterschiedlichen Bedarfen gerecht wird", schlussfolgert Ramona Pisal, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V.
(djb) nach der öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages zum aktuellen "Familienpaket" (Gesetzentwurf zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags - BT-Drucksache 18/4649).

Das Bundesfinanzministerium erwartet dank der guten Konjunktur und Beschäftigungslage bereits in diesem Jahr zusätzliche Steuereinnahmen von mehr als sechs Milliarden Euro. Bis 2019 sollen es rund 38,3 Milliarden Euro mehr Steuern sein als bisher erwartet. Wenn es um die Besteuerung von Familien geht, wird trotzdem gespart.

Mehr dazu lesen: Öffentliche Anhörung Familienpaket: Juristinnen fordern Kurswechsel in der Finanz- und Steuerpolitik für Familien

Statistik: Mikrozensus 2014: Fast die Hälfte der Familien im Land mit einem Kind

Jede(r) zehnte Alleinerziehende hat monatlich weniger als 900 Euro zur Verfügung

Am 15. Mai findet der internationale Tag der Familie statt. Dieser Gedenktag, der von den Vereinten Nationen im Jahr 1993 ins Leben gerufen wurde, erinnert an die große Bedeutung der Familie als grundlegende Einheit unserer Gesellschaft. Im Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltebefragung in Deutschland, werden alle Eltern‑Kind‑Gemeinschaften als Familie erfasst, d. h. Ehepaare, nicht‑eheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter oder Väter mit ledigen Kindern im Haushalt fallen unter den Begriff der Familie. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lebten im Jahr 2014 knapp 1,6 Millionen Familien in Baden‑Württemberg, darunter annähernd 1,1 Millionen Familien mit Kind(ern) unter 18 Jahren. Die Ein‑Kind‑Familie ist die am häufigsten gewählte Familienform: In fast 49 Prozent der Familien mit minderjährigen Kindern lebte ein lediges Kind. Rund 39 Prozent der Familien hatten zwei Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, fast 12 Prozent hatten 3 und mehr Kinder. Rund drei Viertel der Familien mit unter 18‑jährigen Kindern (knapp 842 000 Familien) waren im Jahr 2014 Ehepaare mit Kindern. In rund 6 Prozent der Familien mit Kindern unter 18 Jahren lebten die Eltern in einer Lebensgemeinschaft 1 (70 000 Familien), in gut 16 Prozent der Familien wuchsen die Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil auf (rund 177 000 Familien). Weiterlesen über diesen Link

Trennung und Verlust: neue Ausgabe „frühe Kindheit" erschienen

Zu dem Themenschwerpunkt „Trennung und Verlust in den ersten Lebensjahren" ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit" erschienen. Das Heft enthält Beiträge u. a. von Karin Grossmann und Klaus E. Grossmann („Trennung, Tod und Trauer in den ersten Lebensjahren: Die bindungstheoretische Sicht"), Fabienne Becker-Stoll und Monika Wertfein („Bindung und Trennungsangst im Übergang von der Familie in die Kita"), Rahel Dreyer („Der Übergang des Kindes in frühe Tagesbetreuung – Eingewöhnung: Modelle und Rahmenbedingungen"), Ann Kathrin Scheerer („Risiken der Krippenbetreuung aus tiefenpsychologischer Sicht"), Sabine Walper und Alexandra Langmeyer („Frühe Trennung der Eltern und ihre Auswirkungen auf Kinder in den ersten Lebensjahren"), Maria Mögel („Gestaltung der Besuchskontakte von Pflegekindern"), sowie ein Interview mit Karin Gross mann, Freie Wissenschaftlerin assoziiert am Psychologischen Institut der Universität Regensburg, und Klaus E. Grossmann, emeritierter Professor am Psychologischen Institut der Universität Regensburg („Trennungsangst ist untrennbar als Kehrseite mit Bindung verbunden").
Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge: „Kinder in Trennungsprozessen: Erfahrungen aus der Kinderwohngruppe des Kinderschutz-Zentrums Berlin", „Die Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche an der Berliner Charité", „Das Emmi-Pikler-Haus in Falkensee: Eine stationäre Einrichtung der Erziehungshilfe für Kinder von null bis sechs Jahren", „Erfahrungen mit dem Film ‚A Life begins' in China".
Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.
Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin
Tel.: 030-28 59 99 70, Fax: 030-28 59 99 71
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fruehe-kindheit-online.de

Was Deutschland für Familien tut - Ein Trauerspiel

Wohin mit dem Kind? Der Erzieherstreik stellt Eltern vor enorme organisatorische Probleme. Wenn weder die Großeltern einspringen können, noch irgendwo im Kiez eine Notfallbetreuung existiert, bleibt Müttern und Vätern nur die Hoffnung, dass der Arbeitgeber Verständnis für ihre Nöte aufbringt. Manche werden ihren Nachwuchs ins Büro mitnehmen können, andere ihre Arbeit mit nach Hause nehmen dürfen. Das Gros der Betroffenen aber muss wohl Urlaubstage opfern – gerade für Familien eine extrem kostbare Währung.

Der Kita-Streik macht schlagartig deutlich, wie sehr sich das Leben der Kinder und ihrer Eltern binnen weniger Jahre verändert hat und wie groß die Abhängigkeit von der Betreuungsinfrastruktur mittlerweile ist. Der Arbeitskampf heizt die Debatte über den Wert von Kinderbetreuung in unserer Gesellschaft an. Bei dieser Frage geht es nicht nur um die angemessene Bezahlung von Erziehern, sondern um die Familienpolitik in Deutschland insgesamt.

Den Artikel aus der WELT vom 13.05.2015 von Dorothea Siems weiterlesen über diesen Link

Landesweiterbildungspreis Baden-Württemberg 2015

Sie bieten innovative Erwachsenenbildung an, setzen gezielt digitale Medien ein, Sie bieten ihren Lernenden ein neuartiges Betreuungskonzept an, kommunizieren auf verschiedenen Kanälen, motivieren ganz bestimmte Zielgruppen zur Weiterbildung durch den gezielten Einsatz neuer Technologien? Sie reden nicht nur von innovativen Weiterbildungskonzepten, sondern setzen solche bereits um? Dann beteiligen Sie sich doch an der neuen Ausschreibung zum Landesweiterbildungspreis Baden-Württemberg 2015, der unter dem Motto steht: Digitale Medien, neue Lehr- und Lernformen, mobiles Lernen.

Alle weiteren Infos zur Ausschreibung unter www.landesweiterbildungspreis-bw.de Ihre Einreichungen können sie komplett online über http://www.landesweiterbildungspreis-bw.de/einreichungen.php übermitteln. Die Datenbank ist bis zum 05.10.2015 freigeschaltet, danach sind keine Einreichungen mehr möglich.

Die Preisverleihung findet am 18.12.2015 in der IHK Stuttgart anlässlich des Fachtages "Neue Medien, mobliles Lernen" des Bündnisses für Lebenslanges Lernen statt. Wir freuen uns über Ihre innovativen Projekte und Maßnahmen und grüßen Sie herzlich

Roland Bauer, Kultusministerium Baden-Württemberg, Referat Weiterbildung

Familiengerechte Arbeitswelt - Position der Familienverbände

Die in der AGF zusammengeschlossenen Familienverbände möchten Sie auf ihre aktuelle Veröffentlichung für eine familiengerechte Arbeitswelt hinweisen. Darin geht die AGF darauf ein, welche Veränderungen in der Arbeitswelt dazu beitragen können, dass Familien trotz unterschiedlicher Lebenslagen wirtschaftliche Stabilität erfahren, sozial abgesichert sind sowie berufliches und familiäres Leben besser miteinander vereinbaren können. Die AGF nimmt den bevorstehenden Internationalen Tag der Familie zum Anlass, um mit ihren Positionen darauf hinzuweisen, dass in der Arbeitswelt deutlich mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse und Lebensumstände von Familien genommen werden muss. Dies wäre auch ein wichtiger Schritt hin zu einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbsarbeit und Familienaufgaben, dem Motto des diesjährigen Tags der Familie in Deutschland.

In der nun veröffentlichten Zusammenstellung ihrer Papiere behandelt die AGF folgende Aspekte:

1. Eine Unternehmenskultur für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2. Rückkehrrecht aus der Teilzeit bis hin zur ursprünglichen Wochenarbeitszeit sowie weitere Vorschläge zur Verbesserung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes
3. Langzeitarbeitskonten als zeitpolitisches Instrument
4. Für sichere und auskömmliche Beschäftigungsverhältnisse!

Zur Langfassung: pdfAGF_Gesamtpositionen_Familiengerechte_Arbeitswelt2015.pdf

Konferenz zum Ersten Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg – Ergebnisse und Perspektiven am 27. Juli 2015 im Hospitalhof in Stuttgart

Im Juli 2015 wird der Erste Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg mit dem Schwerpunkt Kinderarmut veröffentlicht. Er umfasst detaillierte datenorientierte Analysen der Einkommens- und Lebenslagen der Menschen in Baden-Württemberg. Dabei wird nicht nur das Thema Ausgrenzung und Armut in verschiedenen Lebenslagen aufgegriffen, sondern es wird auch ein intensiver Blick auf die Verteilung des Reichtums geworfen. Weitere wichtige Bausteine des Berichts sind Beiträge des Landesbeirats für Armutsbekämpfung und Prävention sowie Maßnahmen und Empfehlungen der Landesregierung zur Bekämpfung von Armut.

Im Rahmen der Konferenz sollen zentrale Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse, die die FamilienForschung Baden-Württemberg (FaFo) im Statistischen Landesamt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg erstellt hat, vorgestellt werden. Darüber hinaus werden Mitglieder des Landesbeirats für Armutsbekämpfung und Prävention Baden-Württemberg ihre Einschätzungen und Beiträge einbringen. Abschließend soll diskutiert werden, wie es weitergeht und welche Schlussfolgerungen aus dem Ersten Armuts- und Reichtumsbericht zu ziehen sind. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. Bitte melden Sie sich bis 10.07.2015 an. Das Programm und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie hier: http://www.statistik-bw.de/BevoelkGebiet/FaFo/ArmutReichtum.asp

Kontakt: Renate Alber Tel.: 0711/641-2955  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


2015 - 05/01

Prädikat Familienbewusstes Unternehmen

Flexible Arbeitszeit, Unterstützung bei der Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen oder Serviceangebote für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Familienverantwortung leisten einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Eine familienbewusste Personalpolitik entlastet Mütter und Väter, steigert die Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte und trägt zum Imagegewinn des Unternehmens bei. Das gilt für soziale Unternehmen und Organisationen ebenso wie für die freie Wirtschaft.

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, die Arbeitgeber  und der Landesfamilienrat Baden-Württemberg zeichnen im Rahmen des Projekts familyNET engagierte Unternehmen mit dem Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen" aus und setzen so ein Zeichen für mehr Familienfreundlichkeit in Baden-Württemberg. Das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen" bewertet und würdigt das Engagement kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie von Organisationen und Einrichtungen der Sozialwirtschaft zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Verbände und Organisationen können (niedrigschwellig und kostengünstig) analysieren, wo sie selbst im Prozess stehen und das Prädikat für eine erfolgreiche Außenwerbung, u.a. bei Stellenausschreibungen, einsetzen.

Informationen erhalten Sie über dieses Faltblatt (s. pdf) oder telefonisch unter Tel: 0711-625930 oder über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Gerne sind wir auch bereit, das Prädikat unseren Mitgliedsverbänden z.B. im Rahmen von Vorstandssitzungen oder Mitgliederversammlungen vorzustellen und für weitergehende Fragen zur Verfügung zu stehen. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

pdfSWM_familyNET_Flyer_Prädikat_10-13_Mail.pdf

 

Armutsstudie belegt Benachteiligung von Kindern

Der Alltag von rund 2,6 Millionen Kindern aus einkommensarmen Familien ist laut einer Studie von Mangel und Verzicht geprägt. Die staatliche Hilfe orientiere sich zu wenig am Bedarf der Kinder.Die für die Bertelsmann-Stiftung erhobene Untersuchung zeigt eine deutliche Benachteiligung von Kindern aus einkommensschwachen Familien gegenüber denen aus Familien in gesicherten finanziellen Verhältnissen. Kinobesuche, Urlaub, neue Kleidung, Einladungen an Freunde bleiben für die betroffenen Kinder fast immer ein Wunschtraum, heißt es in der Daten-Auswertung der Armutsstudie, die das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchführte.

Jedes fünfte Kind unter 15 Jahren ist demnach armutsgefährdet, wächst also unterhalb der Armutsgrenze auf. Das sind 2,1 Millionen Jungen und Mädchen, die in Familien leben, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung haben. Bei einer vierköpfigen Familie liegt die Schwelle bei 1848 Euro im Monat. Weitere rund 480.000 Kinder wachsen knapp über der Armutsschwelle auf.

Mehr dazu lesen: Armutsstudie belegt Benachteiligung von Kindern

DFV: Kinderbetreuung - Familien dürfen nicht Lastesel von Tarifpolitik sein!

(Freiburg). Der angekündigte Streik des Kita-Personals in Baden- Württemberg belastet viele Familien im Lande zusätzlich. Berufstätige Eltern kämpfen seit Tagen mit den Streikfolgen welche sie täglich auf dem Weg zur Arbeit bewältigen müssen – zusätzlich kommen jetzt noch die Schließungen der Kitas hinzu.

„Übergangslösungen und Notbetreuungen von Kleinkindern machen wieder einmal deutlich, dass den hehren Worten der „Familienförderung seitens von Politik die Taten fehlen und dass zum wiederholten Male, die Lasten alleine bei den Eltern verbleiben; alle Notlösungen verschleiern diese Tatsache", so Uto R. Bonde vom Deutschen FamilienVerband (DFV) Baden- Württemberg. Der DFV sieht die Politik in der Pflicht, die zwar löblicherweise für eine höhere Kita-Versorgung eintritt, aber den Folgeschritt für eine ordentliche Vergütung der qualifizierten Fachkräften in den Kitas schuldig bleibt.

Mehr dazu lesen: DFV: Kinderbetreuung - Familien dürfen nicht Lastesel von Tarifpolitik sein!

"Familienbildung. Alle gewinnen" Fachkongress des Netzwerks Familienbildung am 9. Juli 2015 in Stuttgart

Zu seinem ersten Fachkongress lädt das beim Landesfamilienrat Baden-Württemberg angesiedelte Netzwerk Familienbildung  freundlich ein:

Bei ihren zunehmend anspruchsvoller und komplexer werdenden Erziehungsaufgaben brauchen Eltern Orientierung, Austausch, Anregungen und praktische Hilfen. Innerhalb der Familienförderung hat Familienbildung einen besonderen Stellenwert, denn die Erziehungskompetenz von Eltern ist von grundlegender Bedeutung für das gelingende Aufwachsen von Kindern. Familien- und Erziehungskompetenzen zu unterstützen ist daher eine wichtige Aufgabe der Verantwortungsträger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Wir stellen den aktuellen Diskurs vor und fragen nach den notwendigen Rahmenbedingungen, um Angebote der Familienbildung allen Familien in allen Lebenslagen und allen Lebensphasen zur Verfügung zu stellen. Angesprochen und eingeladen sind Politik und Fachöffentlichkeit, freie und öffentliche Träger, Verbände und Kommunen sowie alle Interessierten. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

pdfEinladung_Tagung-LFR_9-7-15_online_2.pdf.

 

Auf der Highroad - der skandinavische Weg zu einem zeitgemäßen Pflegesystem

Die Zahlen sprechen für sich. Laut einer Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 auf fast fünf Millionen ansteigen,das heißt: Sie wird sich mehr als verdoppeln. Schon heute hat laut Umfragen in Deutschland
jede/r Zweite Angst vor Pflegebedürftigkeit im Alter. Und zahlreiche Frauen und Männer fragen sich: Was tun, wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden? Die Sorgen und Befürchtungen deuten auf einen Missstand hin: Ganz offensichtlich ist unsere Gesellschaft nicht auf eine stark wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen vorbereitet.

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Studie: Norwegen ist das beste Land für Mütter - Deutschland auf Platz acht

Die skandinavischen Länder bieten Müttern laut einer Studie nach wie vor die besten Lebensbedingungen. Deutschland liegt stabil auf Platz acht. Überraschend ist das schlechte Abschneiden der USA, Frankreichs und Großbritanniens.

Norwegen bietet Müttern die weltweit besten Lebensbedingungen, Somalia die schlechtesten: Das ist das Ergebnis der diesjährigen internationalen Vergleichsstudie, die die Kinderschutzorganisation Save the Children am Montag (Ortszeit) in New York veröffentlichte. Deutschland gehört demnach zu den Top Ten und belegt Platz acht.

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Statistik: Gleich und gleich gesellt sich gern. Ehe- und Lebenspartner haben häufig ähnliches Bildungsniveau

Nach Auswertungen des Mikrozensus lebten im Jahr 2013 knapp 2,7 Millionen Paare in Baden‑Württemberg in einem gemeinsamen Haushalt. Nach wie vor ist dabei die Ehe die am häufigsten gewählte Lebensform. Rund 88 Prozent bzw. gut 2,3 Millionen der zusammen lebenden Paare waren verheiratet. Annähernd 12 Prozent der Paare lebten in einer nichtehelichen (gemischtgeschlechtlichen) Lebensgemeinschaft zusammen, 0,3 Prozent der Paare waren in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft liiert. Eine Analyse des Bildungsniveaus 1 von Frauen und Männern in baden-württembergischen Paarbeziehungen bestätigt, was schon seit jeher vermutet wird: »Gleich und gleich gesellt sich gern«. So hatten im Jahr 2013 rund 47 Prozent der verheirateten Baden‑Württemberger ein gleiches oder ähnliches Bildungsniveau wie der Ehepartner. In rund 40 Prozent der Ehen war der Mann höher gebildet als die Ehefrau. In knapp 13 Prozent der Ehen hat die Frau ein höheres Bildungsniveau als der Ehemann erreicht.

Zur vollständigen Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 06.05.2015: http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2015110.asp


2015 - 04/01

Familienpaket der Bundesregierung ist durch

Die neuen Leistungen und ihre Nachteile: Neues Existenzminimum, neue Leistungen, alte Muster: Das Bundeskabinett hat den steuerlichen Grundfreibetrag, den Kinderfreibetrag und das Kindergeld rückwirkend ab 1.
 Januar 2015 angehoben. Der Kinderzuschlag soll ab 1. Juli 2016 folgen. Mehr Geld klingt erst einmal gut, wird im Endeffekt aber ungerecht verteilt, erreicht nicht alle und kommt zu spät.

Die neuen Beträge orientieren sich wie verfassungsrechtlich vorgegeben an den Ergebnissen des mittlerweile 10. Existenzminimumberichts der Bundesregierung. Das Existenzminimum für Erwachsene und Kinder muss gesichert sein, also von der Einkommenssteuer frei bleiben. Auch die Höhe des Kindergeldes orientiert sich an diesem Bericht. Aus der prognostisch angelegten Erhebung leiten sich folgende neue Beträge ab:

Mehr dazu lesen: Familienpaket der Bundesregierung ist durch

Alleinerziehende verdienen mehr. Landesfamilienrat fordert finanzielle Verbesserungen für Einelternfamilien

Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg unterstützt den Vorstoß von Finanzminister Nils Schmid (SPD), die finanzielle Situation von Alleinerziehenden zu verbessern. Dieser hatte heute (11.03.) vorgeschlagen, Alleinerziehenden einen Kindergeld-Zuschlag von 100 Euro für das erste Kind zu zahlen, für alle weiteren Kinder solle das Kindergeld dann um monatlich 20 Euro steigen.

Während Ehepaare mit und ohne Kinder bis zu 15.000 Euro jährlich vom Ehegattensplitting profitieren können, gibt es für Alleinerziehende nur einen kleinen Entlastungsbetrag, der seit 2004 bei 1.308 Euro stagniert. Die Entlastungswirkung beträgt im Schnitt 350, im Höchstfall 650 Euro jährlich. Die Anhebung dieses Freibetrags ist aus Sicht des Landesfamilienrates Baden-Württemberg überfällig und ein Gebot der Gerechtigkeit gegenüber Alleinerziehenden.

Dazu der Vorsitzende, Jürgen Rollin: „Im niedrigen und mittleren Einkommensbereich ist die Entlastungswirkung aber nur gering. Deshalb ist es wichtiger, das Familieneinkommen zu erhöhen. Vom vorgeschlagenen Zuschlag zum Kindergeld haben alle Alleinerziehenden gleich viel. Der jetzt von Finanzminister Schmid ins Spiel gebrachte Zuschlag zum Kindergeld kann helfen, für Alleinerziehende eine Gerechtigkeitslücke zu schließen."

Der Landesfamilienrat weist darauf hin, dass Einelternfamilien ein besonders hohes Armutsrisiko haben: Während in Baden-Württemberg etwa ein Siebtel aller Familien als armutsgefährdet gelten, sind es bei den Einelternfamilien bereits ein Drittel. Der Landesfamilienrat kritisiert daher auch die äußerst bescheidene Kindergelderhöhung für die Jahre 2015 und 2016 von 4 und 2 Euro als deutlich zu niedrig.

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Bertelsmann-Studie: Armut ist Risiko für Entwicklung von Kindern

In Deutschland wachsen mehr als 17 Prozent der unter Dreijährigen in Familien auf, die von staatlicher Grundsicherung leben. Wie wirkt sich das auf die Entwicklung dieser Kinder aus? Eine Analyse von Schuleingangsuntersuchungen im Ruhrgebiet zeigt: Armutsgefährdete Kinder sind schon bei Schuleintritt benachteiligt.
Ein Aufwachsen in Armut beeinträchtigt die Entwicklung von Kindern. Schuleingangsuntersuchungen erkennen bei Kindern, deren Familien von staatlicher Grundsicherung leben, mehr als doppelt so häufig Defizite in der Entwicklung wie bei Kindern, die in gesicherten Einkommensverhältnissen aufwachsen. Das belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Fünf- und Sechsjährigen aus SGB-II-Familien sprechen schlechter Deutsch, können schlechter zählen, leiden öfter unter Konzentrationsmängeln, sind häufiger übergewichtig und verfügen über geringere Koordinationsfähigkeiten.

Mehr dazu lesen: Bertelsmann-Studie: Armut ist Risiko für Entwicklung von Kindern

BMFSFJ: Was ändert sich mit dem ElterngeldPlus?

Elterngeldrechner: www.familien-wegweiser.de
Immer mehr junge Familien wünschen sich Zeit für die Familie, aber auch Zeit für den Beruf: Neun von zehn Frauen und Männern zwischen 20 und 39 Jahren finden, dass sich Mütter und Väter gemeinsam um ihre Kinder kümmern sollen.
Die neuen Regelungen zum ElterngeldPlus und zur Elternzeit, die für Geburten ab dem 1. Juli 2015 gelten, knüpfen an diese Wünsche an. Das ElterngeldPlus unterstützt Eltern, die in Teilzeit arbeiten. Ob volle Auszeit vom Job, kleine, mittlere oder große Teilzeit – die neuen Regelungen bieten Müttern und Vätern eine Vielzahl von Möglichkeiten, Familie und Beruf miteinander zu verbinden und sich ihre Aufgaben partnerschaftlich zu teilen.
Der Elterngeldrechner hilft dabei, die ersten Monate mit Kind gemeinsam zu planen – zeitlich und finanziell. Mit dem erweiterten Planer können Eltern jetzt ausprobieren, wie sie nach der Geburt ihres Kindes Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus miteinander kombinieren, welche Verteilung für sie in Frage kommt und welcher Anspruch auf Elterngeld sich daraus ergibt.
Das bisherige Elterngeld wird derzeit für maximal 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Steigen Mütter oder Väter schon währenddessen in Teilzeit beruflich wieder ein, haben sie bislang dadurch einen Teil ihres Elterngeldanspruches verloren. Das ändert sich mit dem ElterngeldPlus: Künftig ist es für Eltern, die in Teilzeit arbeiten, möglich, das ElterngeldPlus doppelt so lange zu erhalten. Ein Elterngeldmonat wird zu zwei ElterngeldPlus-Monaten.
Ergänzend gibt es einen Partnerschaftsbonus: Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie jeweils zusätzlich für vier Monate ElterngeldPlus. Alleinerziehende können das neue ElterngeldPlus im gleichen Maße nutzen.
Auch die Elternzeit wird deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Künftig können 24 Monate statt bisher 12 zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes genommen werden. Die neuen Regelungen sind zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten und gelten für Geburten ab dem 1. Juli 2015.
Den aktualisierten und erweiterten Elterngeldrechner mit Planer finden Sie im Serviceportal für Familien: www.familien-wegweiser.de

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 15.4.2015

Strategie-Workshop Betriebliches Gesundheitsmanagement am 8. Mai 2015, Kompetenzzentrum Beruf und Familie

Das Kompetenzzentrum Beruf & Familie Baden-Württemberg lädt Sie am 8.05.2015 ab 9 Uhr herzlich zum halbtägigen "Strategie-Workshop Betriebliches Gesundheitsmanagement" ein - eine Kooperationsveranstaltung mit der AOK Baden-Württemberg im Rahmen unserer Reihe "Praxisforum zukunftsorientiertes Personalmanagement". Der Workshop findet im Statistischen Landesamt in Stuttgart statt und ist aufgrund der Förderung durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg kostenfrei.

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Praxisforum zukunftsorientiertes Personalmanagement" diskutieren,

  • inwieweit der soziale und demografische Wandel uns als Arbeitgeber betrifft,
  • was wir in puncto zukunftsorientiertes Personalmanagement von anderen Organisationen lernen können und
  • wie wir uns als Arbeitgeber strategisch aufstellen müssen, damit wir auch in Zukunft erfolgreich sind.

Schlüssel zum Erfolg ist dabei ein strategisches Betriebliches Gesundheitsmanagement, das die Gesundheit der Beschäftigten fördert und Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz vermeidet.

Weitere Angaben  und zur Seite des Kompetenzzentrums: http://www.kompetenzzentrum-bw.de/FFBetr/Aktuelles/detail.asp?20150401.1.xml

Leitbildstudie am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: LEIDbild Elternschaft?

Junge Erwachsene in Deutschland haben überhöhte Ansprüche ans Elternsein: So glauben über 80 Prozent der 20- bis 39-Jährigen, dass man bei der Erziehung viel falsch machen kann. Zudem stimmt ein Viertel der Befragten persönlich der Aussage zu, wonach Eltern ihre Bedürfnisse komplett denen ihrer Kinder unterordnen sollten.
Innerhalb der Gesellschaft nimmt sogar knapp die Hälfte einen starken Druck auf Eltern wahr, sich aufzuopfern. Diese und weitere Ergebnisse stehen im Fokus der repräsentativen bundesweiten Leitbildstudie am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), in der die Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Familienleitbilder in Deutschland identifiziert werden. Diese kulturelle Dimension ist in der Diskussion um den demografischen Wandel zu selten in den Mittelpunkt gerückt worden, obwohl sie hilft, das anhaltend niedrige Geburtenniveau in Deutschland besser zu verstehen und die (Familien-)Politik bedürfnisorientierter zu gestalten.
Schlagwörter wie „Helikoptereltern" in der öffentlichen Debatte verdeutlichen, dass Elternsein eine (vermeintlich) große, schwer zu bewältigende (Lebens-) Aufgabe ist, sie gilt als verantwortungsvoll und voraussetzungsreich. Es erscheint so, als ob nach einer Geburt die Karriere, das Kind, die Bedürfnisse der Eltern oder besser gesagt alles miteinander zu kurz kommen. „In Deutschland dominiert eine Kultur des Bedenkens, Zweifelns und Sorgens im Hinblick auf Elternschaft, obwohl der Wunsch nach einem eigenen Kind groß ist", sagt der Direktor des BiB, Prof. Dr. Norbert F. Schneider.

Mehr dazu lesen: Leitbildstudie am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: LEIDbild Elternschaft?

Heft "Elternwissen" zum Thema Konsum neu überarbeitet

Das Heft Elternwissen Nr. 1 zum Thema Konsum ist völlig überarbeitet und neu herausgegeben worden. Es gibt Eltern hilfreiche Tipps und Informationen zum Umgang mit Taschengeld, zur Konsumerziehung und zu Möglichkeiten, über das eigene Kaufverhalten nachzudenken.

Wir alle kaufen ein – mal mehr, mal weniger, mal günstiger, mal teurer. Konsum gehört zu unserem Leben: Laut Statistischem Bundesamt entfallen in Deutschland durchschnittlich etwa drei Viertel des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens auf Konsum. Das Statistische Jahrbuch beziffert die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2012 mit durchschnittlich 2.310 Euro monatlich. Dies schließt die Befriedigung unmittelbarer Bedürfnisse nach Essen und Trinken, Kleidung, Körperpflege, eines beheizten, möblierten Zuhauses genauso ein, wie die Erfüllung so manchen Wunsches.

Mehr dazu lesen: Heft "Elternwissen" zum Thema Konsum neu überarbeitet


2015 - 03/02

Mit Generationengerechtigkeit nichts zu tun

Während die Koalition bei den Familien knausert, zeigt sie sich bei den Älteren überaus spendabel. So wurde im vergangenen Jahr ein riesiges Rentenpaket geschnürt, das die Beitragszahler allein bis 2030 rund 160 Milliarden Euro kosten wird. Auch der Bundeshaushalt, der rund ein Drittel der Rentenausgaben trägt, wird durch die Mütterrente und die Rente mit 63 nachhaltig belastet. In der Pflegeversicherung steigert die Regierung die Ausgaben mit einem Schlag um satte 25 Prozent. Das ist der höchste Anstieg, den es je in einer bundesdeutschen Sozialversicherung gegeben hat. Für Familien sind die Sozialabgaben eine weitaus größere Belastung als die Steuern. Die jetzt angekündigte kleine steuerliche Entlastung gleicht bei Weitem nicht aus, was die steigenden Beiträge vom Einkommen abknabbern. .... Die schwarz-rote Regierung hat in den vergangenen eineinhalb Jahren unmissverständlich klargemacht, welche Altersgruppe ihr besonders am Herzen liegt – die Kinder sind es nicht. Die Volksparteien sind nicht zuletzt aufgrund ihrer überalterten Mitgliederstruktur stark auf Rentner ausgerichtet. Die langfristigen Kosten dieser Politik werden für die heutigen Kinder immens sein. Schäubles Widerstand gegen eine stärkere steuerliche Entlastung der Familien wäre akzeptabel, wenn die Koalitionäre nicht zuvor die Sozialkassen geplündert und hohe Schecks auf die Zukunft ausgestellt hätten. Mit Generationengerechtigkeit hat diese Politik nichts zu tun.

Dorothea Siems, Die WELT vom 26.3.2015, Rentnerparteien-lassen-die-Familien-bluten.html

Verbände kritisieren „Familienpaket“ des Bundesfinanzministeriums

Der vom Bundesfinanzministerium am 6. März 2015 vorgelegte Gesetzentwurf zur Erhöhung von Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag ist vollkommen unzureichend. Es gäbe jetzt die Chance, die Vorschläge durch die Beteiligung der zuständigen Bundesfamilienministerin sowie der Verbände zu verbessern.
Wir fordern bedarfsgerechte Leistungen für Familien als eine Investition in die Zukunft. Die geplante Erhöhung des Kindergeldes um vier und im nächsten Jahr um zwei Euro bleibt deutlich hinter den Versprechungen der Regierungsparteien zurück. Dagegen ist die geplante Erhöhung des Kinderzuschlages für Geringverdienende gut und richtig, sie muss allerdings sofort und nicht erst Mitte kommenden Jahres erfolgen.

Besonders enttäuschend und völlig inakzeptabel: Alleinerziehende, und das sind zu 90 Prozent Frauen, bleiben außen vor – trotz der Ankündigungen im Koalitionsvertrag, den Entlastungsbetrag anzuheben und nach Kinderzahl zu staffeln. Wir verlangen eine deutliche Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende!

Mehr dazu lesen: Verbände kritisieren „Familienpaket“ des Bundesfinanzministeriums

Bertelsmann-Studie: Armut ist Risiko für Entwicklung von Kindern

In Deutschland wachsen mehr als 17 Prozent der unter Dreijährigen in Familien auf, die von staatlicher Grundsicherung leben. Wie wirkt sich das auf die Entwicklung dieser Kinder aus? Eine Analyse von Schuleingangsuntersuchungen im Ruhrgebiet zeigt: Armutsgefährdete Kinder sind schon bei Schuleintritt benachteiligt.
Ein Aufwachsen in Armut beeinträchtigt die Entwicklung von Kindern. Schuleingangsuntersuchungen erkennen bei Kindern, deren Familien von staatlicher Grundsicherung leben, mehr als doppelt so häufig Defizite in der Entwicklung wie bei Kindern, die in gesicherten Einkommensverhältnissen aufwachsen. Das belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Fünf- und Sechsjährigen aus SGB-II-Familien sprechen schlechter Deutsch, können schlechter zählen, leiden öfter unter Konzentrationsmängeln, sind häufiger übergewichtig und verfügen über geringere Koordinationsfähigkeiten.

Mehr dazu lesen: Bertelsmann-Studie: Armut ist Risiko für Entwicklung von Kindern

Heft "Elternwissen" zum Thema Konsum neu überarbeitet

Das Heft Elternwissen Nr. 1 zum Thema Konsum ist völlig überarbeitet und neu herausgegeben worden. Es gibt Eltern hilfreiche Tipps und Informationen zum Umgang mit Taschengeld, zur Konsumerziehung und zu Möglichkeiten, über das eigene Kaufverhalten nachzudenken.

Mehr dazu lesen: Heft "Elternwissen" zum Thema Konsum neu überarbeitet

VAMV und AGIA fordern steuerliche Verbesserung für Alleinerziehende

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) und die katholische Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehende (AGIA) fordern in einem offenen Brief an Bundesfinanzminister Schäuble, den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende deutlich anzuheben. Nach Medienberichten plant Schäuble, die angekündigte Erhöhung doch nicht umzusetzen. Eine Nullrunde ist inakzeptabel, eine Erhöhung ist im Koalitionsvertrag festgelegt.
Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende stagniert seit 2004 bei 1.308 Euro. Im Schnitt haben Alleinerziehende am Jahresende dadurch 350 Euro mehr im Familienbudget, fühlen sich aber gegenüber Ehepaaren mit Splittingeffekt durch die Steuerpolitik benachteiligt, da dieser bis zu 15.000 Euro im Jahr ausmacht, auch ohne Kinder.
„Die Regierung steht hier im Wort, ihr Verspechen zu halten, das sie im Koalitionsvertrag gegeben hat", fordert Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV. „Alleinerziehende wünschen sich, nicht länger mit der Steuerklasse II quasi als Singles besteuert und damit zur Familie zweiter Klasse degradiert zu werden. Sie sind Familien mit Kindern und stehen als solche unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes." VAMV und AGIA fordern eine deutliche Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende, die eine spürbare steuerliche Entlastung und finanzielle Verbesserungen für Einelternfamilien mit sich bringt!
Offener Brief des VAMV und der AGIA an Bundesfinanzminister Schäuble unter www.vamv.de


2015 - 03/01

EAF: Schäubles Familienpaket völlig unzureichend - kaum Unterstützung für arme Familien

Berlin, 5.3.2015. Finanzminister Schäuble plant, das Kindergeld bis Ende 2016 in zwei Stufen um insgesamt sechs Euro und den Kinderzuschlag für geringverdienende Eltern ab Mitte 2016 um 20 Euro zu erhöhen. Eine Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende ist hingegen nicht vorgesehen.

Was wie Wohltaten für Familien aussieht, ist schlicht verfassungsrechtlich vorgegeben! Wenn der vom Finanzministerium regelmäßig vorzulegende Existenzminimumbericht feststellt, dass das Existenzminimum erhöht werden muss, so sind dementsprechend die steuerlichen Kinderfreibeträge anzuheben. Davon profitieren allerdings nur besser verdienende Eltern. Eltern mit durchschnittlichen oder niedrigen Einkommen beziehen Kindergeld, das zwar parallel ebenfalls anzuheben ist, aber auf die Höhe der Grundsicherung angerechnet wird. So verpufft seine Wirkung vielfach. Kindergeld ist jedoch keine reine Sozialleistung, sondern in Teilen ein verfassungsrechtlich gebotenes Äquivalent zur Freistellung des Existenzminimums von der Steuer.

Mehr dazu lesen: EAF: Schäubles Familienpaket völlig unzureichend - kaum Unterstützung für arme Familien

Armutsbericht 2014 des PARITÄTISCHEN: Die zerklüftete Republik

Der Armutsbericht des PARITÄTISCHEN ist in diesem Jahr etwas später erschienen – und hat auch bereits große Resonanz in den Medien erzielt. Gleichwohl tut diese Verzögerung der Brisanz der Erkenntnisse keinen Abbruch. Die Armut in Deutschland hat nicht nur ein neuerliches trauriges Rekordhoch erreicht, auch ist Deutschland dabei, regional regelrecht auseinander zu fallen. Zwischen dem Bodensee und Bremerhaven, zwischen dem Ruhrgebiet und dem Schwarzwald ist Deutschland, was seinen Wohlstand und seine Armut anbelangt, mittlerweile ein tief zerklüftetes Land.

Die wichtigsten Befunde im Überblick:
- Die Armut in Deutschland hat mit einer Armutsquote von 15,5 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht und umfasst rund 12,5 Millionen Menschen.

Mehr dazu lesen: Armutsbericht 2014 des PARITÄTISCHEN: Die zerklüftete Republik

43 Prozent der Alleinerziehenden von Armut bedroht

Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Obwohl die Wirtschaft boomt, ist die Armut in Deutschland auf einem historischen Höchststand. Mit am stärksten sind Alleinerziehende betroffen; ihr Armutsrisiko liegt bei 43 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Armutsbericht.

„Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit so tief wie heute. Deutschland ist armutspolitisch eine tief zerklüftete Republik", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Die Armut sei in Deutschland innerhalb nur eines Jahres von 15,0 Prozent (2012) auf 15,5 Prozent (2013) gestiegen. Aktuell sind 12,5 Millionen Menschen von Armut betroffen – besonders hoch ist die Quote in Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Höchste Armutszuwächse bei RentnerInnen.Neben Alleinerziehenden und Erwerbslosen weist der Verband im Besonderen auf die Situation von RentnerInnen hin: „Es gibt keine andere Gruppe in Deutschland, die in den letzten Jahren auch nur annähernd vergleichbar hohe Armutszuwächse hatte. Wir haben es hier mit einem armutspolitischen Erdrutsch zu tun", so Schneider. Seit 2006 sei die Armut in dieser Gruppe um 48 Prozent gestiegen.

PWV: Sozialstaat muss politisch handeln
Wenn in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums die Einkommensungleichheit nicht verringert werde, sondern ansteige, dann sei in einem Sozialstaat politisches Handeln notwendig, so der Verband. Er fordert ein umfassendes Maßnahmenbündel – von der Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze über Reformen des Familienlastenausgleichs bis hin zur Altersgrundsicherung. Finanziert werden soll das Paket durch einen „rigorosen steuerpolitischen Kurswechsel", der große Vermögen und Einkommen stärker als bisher zur Finanzierung des Sozialstaats heranzieht.

Mehr Zeit für ein gutes Leben Arbeitszeitverkürzung weiterdenken

Kürzere Arbeitszeiten, humane Arbeitsbedingungen, bessere Löhne: Diese Forderungen prägten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kämpfe von Industriearbeiterinnen, auf die der 8. März als weltweiter Aktionstag von Frauen zurückgeht. In dieser Tradition stellen sich die Fragen nach einem gut ausbalancierten Leben heute für Frauen und Männer gleichermaßen. Der Deutsche Frauenrat und das Bundesforum Männer nehmen den Internationalen Frauentag 2015 zum Anlass, das Thema Arbeitszeitverkürzung erneut in die politische Debatte einzubringen.

„Die Zeit für eine solche Debatte ist mehr als reif; die ‚kurze Vollzeit' bis zu 30 Stunden pro Woche scheint als Lösung für viele Probleme

Mehr dazu lesen: Mehr Zeit für ein gutes Leben Arbeitszeitverkürzung weiterdenken

Statistik BW: Heiraten? Ja, später!

Rund 48 400 Paare in Baden‑Württemberg gaben sich 2013 das »Jawort« – annähernd jede sechste Ehe wurde zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen. 48 426 Paare haben im Jahr 2013 in Baden‑Württemberg geheiratet. Damit lag die Zahl der Eheschließungen auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Gegenüber dem Beginn der 1990er-Jahre sind die Heiratszahlen allerdings um etwa ein Fünftel zurückgegangen. Damals gaben sich noch jährlich etwa 60 000 Paare das »Jawort«.

Brautpaare sind immer älter. Im Jahr 2013 waren die Männer bei der ersten Eheschließung im Schnitt 33,2 Jahre und die Frauen 30,5 Jahre alt. Damit ist das Durchschnittsalter, in dem ledige Männer und Frauen vor den Standesbeamten treten, in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Noch Mitte der 1980er-Jahre lag das durchschnittliche Heiratsalter annähernd 6 Jahre niedriger. Dieser Trend hin zu einer späteren Heirat dürfte unter anderem auf die im Schnitt gestiegene Ausbildungsdauer zurückzuführen sein, aber auch darauf, dass immer mehr Partner – im Gegensatz zu früher – zunächst in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben. Allerdings gab es auch im Jahr 2013 Paare, die sehr jung geheiratet haben: Bei immerhin 31 Eheschließungen waren sowohl der Mann als auch die Frau jünger als 20 Jahre alt.

Ganzer Text der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 5.3.2015.

Soziale Herkunft beinflusst Gesundheit von Kindern

Bei Kindern aus sozial schwachen Familien sei Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen stärker verbreitet als beim Nachwuchs in der Mittel- und Oberschicht, berichtete Thomas Lampert vom RKI anlässlich des Kongresses «Armut und Gesundheit» (4. bis 6. März) in Berlin.
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Auch das Risiko für psychische Auffälligkeiten wie Angststörungen, Depressionen oder Hyperaktivität liege höher, wenn Kinder in Familien mit einem niedrigen Sozialstatus aufwüchsen. Die Zahlen für die neue Auswertung stammen aus der RKI-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Kiggs), an der zwischen 2009 und 2012 mehr als 12 000 Mädchen und Jungen bis 17 Jahre teilnahmen.

Das soziale Milieu wirkt sich gravierend auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus. Das geht aus einer neuen Broschüre des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Insgesamt haben demnach rund elf Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einem niedrigen Sozialstatus einen nur mittelmäßigen oder schlechten allgemeinen Gesundheitszustand. Bei Gleichaltrigen aus der Mittelschicht sind es sechs Prozent. Bei wohlhabenden und gut gebildeten Familien liegt die Quote bei drei Prozent.Im Vergleich zu früheren Untersuchungen hätten die gesundheitlichen Folgen sozialer Ungleichheit damit nicht abgenommen, ergänzte Lampert. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachse aber gesund auf, betonte er.

Chronische Krankheiten wie Diabetes oder Herzinfarkte kämen jedoch in sozial schwachen Familien um den Faktor zwei bis drei häufiger vor als in der Mittel- und Oberschicht. Die gesamte Lebenserwartung sinke bei niedrigem Sozialstatus durchschnittlich um acht bis elf Jahre.

In Deutschland leben nach der jüngsten Analyse des Paritätischen Gesamtverbands rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche mit einem Armutsrisiko: Sie wachsen in Familien auf, die von weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens leben. Damit ist nach Angaben des Verbandes bundesweit fast ein Fünftel aller Heranwachsenden bis 18 Jahre von Armut bedroht.

Mit einem geplanten Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention sollen mehr Menschen in allen Gesellschaftsschichten erreicht werden. In Kitas, Schulen und Betrieben könnten damit zum Beispiel mehr Programme für Sport, gesunde Ernährung oder Stressbewältigung aufgelegt werden. Bisher stehen dafür nach Angaben des Paritätischen Gesamtverbands rund 200 Millionen Euro pro Jahr aus den Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung bereit. Künftig seien es fast 500 Millionen Euro pro Jahr.

Internationaler Frauentag 2015 „Stell’ dir vor, die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auf der ganzen Welt Wirklichkeit”

Zur Landtagswahl 2016 - Landesfrauenrat nimmt Parteien unter BeobachtungAm Internationalen Frauentag erinnert der Landesfrauenrat an die Millionen von Frauen und Mädchen weltweit, die struktureller und unmittelbarer Männergewalt ausgesetzt werden, deren Lebensumstände lebensbedrohlich sind, die verschleppt, vergewaltigt und ermordet werden.

Die Erste Vorsitzende Manuela Rukavina: „Uns erschrecken und erschüttern zutiefst die Meldungen aus den Kriegs- und Krisengebieten, in denen fanatisierte Männer - auch aus europäischen Gesellschaften - einen Vernichtungswillen gegen Frauen ausleben. Es ist ein Gebot der Humanität, dass eine sich dem höchsten Gut - den Menschenrechten - verpflichtete Gesellschaft den Opfern der Gewalt Zuflucht und Hilfe bietet, wenn sie in ihren Herkunftsländern keinen Schutz finden. Deshalb begrüßen wir alle Schritte der Landesregierung, in Baden-Württemberg eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu entwickeln. Insbesondere weiblichen Flüchtlingen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, müssen wir die dringend benötigte Hilfe zukommen lassen."

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Bundestag beschließt Einführung der Frauenquote in der Privatwirtschaft

Deutscher Juristinnenbund: Der heutige Beschluss des Bundestages zur Einführung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Frauen in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft. Er ist vor allem dem Willen und Durchhaltevermögen der Frauen zu verdanken - nach mühsamen Diskussionen, erbitterten Widerständen und zähen Verhandlungen. Wie einschneidend diese Zäsur für unsere Gesellschaft sein wird, hängt in erster Linie von einer glaubhaften und engagierten Unterstützung der Unternehmensleitungen ab und davon, ob diese einen nachhaltigen Wandel der Unternehmenskultur bewirken.

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Keine Werbung für die Pille danach

Berlin: (hib/PK) Die künftig rezeptfreie „Pille danach" soll für junge Frauen weiter kostenlos verfügbar sein und nicht kommerziell beworben werden dürfen. Der Gesundheitsausschuss des Bundestages billigte am Mittwoch einstimmig einen entsprechenden Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD zu einem Gesetzentwurf (18/3699) der Bundesregierung, in dem unter anderem Regelungen zur Notfallverhütung enthalten sind. Federführend zuständig für den Gesetzentwurf ist nicht der Gesundheitsausschuss, sondern der Ausschuss für Arbeit und Soziales.

Die EU-Kommission hatte am 7. Januar 2015 das Notfallverhütungsmittel mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (Handelsname „ellaOne") aus der Rezeptpflicht entlassen. Daraufhin entschied die Bundesregierung, auch die „Pille danach" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG - Handelsname „PiDaNa") künftig rezeptfrei abzugeben. Eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung wurde bereits auf den Weg gebracht. Voraussichtlich Anfang März werden die Mittel frei verfügbar sein.

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2015 - 02/02

FamilienForschung: Neuer Report »Väter« erschienen

Die FamilienForschung Baden‑Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden‑Württemberg zum Thema Väter veröffentlicht. Der Report wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes im Auftrag des Sozialministeriums erstellt und erscheint quartalsweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Rund 941 000 Väter in Baden‑Württemberg lebten 2013 in Baden‑Württemberg mit ihren minderjährigen Kindern zusammen. Die meisten Männer wünschen sich eine Familie – allerdings zumeist nur in einer verbindlichen Partnerschaft, mit einem ausreichenden Einkommen und einem gesicherten Arbeitsplatz. Trotz des Anstiegs der Befürwortung gleichberechtiger Rollenmodelle sehen Männer ihre Aufgabe weiterhin in der materiellen Absicherung der Familie. In allen Bereichen mit ihrer Partnerin gleichgestellt leben rund 9% der Väter. Ein gutes Drittel hat sich dagegen für eine traditionelle Rollenverteilung in der Familie entschieden. Der Report hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Vätern zum Schwerpunkt. In der Regel arbeiten Väter Vollzeit, im Durchschnitt mit einer höheren Wochenstundenzahl als kinderlose Männer. Die häufigste Erwerbskonstellation in Paarfamilien ist eine Vollzeiterwerbstätigkeit des Vaters und eine Teilzeittätigkeit der Mutter. Fast zwei Drittel der Väter sind mit ihrer Vereinbarkeit von Beruf und Familie unzufrieden. Sie wünschen sich zumeist eine Verringerung ihrer Arbeitszeit oder eine Flexibilisierung von Arbeitszeit oder Arbeitsort.

Weitere Informationen auf der Seite der FamilienForschung BW http://www.fafo-bw.de/BevoelkGebiet/FaFo/

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Traditionelle Erwerbs- und Arbeitszeitmuster sind nach wie vor verbreitet

Das Institut für Arbeitsmarkt und Beschäftigung (IAB) hat in seinem jüngsten Kurzbericht (4/2015) die Arbeitszeitmuster von Frauen und Männern analysiert.

Die Befunde in Kürze:

Der Anteil der Frauen an den Beschäftigten ist seit 1991 um 5,0 Prozentpunkte gestiegen. Damit war 2014 fast die Hälfte aller Beschäftigten weiblich. Ihr Anteil am Arbeitsvolumen nahm um 3,4 Prozentpunkte zu und lag 2014 bei knapp 41 Prozent. Dabei konzentrierte sich der Anstieg auf Teilzeitarbeit einschließlich der geringfügigen Beschäftigung.
„
Die Zahl der beschäftigten Frauen stieg insgesamt um 21 Prozent, das von ihnen geleistete Arbeitsvolumen um 4 Prozent. Ein etwas höheres Arbeitsvolumen wird heute also von deutlich mehr Arbeitnehmerinnen erbracht als früher.
„
Vor allem in der Familienphase verfestigen sich die Unterschiede in den Arbeitszeiten und ein Großteil der Paare wählt das „Zuverdienermodell" mit vollzeitbeschäftigtem Mann und teilzeitbeschäftigter Frau.
„
Die Arbeitszeitpräferenzen von Paaren zeigen, dass sich bei einer Realisierung der gewünschten Wochenarbeitszeiten an der Verteilung der partnerschaftlichen Erwerbszeit nur wenig ändern würde.
„
Bessere Kinderbetreuungsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle, aber auch eine finanzielle Förderung von partnerschaftlichen Erwerbsmodellen könnten zu einer ausgewogeneren Aufteilung von Erwerbs- und Familienzeiten von Paaren beitragen.  

Statistik: Betreuungs­quote unter 3-jähriger Kin­der in West­deutsch­land deut­lich gestiegen

WIESBADEN – In den westdeutschen Kreisen und kreisfreien Städten wurden zum Stichtag 1. März 2014 deutlich mehr Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Tagespflege betreut als vor dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab 1 Jahr zum 1. August 2013. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag die Betreuungsquote in einem Drittel der 325 Kreise und kreisfreien Städte in Westdeutschland bei mindestens 30 %. Gegenüber dem Jahr 2013 hat sich die Zahl dieser Kreise nahezu verdoppelt. Dennoch lag die Betreuungsquote in Westdeutschland mit 27,4 % (2013: 24,2 %) deutlich unter der Betreuungsquote in Ostdeutschland mit 52,0 % (2013: 49,8 %). Bei der Zahl der Kinder in Kindertagesbetreuung handelt es sich um tatsächlich zum Stichtag 1. März 2014 betreute Kinder. Nach diesem Stichtag geschaffene oder genehmigte Plätze sind nicht berücksichtigt.

Die bundesweit höchsten Betreuungsquoten für Kinder unter 3 Jahren gab es im brandenburgischen Frankfurt (Oder) mit 63,0 %, gefolgt vom Landkreis Elbe-Elster und vom Landkreis Wittenberg (jeweils 62,8 %). In Westdeutschland wurden die höchsten Werte bei der Betreuung unter 3-Jähriger in der baden-württembergischen Universitätsstadt Heidelberg (46,9 %),

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Grundfreibetrag muss erhöht werden

Berlin: (hib/HLE) Der steuerliche Grundfreibetrag ist in diesem und auch im Jahr 2016 niedriger als das sächliche Existenzminium. Somit muss der Grundfreibetrag erhöht werden. Dies geht aus dem von der Bundesregierung als Unterrichtung (18/3893) vorgelegten Bericht über die Höhe des steuerfrei zu stellenden Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2016 (10. Existenzminimumbericht) hervor.
Für 2015 wird das sächliche Existenzminimum eines Alleinstehenden mit 8.472 Euro angegeben. Der steuerfreie Grundfreibetrag beträgt dagegen nur 8.354 Euro. Für 2016 wird das sächliche Existenzminimum eines Alleinstehenden mit 8.652 Euro angegeben. Das sächliche Existenzminimum eines Kindes beträgt nach Angaben der Regierung in diesem Jahr 4.512 und im nächsten Jahr 4.608 Euro. Der steuerliche Freibetrag macht 4.368 Euro aus. Bei Kindern tritt noch ein Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf von 2.640 Euro hinzu.
„Aufgrund der verfassungsrechtlichen Notwendigkeit einer Erhöhung des Freibetrages für das sächliche Existenzminimum eines Erwachsenen (Grundfreibetrag) und eines Kindes (Kinderfreibetrag) wird die Bundesregierung gesetzgeberisch aktiv werden", wird versichert. Die notwendigen Anpassungen in den Familienleistungen würden bis Ende März 2015 in der Bundesregierung abgestimmt.

Anmerkung: Die Erhöhung des steuerlichen Freibetrags muss dann auch zur Erhöhung des Kindergeldes führen.

Kinderarmut in Berlin

Der Berliner Beirat für Familienfragen stellt eine Untersuchung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. vor zu Lebenslagen und Potentialen armer Familien in Berlin.
Kinder-und Familienarmut ist in Berlin kein Randphänomen. Etwa ein Fünftel aller Berlinerinnen und Berliner lebt armutsgefährdet. Je nach Familienform und sozialen Belastungsfaktoren erhöht sich das Risiko, in Armut zu leben, erheblich. Dabei bedeutet Armut nicht nur ein geringes Einkommen, sondern führt in vielen Formen zu Einschränkungen im sozialen, emotionalen, gesundheitlichen und kulturellen Bereich.
Im Auftrag des Berliner Beirats für Familienfragen hat das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. eine Expertise zu „Lebenslagen und Potentiale armer Familien in Berlin" erarbeitet. Zur Erstellung der Expertise wurden berlinweit 32 umfassende Interviews mit armen Familien geführt. Dabei wird deutlich: Einkommensarme Familien sind häufig Mehrfachbelastungen ausgesetzt: Gesundheitliche Einschränkungen, Partnerschaftskonflikte, Überschuldung, schlechte Wohnverhältnisse und/oder Einschränkungen im Freizeitverhalten stehen in einem engen Zusammenhang mit geringem Haushaltseinkommen.
Arme Familien verfügen über Ressourcen in ihrem Bewältigungshandeln: Sie erziehen ihre Kinder zur Sparsamkeit, versuchen sich für den Arbeitsmarkt (weiter) zu qualifizieren, legen Wert auf gute Bildungsangebote und nutzen vertraute soziale Netzwerke in ihrem Wohnumfeld.

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"Elternkonsens“ – Unterstützung bei Trennung und Scheidung

Trennung und Scheidung führen oft zu Streit über das Umgangs- und Sorgerecht für gemeinsame Kinder. Hier setzt der sogenannte „Elternkonsens" an. Die von Baden-Württemberg geförderte Verfahrenspraxis will im Interesse des Kindeswohls tragfähige einvernehmliche Lösungen für Umgang und Sorge ermöglichen. Familienrichterinnen und -richter, die Anwaltschaft, Jugendämter, Beratungsstellen, Verfahrensbeistände und Sachverständige unterstützen gemeinsam Eltern in dem Bemühen um eine schnelle und nachhaltige Konfliktlösung.
Auf Einladung von Justizministerium und Sozialministerium Baden-Württemberg sind am 4. Februar mehr als 380 Fachleute in Stuttgart zum „6. Bundeskongress Elternkonsens" zusammengekommen. Vertreterinnen und Vertreter aller am Familienkonflikt beteiligten Berufsgruppen werden sich fachlich austauschen und neue Impulse für ihre Praxis mitnehmen. Der hochrangig besetzte Kongress ist Auftakt für das Jahr 2015, in dem Baden-Württemberg den Vorsitz der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister der Länder innehat.

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Rezension - "Die überforderte Generation": Keine Zeit für Kinder

Eine Buchbesprechung des Werks von Prof. Hans Bertram "Die überforderte Generation", von Kostas Petropulos:
Eine "gehetzte Generation" hat sie die SPD genannt: die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen. Innerhalb kürzester Zeit sollen sie Berufseinstieg, Partnerfindung und Familiengründung unter einen Hut bringen. Im Kampf gegen den demographischen Wandel – also gegen Kinderschwund, Arbeitskräftemangel und Vergreisung – glaubt die Politik, ein Patentrezept entdeckt zu haben: Mehr Mütter auf den Arbeitsmarkt und mehr Krippen und Ganztagsschulen für den Nachwuchs. Das sollte die Kinder- und Altersarmut sinken und die Geburtenrate steigen lassen.
Diese "modernisierte Familienpolitik" war vom Blick auf das angeblich fortschrittliche Ausland inspiriert - etwa Schweden. Der Berliner Familienforscher Hans Bertram sorgt nun in seinem neuen Buch „Die überforderte Generation" für faktengesättigte Ernüchterung. So zeige sich beim internationalen Vergleich: "dass der Ausbau der Kinderbetreuung nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die geringen Geburtenzahlen und die Kinderlosigkeit haben kann, weil die zunehmende Kinderlosigkeit und die geringeren Geburtenzahlen völlig unabhängig vom staatlichen Ausbau in Finnland, dem privaten Ausbau in den USA oder den Niederlanden eine klare Folge der zunehmenden Integration der Frauen in das Erwerbsleben sind."

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2015 - 02/01

2015 - Was ist neu für Familien?

Der Deutsche Familienverband (Bundesverband) hat in seinem Newsletter die wesentlichen Neuerungen für Familien im Jahr 2015 gut zusammengestellt.

Vom Grundfreibetrag und der damit verbundenen Kindergelderhöhung über Beitragsbemessungsgrenze in de Sozialversicherung, Elterngeld und neuen Gesetzen zur Pflegezeit, erfahren Sie die neuen Regelungen bzw. den Stand der Diskussion.

Spannend wird in diesem Jahr, ob und wann die Steuerfreibeträge für das kindliche Existenzminimum (und damit verbunden die Erhöhung des Kindergeldes) sowie für Alleinerziehende enstprechend dem Existenzminimumbericht der BR angehoben wird. Eigentlich wäre das längst fällig....

Vierzehn Jahre ohne politische Konsequenz: Wir jammern nicht - wir klagen!

(Berlin). Ein 2001 verkündetes, wegweisendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pflegeversicherung bleibt auch nach 14 Jahren ohne politische Konsequenz. Familien werden in den Beiträgen zur Sozialversicherung verfassungswidrig belastet, indem neben ihren Geldbeiträgen der gleichwertige Erziehungsbeitrag noch immer nicht berücksichtigt wird. Um das nicht länger hinzunehmen, starten der Deutsche Familienverband (DFV) und der Familienbund der Katholiken (FDK) die gemeinsame Kampagne „Wir jammern nicht – wir klagen!". Die beiden größten Familienverbände Deutschlands setzen sich auf diesem Weg aktiv für eine verfassungstreue Beitragsgestaltung in den Sozialversicherungen ein.

„Familien zahlen doppelt in die Gesetzliche Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung ein – generativ durch die Erziehung ihrer Kinder und finanziell durch Geldbeiträge. Das werden wir nicht länger hinnehmen!", betont FDK-Präsident Stefan Becker. „Mit unserer Kampagne machen wir mobil gegen politische Ignoranz und verhelfen Familien zu mehr Gerechtigkeit!." DFV-Präsident Dr. Klaus Zeh kritisiert: „Es ist dringend erforderlich, Familien – wie im Steuerrecht – auch in den Beiträgen zur Sozialversicherung zu entlasten. Steuerentlastungen allein schaffen keine Familiengerechtigkeit. Eine verfassungsgemäße Neuregelung setzt Kinderfreibeträge in der Beitragsgestaltung voraus."

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Alleinerziehende: Kindergelderhöhung kein Weg aus der Armutsfalle – Steuerklasse II endlich anheben!

Berlin, 28. Januar 2015. Die Hälfte der Kinder in Armut lebt bei Allein­erziehenden. Daran wird die geplante Kindergelderhöhung nichts ändern. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) fordert parallel eine deutliche Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende in der Steuerklasse II. Dieser wurde seit über 10 Jahren nicht erhöht.

„Eine Erhöhung des Kindergeldes geht an Kindern in Hartz IV sowie im Unterhaltsvorschussbezug komplett vorbei, da das Kindergeld ganz angerechnet wird", moniert Schwab. „Einelternfamilien haben mit 42 Prozent das höchste Armutsrisiko aller Familien. Aus gutem Grund hatte die Große Koalition angekündigt, ein Paket zu schnüren und zusammen mit dem Kindergeld die Steuerklasse II zu erhöhen. Hier muss endlich etwas passieren! Ein bloßer Inflationsausgleich nach zwölf Jahren ist allerdings noch keine Verbesserung", betont Schwab. „Für Alleinerziehende wäre es eine herbe Enttäuschung, wenn sie mit Peanuts abgespeist werden."

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Fast jede dritte Familie hat Migrationshintergrund

Die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland sinkt. Der Anteil von Familien mit ausländischen Wurzeln nimmt hingegen zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. In Deutschland hatten im Jahr 2013 gut 2,5 Millionen Familien einen Migrationshintergrund. Das teilte das Statistische Bundesamt über seine "Zahl der Woche" mit und bezog sich dabei auf die Ergebnisse des Mikrozensus "Haushalte und Familien".

Laut der Umfrage aus dem Jahr 2014 habe demnach fast jede dritte Familie der insgesamt 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern ausländische Wurzeln. In diesen 31 Prozent der Familien besitze mindestens ein Elternteil eine ausländische oder habe die deutsche Staatsangehörigkeit durch die Einbürgerung erhalten, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Bei der ersten Abfrage des Migrationsstatus im Mikrozensus im Jahr 2005 lag der Anteil noch mit 2,4 Millionen noch bei rund 27 Prozent. Damit habe sich die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund um 131.000 erhöht.

Gleichzeitig sei die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern gesunken. Während es 2005 noch 8,9 Millionen waren, sei die Zahl nun im Vergleich dazu um 837.000 gesunken. Das bedeutet, dass es insgesamt in Deutschland – unabhängig von der Herkunft der Eltern – immer weniger Familien mit minderjährigen Kindern gibt.

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Familien mit Migrationshintergrund – Besonders Mütter fördern

Berlin, 03. Februar 2015. „Deutschland wird immer bunter und vitaler. Entscheidend dazu beigetragen haben Einwanderinnen und Einwanderer und ihre Familien, die aus den unterschiedlichsten Motiven ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlagert haben", kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die heute vom Statistischen Bundesamt bekannt gegebene Zahl von 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Familien mit Migrationshintergrund. Leider entsprechen viele der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen noch nicht dieser Realität. So müsse es das Ziel einer erfolgreichen Familienpolitik sein, die wirtschaftliche Stabilität von Familien abzusichern. „Besonders Mütter sollten dabei unterstützt werden, ins Berufsleben ein- oder aufzusteigen", findet Döcker und ergänzt: „Die Erwerbsbeteiligung von Müttern fördert in einem ganz wesentlichen Maße die soziale und kulturelle Einbindung. Sie stellt damit für die Kinder ein nicht zu unterschätzendes Rollenvorbild dar."

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DIW-Studie Rekord: Noch nie waren so viele Frauen erwerbstätig

Frauen spielen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine immer wichtigere Rolle. Seit 1995 ist ihre Erwerbsquote um zehn Prozentpunkte gestiegen, die der Männer nur um einen. Das zeigt eine neue Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Noch nie waren in Deutschland so viele Frauen erwerbstätig wie heute. Zwischen 1995 und 2013 stieg die Zahl der Frauen, die einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, von 15 auf 18 Millionen. Besonders kräftig fiel der Anstieg der Erwerbsquote in den vergangenen zehn Jahren aus. Von 2004 bis 2013 betrug er rund acht Prozentpunkte, zwischen 1995 und 2004 hatte das Plus nur bei etwa zwei Prozentpunkten gelegen. Auch die Gesamtzahl der weiblichen Erwerbspersonen – also der Frauen, die entweder schon einen Arbeitsplatz haben oder nach einem suchen – nahm um rund drei Millionen zu: von 16,7 Millionen im Jahr 1995 auf 19,7 Millionen im Jahr 2013. Derweil fiel die Entwicklung bei den Männern viel wechselhafter aus:

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Studie „Nachhaltige Effekte der Elterngeldnutzung durch Väter“

Die von der Forschungsstelle SowiTra vorgelegte und von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie ging der Frage nach, ob und inwiefern die Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten (EGM) durch erwerbstätige Väter nachhaltig gleichstellungspolitische Effekte in Betrieben und Familien anstößt bzw. absichern hilft. Zusammengefasst kommt die Studie (Kurzfassung als pdf s.u.) zu dem Ergebnis, dass langfristige Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf betrieblicher Ebene eine wesentliche Voraussetzung für das nachhaltige Engagement von Vätern in der Kinderbetreuung und Haushalt sind, d.h. eine familienorientierte Gestaltung der Arbeitszeit und Angebote zur vorübergehenden Reduzierung der Arbeitszeitdauern, verbunden mit Vertretungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz.

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LBS-Kinderbarometer: Schule bereitet Kindern den meisten Stress

Berlin (dpa) - Schule ist für Kinder in Deutschland Stressfaktor Nummer eins. Das ergibt sich aus dem "Kinderbarometer" der Bausparkasse LBS, einer bundesweiten Umfrage unter 11 000 Kindern zwischen 9 und 14 Jahren.

"Ein Drittel der Kinder fühlt sich regelmäßig von der Schule gestresst", sagte LBS-Sprecher Christian Schröder zu den Ergebnissen der seit 2007 bundesweit ausgerichteten Studie. Häufigen Druck von Eltern und Freunden empfänden hingegen nur 15 beziehungsweise 6 Prozent als Stressfaktor.

Aus Sicht des Deutschen Kinderschutzbundes ist chronischer Stress ein ernstzunehmendes Problem, das auch die gesundheitliche Entwicklung von Kindern hemmt. "Deshalb sollten Eltern und Lehrer unbedingt Alarmzeichen wie Gereiztheit, Unruhe oder psychosomatische Beschwerden beachten."

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2015 - 01/01

"Familienbildung - Alle gewinnen" Einladung zur Fachtagung am 9. Juli 2015 in Stuttgart

Das beim Landesfamilienrat Baden-Württemberg angesiedelte Netzwerk Familienbildung Baden-Württemberg lädt für Donnerstag den 9.7.2015 zu einer Fachveranstaltung ein. pdfFlyer-Familienbildung_9-7-15.pdf. Bitte notieren Sie sich den Termin und geben ihn ggf. auch weiter.

Bei ihrer zunehmend anspruchsvollen und komplexen Aufgabe brauchen Eltern Orientierung, Vergewisserung, Austausch, Anregungen oder praktische Hilfen. Innerhalb der Familienförderung hat die Eltern- und Familienbildung daher einen besonderen Stellenwert, denn die Erziehungskompetenz von Eltern ist der Dreh- und Angelpunkt für das Aufwachsen von Kindern in Sicherheit und Geborgenheit. Eltern in allen Lebenslagen gut zu unterstützen ist daher eine wichtige Aufgabe der Verantwortungsträger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.
In Baden-Württemberg gibt es bereits eine beeindruckende Vielfalt bei den Angeboten der Familienbildung. Diese erstrecken sich von offenen Angeboten in einem Mütterzentrum über die klassischen Kurse in der Familienbildungsstätte oder Volkshochschule bis zu den Angeboten für ganz besondere Zielgruppen. Allerdings mangelt es noch an verschiedenen Grundlagen, darunter auch Kooperations- und Vernetzungsstrukturen, welche die wesentliche Voraussetzung für die bedarfsgerechte Ausgestaltung und nachhaltige Sicherstellung von Angeboten der Eltern- und Familienbildung sind. Bei dieser Tagung stellen wir den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs vor und fragen danach, welche Schritte zu gehen sind, um Angebote der Familienbildung bedarfsgerecht und flächendeckend allen Familien zur Verfügung zu stellen.

Angesprochen und eingeladen sind Politik und Fachöffentlichkeit, freie und öffentliche Träger, Verbände und Kommunen sowie alle Interessierten.

Ein detailliertes Programm mit weiteren Informationen wird ab März vorliegen.

 

Forsa Studie: Gestresst, aber glücklich?

Caritas Infoservice 03/2015: Eltern heute wollen ihre Sache gut machen - und setzen sich damit unter Druck. Dies zeigt eine im Auftrag der Zeitschrift Eltern durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa Politik- und Sozialforschung GmbH. Befragt wurden 1.006 Mütter und Väter mit Kindern bis 12 Jahren. Thema waren die "Ansprüche ans Elternsein". Herausgefunden werden sollte unter anderem, wie Eltern die Balance zwischen Familie und Beruf halten, welche Ansprüche sie an sich selbst haben und welche Ansprüche andere  an Eltern stellen. Die Ergebnisse wurden am 12. Januar in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Ein Artikel dazu erscheint in der Zeitschrift „Eltern“, Ausgabe 2/2015.

Mehr dazu lesen: Forsa Studie: Gestresst, aber glücklich?

Umfrage: Die klassische Familie bleibt das Ideal

Für 96 Prozent der Deutschen sind Vater, Mutter und Kind konstitutiv

Stuttgart (kath.net/idea) Die klassische Familie aus Vater, Mutter und einem bzw. mehreren Kindern bleibt für die Deutschen das Ideal. 96 Prozent verstehen unter dem Stichwort „Familie" noch immer dieses klassische Zusammenleben. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid (München) für das Magazin Reader's Digest (Stuttgart) ergeben. Allerdings ist die Definition dessen, was Familie ist, in Bewegung. So gaben 83 Prozent an, auch eine Mutter mit einem oder mehreren Kindern sei für sie eine Familie; 80 Prozent sehen dies auch so, wenn nur der Vater den Nachwuchs aufzieht. Gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder haben, werden von zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) als Familie bezeichnet. Trotz der Aufweichung des einst klassischen Familienbildes gibt es in der Bewertung aber eine klare Grenze: Sechs von zehn Befragten (58 Prozent) gaben an, Paare ohne Kinder würden die Bezeichnung Familie nicht verdienen.

Kinder und Medien: neue Ausgabe „Frühe Kindheit“ erschienen

Zu dem Themenschwerpunkt „Zwischen Bilderbuch und Touchscreen – Kinder und Medien" ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit" erschienen, die die gleichnamige Jahrestagung 2014 der Deutschen Liga für das Kind dokumentiert. Das Heft enthält Beiträge u. a. von Malu Dreyer („Grußwort per Videobotschaft"), Stefan Aufenanger („Digitale Medien im Leben von Kindern und Herausforderungen für Erziehung und Bildung"), Ulrike Wagner („Medienkinder von Geburt an: Medienaneignung und Medienkompetenz im ersten Lebensjahrzehnt"), Birgit Hock („Hört mal her! Hört richtig hin! Das Projekt Ohrenspitzer"), Maren Risch („Tablets für die Jüngsten? Medienbildung in der Kita"), Simone C. Ehmig („Mehr als Kuscheln und schöne Geschichten: Zur Rolle des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern"), Ingrid Paus-Hasebrink („Medienso zialisation in sozial benachteiligten Familien: Das Beispiel jüngere Kinder"), Gudrun Marci-Boehncke („Nur wenn ich beim Papa bin, darf ich Computer" – Medienbildung als gemeinsame Verantwortung für Kita und Familie"), sowie ein Interview mit Friedemann Schindler, Sozialpädagoge, Mediendesigner und Leiter jugendschutz.net in Mainz („Im Internet stoßen rechtliche Regelungen an ihre Grenzen, Schutz von Kindern braucht eine Kultur gemeinsamer Verantwortung").
Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.
Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin
Tel.: 030-28 59 99 70, Fax: 030-28 59 99 71
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fruehe-kindheit-online.de

Familienpolitik: Kommunen können mithelfen

Die Betreuungszeiten in Kita und Schule, die Öffnungszeiten der Geschäfte oder die Abfahrtszeiten von Bus und Bahn – sie alle haben einen großen Einfluss darauf, ob der Familienalltag rundläuft. Vor allem aber machen familienfreundliche Zeitstrukturen es Müttern und Vätern leichter, in gewünschtem Umfang erwerbstätig zu sein. Die Kommunen können hier wichtige Unterstützung bieten.

Zum Artikel aus dem IWD-aktuell vom 08.01.2015: http://www.iwkoeln.de/de/infodienste/iwd/archiv/beitrag/familienpolitik-kommunen-koennen-mithelfen-203746

pdfFamilienpolitik.Kommunen-koennen_-mithelfen.pdf

DRV: Rentenbeitrag sinkt, Beitrag zur Pflegeversicherung steigt

Gute Nachricht für Rentenbeitragszahler: Zum 1. Januar 2015 sinkt der Beitragssatz zur Rentenversicherung um 0,2 Prozent auf 18,7 Prozent. Je die Hälfte davon tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein Beschäftigter mit Durchschnittseinkommen von monatlich 2917 brutto hat dadurch rund drei Euro mehr im Geldbeutel. Viele Rentnerinnen und Rentner werden dagegen im nächsten Jahr geringfügig weniger Rente ausbezahlt bekommen. Grund seien die höheren Beitragssätze zur Pflegeversicherung ab Januar, so die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg. Die Rentenversicherung informiert die betroffenen Kunden in der Regel auf dem Kontoauszug ihrer Bank über die neue Rentenhöhe. Dieses vereinfachte Verfahren ist gesetzlich vorgesehen und hilft, Portokosten zu reduzieren.

Ab 1. Januar 2015 steigt der Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung um 0,3 Prozent. Für Rentnerinnen oder Rentner, die ihre Elterneigenschaft nachgewiesen haben oder vor 1940 geboren wurden, steigt der Beitragssatz auf 2,35 Prozent, für alle anderen in der Regel auf 2,6 Prozent. Beispiel: Bei einer Monatsrente von 1000 Euro werden ab 2015 drei Euro mehr als bisher für die Pflegeversicherung einbehalten.

Wer Fragen hat, kann sich in allen Auskunfts- und Beratungsstellen der DRV Baden-Württemberg in den Regionalzentren und Außenstellen im ganzen Land persönlich informieren, ebenso über das kostenlose Servicetelefon unter 0800 100048024 sowie im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-bw.de. Die DRV berät zu allen Themen rund um Altersvorsorge, Rente und Rehabilitation – kompetent, neutral und kostenlos.


2015 - 09/02

Keine Beitragsentlastung für Eltern in der Sozialversicherung wegen ihres Aufwandes für Kinderbetreuung und Kindererziehung

Das Bundessozialgericht hat heute (30.09.2015) in einem Musterverfahren entschieden, dass Eltern nicht beanspruchen können, wegen des Aufwandes für die Betreuung und Erziehung von Kindern weniger Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie zur sozialen Pflegeversicherung zahlen zu müssen. Geklagt hatte ein Ehepaar mit drei Kindern. Die Kläger forderten, Beiträge nur in der Höhe der Hälfte der jetzigen "Bemessung" (bzw unter Abzug von 833 Euro je Kind und Monat oder eines Betrages in Höhe des steuerlichen Existenzminimums) zahlen zu müssen. Damit sind die Kläger in allen Instanzen erfolglos geblieben.

Der 12. Senat des Bundessozialgerichts hat in seinem heute verkündeten Urteil ausgeführt, dass die der Beitragsbemessung zugrunde liegenden gesetzlichen Regelungen rechtmäßig angewandt wurden und nicht gegen das Grundgesetz verstoßen. Eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht schied damit aus.

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Was bedeutet der demografische Wandel für den Wohlstand aller Generationen?

Einladung zum Online-Dialog auf dem Demografieportal!

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat zeitgleich mit dem Strategiekongress Demografie den Online-Dialog „Demografischer Wandel – Wohlstand für alle Generationen?“ am 22. September 2015 auf dem Demografieportal des Bundes und der Länder gestartet. Die Themen und Ergebnisse des Kongresses können hier weiter diskutiert werden. Auf folgende Fragen sollen im Dialog Antworten gefunden werden.

• Wie können wir den Zusammenhalt aller Generationen gestalten?
• Wie können hohe Beschäftigung und solide Finanzen zur Sicherung des Wohlstands beitragen?
• Wie kann Lebensqualität in Stadt und Land gefördert werden?

Der Online-Dialog ist Teil des Dialogprozesses zur Demografiestrategie der Bundesregierung. Die Ergebnisse fließen in den begleitenden Arbeitsgruppenprozess ein. Bringen Sie Ihre Meinung ein und reden Sie bis zum 15. November 2015 mit!

Link zum Online-Dialog: www.demografie-portal.de

Neue Statistik: 2014 wurden 813 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften geschlossen

Im Jahr 2014 gingen in Baden‑Württemberg 813 Paare eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ein. Zum Vergleich: Damit wurde im vergangenen Jahr 61mal häufiger geheiratet (50 752 Heiraten) als eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft geschlossen. Ende 2014 gab es insgesamt rund 5 100 Paare im Südwesten, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebten. Diese Zahlen stellte das Statistische Landesamt nach Auswertungen aufgrund des neuen Bevölkerungsstatistikgesetzes für Baden‑Württemberg vor, das Anfang 2014 offiziell in Kraft getreten ist.

Lebenspartnerschaften wurden im vergangenen Jahr etwas häufiger von Männern als von Frauen eingegangen, nämlich in 52 Prozent der Fälle. Die gleichgeschlechtlichen Paare waren dabei beim »Ja-Wort« mit im Schnitt 40 Jahren deutlich älter als Ehepaare bei der Hochzeit (35 Jahre). In knapp 80 Prozent der geschlossenen Lebenspartnerschaften hatten beide Partner eine deutsche Staatsangehörigkeit. Bei zwischen Deutschen und Ausländern geschlossenen Partnerschaften waren solche mit einer italienischen, einer US-amerikanischen sowie einer schweizerischen Staatsangehörigkeit noch am häufigsten. Bei 599 und damit rund drei Viertel der geschlossenen Lebenspartnerschaften waren beide Partner ledig. Relativ häufig waren aber auch Partnerschaften, bei denen mindestens eine der Partnerin bzw. einer der Partner geschieden war – bei jeder 5. Partnerschaft war dies der Fall. Deutliches »Stadt-Land-Gefälle« bei Zahl der Partnerschaften im Südwesten

Zur Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 24.09.2015

EAF Bund: Jeder dritte Flüchtling ist ein Kind.

Die meisten dieser Kinder werden auf Dauer in Deutschland aufwachsen. Die eaf sieht darin eine große familienpolitische Verantwortung. Die besondere Aufmerksamkeit gegenüber Kindern mit ihren Familien, gegenüber alleinerziehenden Elternteilen mit ihren Kindern und gegenüber der stark steigenden Zahl unbegleiteter Minderjähriger war das Anliegen der eaf auf ihrer Fachtagung „Flüchtlinge – auch eine familienpolitische Herausforderung!“.
Jedes einzelne Kind hat den rechtlich verbürgten Anspruch auf besonderen Schutz, auf Förderung, auf Entwicklung und Entfaltung, auf Bildung und Lebensperspektive UN-Kinderrechtekonvention und Kinder- und Jugendhilfegesetz). Deshalb müssen Flüchtlingskinder als Kinder und Flüchtlingsfamilien als Familien wahrgenommen und in ihrer Selbstbestimmung gefördert werden.

Kinder haben eigene Rechte. Sie müssen deshalb auch individuell mit ihren eigenen Bedürfnissen beteiligt werden. Zugleich hat die Sorge um die Einheit der Familie zentrale Bedeutung. Familie ist die wichtigste Bedingung für das gelingende Aufwachsen der Kinder. Alles was jetzt an notwendiger öffentlicher Unterstützung und Förderung versäumt wird, bedeutet nicht nur, dass die Wahrnehmung elementarer individueller Rechte vorenthalten bleibt, sondern zugleich eine Potenzierung von Fehlentwicklungen mit hohen Folgekosten für die Gesellschaft.

Ganze Pressemitteilung vom 18.09.2015: pdf150918_Flüchtlingsfamilien.pdf

Studie; Familienbild im Wandel – Lebensentwürfe zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Eine Studie des Fritz-Erler-Forums zur Situation von Familien in Baden-Württemberg, veröffentlicht am 18. September 2015

Familie ist, wo Kinder sind: Auf diese Formel lässt sich das Familienbild der meisten Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs bringen. Die große Mehrheit akzeptiert auch alleinerziehende Mütter und Väter sowie gleichgeschlechtliche Elternpaare als Familien. Das zeigt eine repräsentative Befragung, die das Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg (Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung) herausgebracht hat. In seinem Auftrag hatte das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos zwischen Mai und Juli 2015 insgesamt 804 erwachsene Baden-Württemberger_innen nach ihren Einstellungen zu Familie und Beruf befragt, nach ihren Erwerbs- und Kinderbetreuungsmodellen, ihrer Zufriedenheit damit sowie ihren Bedürfnissen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die meisten Frauen und Männer wünschen sich der Studie zufolge eine gleichmäßige Aufteilung der Familien- und Hausarbeit. Doch lässt sich dieser Wunsch häufig nicht in die Lebenswirklichkeit übertragen: Sobald Kinder kommen, setzt eine Re-Traditionalisierung der Rollen ein – das Modell des Vollzeit berufstätigen Vaters und der Teilzeit erwerbstätigen Mutter ist nach wie vor das häufigste Familienmodell im Südwesten.

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Buchtipp: Dem Glück ein Stück entgegengehen. Bindung - das Tor zur Freiheit

"Ohne Nestwärme kein freier Flug", so die zentrale These, die hinter dem eindrucksvollen Buch von Cristina Candel und Jo Frühwirth steht. Der Mensch ist ein zutiefst soziales Wesen und ist zeitlebens, ganz besonders aber am Anfang, d.h. in der frühen Kindheit, auf Bindungen angewiesen. Gerade deshalb ist die Frage nach der Qualität der Bindung eine ganz existenzielle Frage. Die sichere Bindung ist das zentrale Fundament für das gelingende Aufwachsen von Kindern, die Basis für die Fähigkeit zu lernen. Was, wenn die Bindung nicht gelingt?

Die Autoren gehen der Frage nach, unter welchen Bedingungen sich Bindungen entwickeln (können) und welche individuellen Faktoren aber auch gesellschaftliche Trends das Bindungsgeschehen zwischen Eltern und Kind beeinflussen. Verschiedene Beispiele von Eltern-Kind-Interaktionen werden beleuchtet, nach Entstehungsursachen (verfahrener oder eingefrorener Beziehungen) geforscht und Angebote zur Lösung gemacht. Dabei geht es nach der Bewusstmachung weniger um Verbalisieren, sondern um Zuwendung über Körperkontakt und Halten.

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Ausstellung: Verwahrlost und gefährdet?

Fast 800 000 Menschen sind in der Bundesrepublik bis Mitte der 70er Jahre in Heimen aufgewachsen; nicht immer aber doch häufig menschenunwürdig. Eine Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg zeigt den Alltag in den Kinderheimen des Landes: Fotos, Speisepläne, Briefe. Die psychische und körperliche Gewalt, die vielfach an der Tagesordnung stand, wird ebenso thematisiert wie die oft nur kurzen Momente des Glücks. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Wanderausstellung, die nach dem Auftakt in Stuttgart leider nur an etwas versteckten Orten zu sehen sein wird. Das lange vergessene und bis heute oft verdrängte Thema hätte Besseres verdient.

Vom 24. September bis 30.Oktober im Hauptstaatsarchiv Stuttgart in der Konrad-Adenauer-Str. 4. Öffnungszeiten: 8.30 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag geschlossen.

Anmerkung: Dazu auch die Informationen und Hilfeangebote des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales, u.a. für ehemalige Heimkinder: http://www.kvjs.de/jugend/informationen-fuer-ehemalige-heimkinder.html

 

 

OECD: International Migration Outlook 2015

Der aktuelle Strom von Flüchtlingen stellt die OECD-Länder vor massive Herausforderungen: Bis Ende des Jahres wird in Europa voraussichtlich mehr als eine Million Menschen Asyl beantragen – allein Deutschland erwartet 800.000 Anträge. Etwa 40 Prozent der Antragssteller werden Schätzungen zufolge ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in einem der OECD-Länder erhalten – das sind mehr als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Der aktuelle „International Migration Outlook“ vermittelt einen allgemeinen Überblick über die jüngsten Trends bei Wanderungsbewegungen in den bzw. aus dem OECD-Raum. Er beleuchtet die Beschäftigungssituation von Migranten und widmet sich in der aktuellen Ausgabe speziell der Ein- und Auswanderung von Menschen mit Gesundheitsberufen.

Direktzugang zur Online-Ausgabe:
www.oecd-ilibrary.org/social-issues-migration-health/international-migration-outlook-2015_migr_outlook-2015-en


2015 - 10/01

Kinderarmut und Familienpolitik in Deutschland – neues Diskussionspapier der AGJ

Jedes sechste Kind unter drei Jahren in Deutschland wächst in Armut auf. Dies nimmt die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ zum Anlass, in ihrem neuen Diskussionspaier das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen und deren Familien zu hinterfragen, verschiedene Armutsdimensionen zu beleuchten und mit familienunterstützenden Leistungen in Bezug zu setzen. Aktuelle Studien belegen, dass rund jedes sechste Kind unter drei Jahren in Deutschland in Armut aufwächst, "für über die Hälfte der armen Kinder ist Armut keine Episode in ihrem Leben, sondern ein anhaltendender Normal- oder Dauerzustand". Selbst in Zeiten guter Konjunkturdaten, abnehmender Arbeitslosigkeit und steigender Sozialausgaben kann eine anhaltend hohe Armutsbetroffenheit von Kindern und Jugendlichen und deren Familien festgestellt werden.

Auffallend ist zudem, dass die Armutsbetroffenheit von Kindern abhängig ist von der Familienform, in der sie aufwachsen und leben. Kinder aus Haushalten von Alleinerziehenden, Mehrkindfamilien oder Familien mit Migrationshintergrund sind häufiger von Armut betroffen, als Paarfamilien mit einem oder zwei Kindern. Die materielle Armut dieser Familien bewegt sich seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau:

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Familienverbände fordern mehr Aufmerksamkeit für Flüchtlingsfamilien

Berlin, 22. Oktober 2015 Geflüchtete Familien unterstützen und ihre spezifischen Bedürfnisse bei der Unterbringung, Versorgung und im Leben nach der Flucht berücksichtigen: Diese Botschaft geht von den Familienorganisationen auf der heutigen Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) aus. Die AGF rief dazu auf, geflüchtete Kinder und Familien als solche wahrzunehmen. Die Einheit der Familien, der Schutz von Kindern und die familiäre Privatsphäre müssten sichergestellt werden. Notwendig sei dafür die grundsätzliche Anerkennung familiärer Bedürfnisse in der Flüchtlingspolitik.

„Die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen ist auch eine familienpolitische Herausforderung. Jeder dritte Geflüchtete in Deutschland ist ein Kind. Für ihr Aufwachsen ist die Familie besonders wichtig“, so Christel Riemann-Hanewinckel, Vorsitzende der AGF, „und sie ist oft das einzig Vertraute, das nach der Flucht bleibt“.

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„Eine Woche Mama – eine Woche Papa!“ – Ein neuer Weg zum Wohle des Kindes nach einer Trennung?

Fachtag mit Betroffenen und Fachleuten am 12. Oktober 2015 in Stuttgart
„Man will sich von jemandem trennen und wird ihn doch nicht los.“, so beschrieb bei der Fachtagung ein Vater seine Situation, der seit vielen Jahren das Wechselmodell lebt. Die Diskussion um dieses Modell für Kinder getrennter Eltern ist in der Fachwelt und bei Betroffenen hochaktuell. Während das sog. Residenzmodell einen Lebensmittelpunkt des Kindes bei einem Elternteil festlegt,
ermöglicht das Wechselmodell die gleichwertige abwechselnde Betreuung der Kinder durch ihre getrennt lebenden Eltern in zwei „Zuhause“. Welche Voraussetzungen und Konsequenzen aber haben die Umgangsmodelle und was bedeuten sie für die betroffenen Kinder?

Dazu stellte Prof. Dr. Sabine Walper vom Deutschen Jugendinstitut München den aktuellen Forschungsstand vor. Ihr Fazit: Der Blick sollte immer auf die Kinder gerichtet sein, dabei ist das Alter und die Persönlichkeit des Kindes zu berücksichtigen. Hochkonflikthafte Beziehungen sind weniger geeignet für das Wechselmodell, da es ein hohes Maß an Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft der Eltern erfordert. 

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Kinder in Deutschland weniger zufrieden als der OECD-Durchschnitt

Berlin. Kinder genießen in Deutschland eine vergleichsweise hohe Lebensqualität, ihre Zufriedenheit liegt jedoch unter dem OECD-Durchschnitt. Das ergibt sich aus der Studie "Wie lebt es sich in Deutschland?", die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin vorstellte.

Kinder haben hierzulande "tendenziell bessere materielle Lebensbedingungen als der Durchschnitt der Kinder in der OECD". Allerdings lebe fast jedes dritte deutsche Kind (31,7 Prozent) nach eigenen Angaben in Wohnungen mit Lärm-, Abgas- oder Geruchsbelästigung, also unter unzureichenden Umweltbedingungen. Der OECD-Durchschnitt liegt hier bei 21,6 Prozent. Und jedes zehnte Kind (10,2 Prozent) gab an, in den zurückliegenden beiden Monaten mindestens zweimal gemobbt worden zu sein - dies entsprach praktisch dem OECD-Durchschnitt.

Überwiegend gute Noten bekommt Deutschland etwa bei Bildung und Ausbildung oder in puncto soziales und familiäres Umfeld der Kinder. So befinden sich hier nur 2,8 Prozent der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren weder in einem Arbeitsverhältnis noch in Schule oder Ausbildung - verglichen mit einem OECD-Durchschnitt von 7,1 Prozent. Und nur 3,9 Prozent der deutschen Schüler fühlen sich stark belastet durch Schularbeiten - der geringste Wert innerhalb der OECD. dpa

Anmerkung: Nachdem die Lebenszufriedenheit vielleicht der wesentlichste Faktor des Wohlbefindens bzw. Lebensgefühls ist, sollte dieses Ergebnis nachdenklich stimmen und stärker in die Arbeit mit Eltern, als auch in die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einbezogen werden. Zur Zusammenfassung der Ergebnisse für Deutschland

Deutsche Liga für das Kind fordert altersgerechte und Grenzen wahrende Sexualpädagogik

Sexualerziehung und Schutz vor Missbrauch: zwei Seiten einer Medaille.
Jedes Kind hat das Recht auf Schutz vor sexuellen Übergriffen durch andere Kinder und vor sexuellem Missbrauch durch Jugendliche und Erwachsene. Dieses Schutzrecht gilt sowohl in der Familie als auch in sämtlichen Einrichtungen für Kinder. Damit dieses Recht tatsächlich verwirklicht wird, braucht jede Kita ein Schutzkonzept zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt und zur Intervention bei Anzeichen für sexuelle Übergriffe oder Missbrauch. Hierzu gehört auch, dass Eltern über die Bedeutung einer Grenzen wahrenden Sexualerziehung informiert und Kinder in ihrer psychosexuellen Entwicklung altersgerecht begleitet werden.
„Wenn es um Sexualerziehung geht, sind viele Eltern und auch zahlreiche Fachleute verunsichert. Eine Vermeidung oder sogar Tabuisierung des Themas hilft aber nicht weiter. Wir brauchen eine ganzheitliche Sexualpädagogik, die sich an den Bedürfnissen und Rechten der Kinder auf Schutz und altersgerechte Bildung orientiert“, sagt Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München und Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind. „Eine geschlechtergerechte Pädagogik sowie Sexualaufklärung und Sexualerziehung gehören ebenso dazu wie Präventions- und Interventionskonzepte zum Schutz der Kinder vor sexualisierter Gewalt.“
Die Häufigkeit sexuellen Kindesmissbrauchs ist weiterhin hoch.

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Landeskongress Kindertagesbetreuung setzt Impulse für Qualität

Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung: Nach der Quantität steht 2015 die Qualität der Kindertagesbetreuung im Fokus. Der Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg e.V. hat die Qualität zum Thema des heutigen Landeskongresses Kindertagespflege im Haus der Wirtschaft gemacht (6. Oktober) und Expertinnen und Experten aus Land und Bund zusammengebracht.

Mehr dazu in der Pressemitteilung pdfPM_Landeskongress_Kindertagespflege.pdf

Bündnis startet bundesweite Unterschriftenaktion: Für eine gerechte Mütterrente

Der Sozialverband Deutschland (SoVD), Volkssolidarität, Deutscher Frauenrat und Gewerkschaften wenden sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto „Ihre Unterschrift für eine gerechte Mütterrente“ startet ein Bündnis aus Sozialverbänden, Frauenrat und Gewerkschaften am 3. Oktober eine bundesweite Unterschriftenaktion. Anlass ist die andauernde Kritik an der Ungleichbehandlung bei den Kindererziehungszeiten in Ost und West. Ein weiterer Auslöser ist die geltende Regelung, dass Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, bei der Rente benachteiligt werden. Zudem fordern die Verbände, die Mütterrente nicht länger aus der Rentenkasse zu finanzieren. Mit der Aktion wollen die Verbände politischen Druck aufbauen, um eine Gleichbehandlung der Kindererziehungszeiten bei der Rente zu erreichen. „Die Ungleichbehandlung muss beendet werden. Deshalb fordern wir eine Anhebung der Mütterrente. Zudem müssen für Mütter, deren Kinder vor und nach 1992 geboren sind, drei Kindererziehungszeiten angerechnet werden“, erklärt Edda Schliepack, die Sprecherin der Frauen im Sozialverband SoVD. Dr. Heidi Knake-Werner, Vizepräsidentin der Volkssolidarität betonte: „25 Jahre nach Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands halten wir es für eine nicht mehr hinnehmbare Ungerechtigkeit, dass Kindererziehung im Osten immer noch schlechter in der Rente bewertet wird als in den alten Bundesländern.“ „Die Rente für die Erziehungsleistung von Müttern – und Vätern – ist richtig. Doch ihre Finanzierung aus dem Rententopf ist falsch. Für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe müssen alle Steuerzahler und -zahlerinnen aufkommen“, fordert Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats.
Die gemeinsame Aktion endet am Internationalen Kindertag am 1. Juni 2016. Dann sollen die Unterschriften Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht werden.
Quelle: Pressemitteilung des Sozialverband Deutschland vom 1.10.2015


2015 - 11/01

Ausschreibung Stiftung Kinderland: Bildungsprogramm für Familien in besonderen Lebenslagen

Die Familie ist ein zentraler Kern unserer Gesellschaft und in besonderem Maße den Veränderungen unserer Zeit ausgesetzt. In vielen Lebenslagen ist bei Familien der Wunsch und auch der Bedarf an Unterstützung gegeben. Familien- und Elternbildung stärkt Betroffene für die Bewältigung ihrer Herausforderungen im Alltag.

Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg fördert mit dem Bildungsprogramm für Familien in besonderen Lebenslagen Modellvorhaben, die neue Ansätze der Familienbildung initiieren. Ziel der Projekte sollte es sein, Familien in besonderen Lebenslagen vor allem mit Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig zu unterstützen.

Zur ausführlichen Ausschreibung und zum Antragsformular gelangen sie so:

http://www.stiftung-kinderland.de/programme/ausschreibungen/

Antragsschluss ist der 14.02.2016.

Institut für Menschenrechte: Familiennachzug für unbegleitete minderjährigen Flüchtlinge

Mit Blick auf die fortgesetzten Gespräche der Regierungskoalition über den Entwurf eines „zweiten Asylpaketes“ erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte: „Eine Aussetzung des Familiennachzugs für zwei Jahre für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Geflüchtete Kinder wären dadurch gezwungen, mindestens zwei Jahre ohne Eltern zu leben und müssten in der Jugendhilfe versorgt werden. Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, dass ein Kind nicht gegen den Willen seiner Eltern von diesen getrennt wird, es sei denn, dass diese Trennung für das Wohl des Kindes notwendig ist. Daher muss die Bundesrepublik Deutschland als Vertragsstaat die Familienzusammenführung wohlwollend, human und beschleunigt bearbeiten.

Mehr dazu lesen: Institut für Menschenrechte: Familiennachzug für unbegleitete minderjährigen Flüchtlinge

Deutscher Familienverband: Familien gehören zusammen!

Tausende geflohene Menschen erreichen noch immer täglich unser Land, um Schutz zu suchen. „Integration heißt, ihnen nicht nur Sicherheit, Verpflegung und ein Dach über dem Kopf zu geben. Integration heißt auch, auf ihre Kompetenzen zu vertrauen und den Familien – Eltern und Kindern – ein gemeinsames Leben zu garantieren“, sagt DFV-Präsident Dr. Klaus Zeh am Rande einer Gremiensitzung in Berlin. „Familien auseinander zu reißen und den Nachzug enger Familienmitglieder zu erschweren ist unmenschlich!“ Der Bundesverbandsrat des DFV fordert die Bundesregierung auf, die Asylverfahren im Interesse einer Familienzusammenführung dringend zu beschleunigen.

„Entscheidend ist, den häufig traumatisierten Menschen eine Möglichkeit zu eröffnen“, ergänzt der DFV-Präsident mit Blick auf den Plan von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, künftig auch Flüchtlinge in den Bundesfreiwilligendienst einzubeziehen. Ähnlich hatte zuvor auch die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder argumentiert. In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung („Fremde Federn“) hatte Schröder erklärt, die gesetzlichen Voraussetzungen seien gegeben, Flüchtlingen mit Bleibeperspektive einen Bundesfreiwilligendienst zu ermöglichen.

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Bundestag: Weniger Wohngeldempfänger

Berlin: (hib/SCR) Die Zahl der Wohngeldempfänger ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Erhielten 2010 knapp über eine Million Haushalte Wohngeldzuschüsse, waren es Ende 2013 rund 665.000. Dies geht aus einerUnterrichtung des Bundesregierung (18/6540) über den Wohngeld- und Mietenbericht 2014 hervor. Den Rückgang begründet die Bundesregierung sowohl mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt und der allgemein Einkommenssteigerung als auch mit der Streichung der Heizkostenkomponente 2011 und der jährlichen Regelbedarfserhöhung. Außer den Wohngeldempfängern erhielten 2013 weitere 3,9 Millionen Haushalte Leistungen für Unterkunft und Heizung im Rahmen der Grundsicherung nach Zweiten und Zwölften Sozialgesetzbuch. Insgesamt übernahm die öffentliche Hand 2013 Wohnkosten von 16,5 Milliarden Euro, davon profitierten elf Prozent aller Haushalte.
Mit Bezug auf die Wohnungsmärkte sind laut Bundesregierung vor allem in wirtschaftsstarken Zuzugsräumen und vielen Groß- und Universitätsstädten weiterhin deutliche Mietsteigerungen und teils Wohnungsmarktengpässe zu verzeichnen.

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2015 - 12/02

Studie: Zusammenhang zwischen Elternzeitlänge und Aufteilung der Familienarbeit

Wenn Mütter eine längere Elternzeit nehmen, so ist auch nach der Rückkehr beider Eltern in den Beruf die Arbeitsteilung in der Familie traditioneller als bei einer kürzeren Elternzeit der Mutter. Wenn Väter dagegen auch nur eine kurze Elternzeit nehmen, scheinen sich die traditionellen Strukturen zu verändern, sodass die Familienarbeit auch noch Jahre später gleichmäßiger zwischen den Partnern aufgeteilt wird. Dies trifft zumindest dann zu, wenn die Väter nicht gleichzeitig mit ihrer Partnerin Elternzeit nehmen, sondern eine Zeitlang alleinverantwortlich sind.
Eine aktuelle Studie der beiden Familienforscherinnen Pia Schober vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Gundula Zoch von der Bamberg Graduate School of Social Sciences liefert auf der Grundlage der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) der Jahre 1992 bis 2012 neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Länge der Elternzeit und späterer Aufteilung der Familienarbeit zwischen den Partnern und zeigt mögliche Ursachen auf.

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Bundesforum Familie: „Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern“

Inklusion betrifft uns alle. In der Öffentlichkeit ist der Begriff zwar nicht mehr neu, wird jedoch fast ausschließlich auf Menschen mit Behinderungen bezogen. Inklusion aber will mehr, sie will Verschiedenheit anerkennen und als Normalität wertschätzen. Den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft gestalten – das haben sich die Mitgliedsorganisationen des Bundesforums Familie gemeinsam zur Aufgabe gemacht. Der Titel der vorliegenden Publikation „Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern“ unterstreicht, dass es den beteiligten Verbänden und Institutionen wichtig ist, den Begriff „Inklusion“ weit zu fassen und damit Inklusionserfordernisse für alle Familienformen und -konstellationen zu formulieren.

Ausgehend von einem breiten Verständnis von Inklusion, macht sie die Exklusion von Familien an Dimensionen und Mechanismen sozialer Ungleichheit fest,

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