Infodienst 2012

2012 - 12/02

Grünen-Fraktion fordert Klarstellung der Kinderrechte im Grundgesetz

Berlin: (hib/VER) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will die Kinderrechte im Grundgesetz (GG) klarstellen. Dazu bedürfe es der Änderung des Artikels 6 GG. Deshalb hat die Fraktion einen Gesetzentwurf „zur Änderung des Grundgesetzes" (17/11650, Vorab-Fassung s. Link) in den Bundestag eingebracht. Nach dem Willen der Fraktion soll unter anderem folgender Absatz ergänzt werden: „Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit sowie auf den Schutz vor Gefährdungen für sein Wohl. Bei allem staatlichen Handeln ist das Wohl des Kindes besonders zu berücksichtigen. Sein Wille ist entsprechend seinem Alter und seinem Reifegrad in allen es betreffenden Angelegenheiten zu beachten."

Dieser Absatz soll als neuer Absatz 5 nach Absatz 4 und den Absätzen 2 und 3 eingefügt werden. Letztere regeln das Verhältnis von Elternverantwortung und staatlichem Wächteramt. Durch diese Ergänzung werde „die Subjektstellung des Kindes als Träger eigener Rechte im Verhältnis zu den Eltern und zum Staat auch in systematischer Hinsicht verdeutlicht", schreiben die Gesetzesinitiatoren zur Begründung. Der neue Absatz stelle klar, dass sowohl das Elternrecht als auch das staatliche Wächteramt „um der Kinder willen gewährt werden und keinen Selbstzweck darstellen".

Das „besondere Verhältnis zwischen dem Vorrang der Elternverantwortung und dem staatlichen Wächteramt" bleibe im Übrigen unberührt. Nach wie vor seien zunächst die Eltern „und dann – im Falle der Kindeswohlgefährdung – der Staat verantwortlich dafür, dass die Rechte der Kinder beachtet werden", heißt es in der Vorlage weiter.

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Kinderrechte ins Grundgesetz: Aktionsbündnis begrüßt Debatte im Bundestag

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses Kinderrechte vom 30.11.2012
Das Aktionsbündnis Kinderrechte – Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland, in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind – begrüßt die heute im Bundestag stattfindende Debatte zum Thema „Kinderrechte ins Grundgesetz". Die Kinderrechtsorganisationen erhoffen sich durch die Debatte eine neue Belebung der Diskussion entlang den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, deren Maßgaben grundgesetzlich nach wie vor nicht ausreichend Beachtung finden. Das Aktionsbündnis Kinderrechte hatte vor kurzem einen eigenen Formulierungsvorschlag für die Aufnahme von Kinderrechten im Grundgesetz vorgestellt. Damit soll die Stellung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit gestärkt und die Verantwortung des Staates für die Rechte des Kindes hervorgehoben werden.
Das Aktionsbündnis freut sich über die Tatsache, dass die UN-Kinderrechtskonvention auch für die vom Bundestag diskutierten Gesetzesentwürfe von Bündnis 90/Die Grünen und Linksfraktion leitendes Motiv war. Die Debatte ist damit ein wichtiges Signal, dass die Kinderrechte auch im Parlament ernst genommen werden.
Das Aktionsbündnis Kinderrechte wiederholt sein Gesprächsangebot an die Bundesregierung, über seinen Formulierungsvorschlag zur Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz zu diskutieren. Bisher hat die Bundesregierung leider nur über die Presse auf den Vorschlag reagiert. Der Formulierungsvorschlag des Aktionsbündnisses Kinderrechte für einen neu zu schaffenden Artikel 2a Grundgesetz hat folgenden Wortlaut:
(1) Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten zur bestmöglichen Entfaltung seiner Persönlichkeit.
(2) Die staatliche Gemeinschaft achtet, schützt und fördert die Rechte des Kindes. Sie unterstützt die Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag.
(3) Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in Angelegenheiten, die es betreffen. Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung in angemessener Weise zu berücksichtigen.
(4) Dem Kindeswohl kommt bei allem staatlichen Handeln, das die Rechte und Interessen von Kindern berührt, vorrangige Bedeutung zu.
Weitere Informationen und ein ausführliches Hintergrundpapier zum Formulierungsvorschlag des Aktionsbündnisses Kinderrechte unter
www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de

Jugendliche und Medien - JIM-Studie 2012 erschienen

Für Jugendliche bleiben Soziale Netzwerke ein zentraler Aspekt der Internetnutzung. Online-Communities zählen neben Suchmaschinen und Videoportalen zu den drei am häufigsten ausgeübten Anwendungen im Internet und werden von insgesamt 78 Prozent der 12- bis 19-Jährigen zumindest mehrmals pro Woche genutzt. 57 Prozent besuchen die eigenen oder fremden Profile im Netzwerk sogar täglich. Dies belegen die Ergebnisse der JIM-Studie 2012 (Jugend, Information, (Multi-) Media), die heute in Mannheim der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Zur Studie und zur ausführlichen Pressemeldung s. Link.

Aktuell meint die Nutzung Sozialer Netzwerke fast ausschließlich die Nutzung von Facebook, hier sind 81 Prozent der Jugendlichen aktiv. Die erste Anmeldung der Jugendlichen bei einem solchen Netzwerk erfolgte mit durchschnittlich 12,7 Jahren. Die am häufigsten genutzten Funktionen innerhalb einer Community sind das Verschicken von Nachrichten und das Chatten mit anderen Mitgliedern des Netzwerks. Erfreulich ist, dass inzwischen 87 Prozent der Nutzer von Communities ihre Profildaten mit der Privacy-Option vor einem öffentlichen Zugriff schützen, im Vergleich zum Vorjahr ein erneuter Anstieg um acht Prozentpunkte. Allerdings ist gleichzeitig die durchschnittliche Anzahl der Freunde in der Community auf nunmehr 272 angestiegen (2011: 206 Freunde), so dass die Privatheit hier relativ zu bewerten ist. Was die Sicherheit und den Schutz der, in der Community hinterlegten persönlichen Daten angeht, so fühlt sich hier nur ein Zehntel der Jugendlichen sehr sicher. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Vertrauen in die Communities bei den Jugendlichen abgenommen. 2011 hatten noch zwei Drittel ein sehr gutes bzw. gutes Gefühl, 2012 sind es nur noch 54 Prozent, die sich mit ihren Daten im Netzwerk gut aufgehoben fühlen. Zur Studie s. Link.

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Gut gemeint ist nicht gut gemacht - LandFrauenverband zur Lebensleistungsrente

Frauenarmut existiert schon heute, sie wird weiter zunehmen und sie wird unsere Gesellschaft und damit unsere Kinder vor große Herausforderungen stellen.
Der Ansatz einer Lebensleistungsrente mit 40 Jahren Beitragspflicht plus zusätzlicher lebenslanger privater Vorsorge, wie sie von der Politik beschlossen wurde, geht an der Lebenswirklichkeit arbeitender Frauen komplett vorbei. Frauen sind selten in einem durchgehenden Vollzeit-
Arbeitsverhältnis beschäftigt. Im Durchschnitt zahlen Frauen in Deutschland 30 Jahre Pflichtbeiträge. Die Lebensleistungsrente stellt daher zwangsläufig Männer besser, da nur diese die gestellten Bedingungen überhaupt erfüllen können. Frauen erhalten durchschnittlich ein um 22 Prozent geringeres Arbeitsentgeld als Männer bei gleichwertiger Tätigkeit. Im ländlichen Bereich sind es sogar 29 Prozent. Diese Differenz steigert sich in den Alterseinkünften auf alarmierende 59 Prozent. Dort wo Männer im Durchschnitt über 1050 Euro Alterseinkünfte verfügen, haben Frauen 540 Euro, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Der LandFrauenverband Württemberg Baden e.V. fordert klare, politische Rahmenbedingungen und damit verbunden konkrete Maßnahmen zur Verhinderung der Altersarmut von Frauen. Die komlplette Stellungnahme finden Sie im Anhang.

pdfStellungnahme Land Frauenverband

 

Zu Nikolaus ist nichts im Stiefel - Unterhaltsanpassung für Kinder bleibt aus

Pressemitteilung des VAMV-Bundesverband
Berlin, 05. Dezember 2012. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert die Änderungen der Düsseldorfer Tabelle: Der Selbstbehalt steigt erneut, der Kindesunterhalt stagniert weiter.
Der Nikolaus hat unterhaltspflichtigen Eltern ein dickes Geschenk in den Stiefel gelegt: Statt 950 dürfen sie ab Januar 2013 1.000 Euro für sich selbst behalten. Damit berücksichtigt die Düsseldorfer Tabelle die Erhöhung der Hartz-IV Sätze zum neuen Jahr. Die Kinder von Alleinerziehenden finden allerdings in ihrem Stiefel: Nichts! Beim Kindesunterhalt steht die zweite Nullrunde an.
„Der erhöhte Selbstbehalt geht auf Kosten der Kinder von Alleinerziehenden", kritisiert Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV, „wenn die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen sinkt, bekommen Kinder weniger Unterhalt." Alleinerziehende müssen die einseitige Erhöhung ausbaden, sie haben keinen Selbstbehalt.

Der Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige ist seit 2011 um insgesamt 100 Euro pro Monat gestiegen. Der Kindesunterhalt dient der materiellen Existenzsicherung des Kindes und wurde seit 2010 nicht mehr erhöht. Schon jetzt bekommt die Hälfte der Kinder keinen, zu geringen oder nur unregelmäßigen Unterhalt, so die Zahlen einer Repräsentativbefragung. Kinder von Alleinerziehenden haben das höchste Armutsrisiko. Ein politischer Wille, dies zu ändern, ist nicht erkennbar. „Noch mehr Kinder von Alleinerziehenden werden in Armut rutschen", ist sich Schwab sicher.

Generationenbeziehungen: Kinder - Eltern - Großeltern

Neuer Report der FamilienForschung Baden-Württemberg erschienen
Die Familien-Forschung Baden-Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden-Württemberg herausgegeben. Das Thema der aktuellen Ausgabe lautet „Generationenbeziehungen: Kinder – Eltern – Großeltern". Der Report verdeutlicht, dass in Baden-Württemberg die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern unterschiedlicher Generationen eng sind. Zwar wohnen die Generationen nur noch sehr selten in einem Haushalt zusammen, allerdings wird wechselseitige Unterstützung über die Haushaltsgrenzen hinweg groß geschrieben. Großeltern helfen zum Beispiel bei der Enkelkindbetreuung oder leisten finanzielle Transfers an ihre erwachsenen Kindern. Die jüngere Generation wiederum hilft der ältern sowohl im Alltag als auch bei Pflegebedürftigkeit. Zudem findet der Kontakt zwischen den Generationen nicht nur innerhalb einer Familie statt, sondern auch familienübergreifend zum Beispiel in Mehrgenerationenhäusern.

Der Report Familien in Baden-Württemberg wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes von der FamilienForschung Baden-Württemberg erstellt und enthält themenbezogene wissenschaftliche Analysen zur Lage von Familien in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. Er erscheint quartalsweise und wird ausschließlich in elektronischer Form veröffentlicht. Der Report kann auf der Homepage der FamilienForschung Baden-Württemberg kostenlos abonniert werden (http://www.fafo-bw.de/Familien_in_BW). Hier und auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (http://www.sozialministerium-bw.de) steht er auch zum Download bereit. Die nächste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Jugendliche – Außerschulische Jugendbildung – Partizipation"

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2012 - 11/01

Jede vierte Frau hat Gewalt durch Partner erlebt

Terre des Femmes zum internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen
"Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn Sie im familiären Umfeld geschehen", mahnt die Geschäftsführerin von Terre des Femmes (TDF), Christa Stolle, im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen, der am 25. November begangen wird. "Es ist erschreckend, wie viele Mädchen und Frauen immer noch tagtäglich von häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder Zwangsprostitution vor unseren Augen in unserer Nachbarschaft betroffen sind". Etwa 10.000 bis 30.000 Frauen werden laut TDF jedes Jahr nach Deutschland zur sexuellen Ausbeutung verschleppt. Mit der aktuellen Kampagne Öffnet externen Link in neuem Fenster„Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!" setzt sich die Frauenrechtsorganisation in diesem Jahr für ein Bleiberecht der Opfer ein. Der 25. November ist der "Internationale Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen". Ein weltweites Netzwerk organisiert rund um den Gedenktag Aktionen und Veranstaltungen gegen Gewalt gegen Frauen. Vor zwölf Jahren hisste Terre des Femmes erstmals Fahnen mit der Aufschrift "Frei leben – ohne Gewalt", um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. EWL fordert ein EU-weites Jahr gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen Die Europäische Frauenlobby (EWL) fordert EU-Kommissionspräsident Barroso auf, ein Europäisches Jahr zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen auszurufen. In der Online-Petition heißt es: "Bis heute hat die EU keine verbindliche Gesetzgebung bezüglich der Gewalt gegen Frauen. Das ist bedenklich, da Gewalt gegen Frauen ein Verstoß gegen die Menschenrechte ist und schätzungweise 45 Prozent aller Frauen in ganz Europa betrifft. Schätzungsweise ein Fünftel aller Frauen in der EU erleiden Gewalt im häuslichen Bereich, mehr als eine von zehn Frauen wird Opfer sexualisierter Gewalt. Sieben Frauen in der EU sterben täglich an den Folgen häuslicher Gewalt." Mit einem EU-weiten Jahr gegen Gewalt gegen Frauen soll das Bewusstsein für das Ausmaß von Gewalt erhöht und Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung ergriffen werden, so die Forderung der EWL. Über den angegebenen Link könnten Sie dafür Ihre Unterschrift leisten.

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Familie: Kinder ja, Ehe nein – europaweit immer mehr nichteheliche Geburten

Immer mehr Paare in Europa werden ohne Trauschein Eltern. Seit 1960 ist der Anteil nichtehelicher Geburten überall in Europa sprunghaft gestiegen, wie eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock ergab. In Deutschland hat er sich von 7,6 Prozent auf 33,3 Prozent im Jahr 2010 mehr als vervierfacht. Damit liege die Bundesrepublik aber nur im Mittelfeld, teilte Sebastian Klüsener vom Max-Planck-Institut am Donnerstag (15.11.2012) in Rostock mit. Am häufigsten sind nichteheliche Geburten in Island mit einem Anteil von 63,8 Prozent. Dort hatten aber auch schon 1960 rund 25 Prozent der Kinder bei der Geburt unverheiratete Eltern. In Frankreich schnellte der Anteil von 6,1 Prozent 1960 auf 50,7 Prozent 2007 hoch, in Norwegen von 3,7 auf 54,5 Prozent, in Großbritannien von 5,2 auf 44,4 Prozent. Ein Grund ist laut Klüsener, dass Frauen heute stärker am Erwerbsleben teilnehmen und deshalb nicht mehr auf den Ehemann als Versorger angewiesen sind. Die Rostocker Forscher verglichen erstmals über einen längeren Zeitraum 497 europäische Regionen. An der Spitze bei den nichtehelichen Geburten liegt demnach die französische Region Aube. Dort hat inzwischen fast drei Viertel der Babys (72,4 Prozent) unverheiratete Eltern. Seit 1960 ist das ein Anstieg um 65,5 Prozentpunkte. Am traditionellsten verhalten sich Griechen: In der Region Epirus waren 2007 nur 3 Prozent aller Geburten nichtehelich. Damit hat sich der Anteil seit 1960 aber auch fast verdoppelt. Am unteren Ende der Tabelle stehen vier griechische Regionen. In Deutschland heiraten Paare vor allem im Osten gar nicht oder erst nach der Geburt der Kinder: In Neubrandenburg werden fast zwei Drittel aller Babys (65 Prozent) nichtehelich geboren. Das ist Platz 17 im europaweiten Regionen-Vergleich. Am traditionellsten in Deutschland ist man in Stuttgart, wo bei lediglich 18,1 Prozent der Geburten die Eltern nicht verheiratet sind. „Das Bedürfnis, vor der Geburt der Kinder zu heiraten, hat an Bedeutung verloren“, sagte Forscher Klüsener. Allerdings gäben sich später dann doch viele Paare das Ja-Wort. Auch das zeigten Untersuchungen. Der Druck, den Vater des Kindes zu heiraten, sei aber nicht mehr da, so Klüsener. Nationale Grenzen beeinflussten das Verhalten. Trennlinien zwischen Gebieten mit hohen und niedrigen Raten verliefen vor allem entlang von Staatsgrenzen – zum Beispiel zwischen den angrenzenden Regionen in Frankreich, wo vergleichsweise viele uneheliche Kinder geboren werden, und der französischsprachigen Schweiz.

Elternschaft und Familiengründung in Ausbildung und Studium

Neuer Monitor Familienforschung des BMFSFJ erschienen
In einem zunehmend globalisierten Wirtschaftssystem und mit der Entwicklung der Gesellschaft hin zu einer Wissensgesellschaft verändern sich auch die Rahmenbedingungen zur Familiengründung. Das Thema Familiengründung gewinnt spätestens seit der öffentlichen Thematisierung des demografischen Wandels und dessen Folgen an Bedeutung und wird seither aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. So ist in der Demografiestrategie der Bundesregierung erklärtes Ziel, „jedem Einzelnen entsprechend seiner Lebenssituation und seines Alters Chancen zu eröffnen, seine Potenziale und Fähigkeiten zu entwickeln und seine Vorstellungen vom Leben zu verwirklichen“ (BMI 2012: 1). Bei der Realisierung von Kinder-wünschen geht es vor allem darum, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Familiengründung in verschiedenen Phasen des Lebens ermöglichen und unterstützen. Der Wunsch, eine eigene Familie zu gründen, fällt zeitlich im Lebensverlauf mit der Phase des Berufseinstiegs zusammen, insbesondere bei Hochqualifizierten (vgl. BMI 2012). Aufgrund verlängerter Qualifizierungszeiten, insbesondere an Hochschulen und Universitäten, erfolgt der berufliche Einstieg relativ spät. Das kann in der Folge zu einer späten Familiengründung führen. Das Erstgeburtsalter von Müttern ist seit den 1960er-Jahren deutlich angestiegen. Bei den jüngeren Frauen geht die Anzahl der durchschnittlichen Geburten zurück, während sie bei Frauen über 31 Jahren zunimmt (BMFSFJ 2012a: 16).Ziel der Bundesregierung ist es, die Familiengründung auch zu einem früheren Zeitpunkt im Lebensverlauf zu erleichtern (BMI 2012: 10). Damit rücken Ausbildungs- und Qualifizierungsphasen in den Fokus. Studienzeiten sollen auch als Familiengründungszeit infrage kommen können. Mit dieswen Fragen befasst sich der neue Monitor Familienforschung, der über den angegebenen Link aufgerufen werden kann.

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Angleichung der Elternkostenbeiträge für die Kindertagespflege entlastet Familien

Pressemitteilung des Landesverbandes der Tagesmütter-Vereine B-W vom 20.11.2012
Seit April 2012 gilt die neue landesweite Empfehlung der Kommunalen Spitzenverbände und des Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg zu den laufenden Geldleistungen in der Kindertagespflege. In dieser Empfehlung wird auch eine sogenannte Harmonisierung der Kostenbeteiligung der Eltern für die Kindertagespflege an die Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen angeregt. Wenn auch nur als eine Anregung zur Umsetzung formuliert, so sieht der Landesverband der Tagesmütter-Vereine Baden-Württemberg e.V. die Angleichung der Elternbeiträge für die Betreuung bei Tagesmüttern/-vätern an die Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen als zwingend notwendigen Schritt. In vielen Stadt- und Landkreisen, wo nur die Erhöhung der laufenden Geldleistung für Tagespflegepersonen umgesetzt wurde ohne auch die Kostenbeiträge für die Eltern anzupassen, tragen nun z.T. die Eltern die Mehrkosten. Dies hat zur Folge, dass die Kindertagespflege für Eltern unbezahlbar und damit zum Luxusmodell in der Kinderbetreuung wird. Im Ergebnis bedeutet dies ein Rückschritt für die Etablierung der Kindertagespflege als gleichwertiges Betreuungsangebot zur institutionellen Kinderbetreuung. Vielerorts ist bereits absehbar, dass der Ausbau an Plätzen in der Kindertagespflege dadurch gehemmt ist, eine soziale Selektion stattfindet und die Tätigkeit als Tagespflegeperson weniger attraktiv wird. Daher fordert der Landesverband die betreffenden Stadt- und Landkreise auf, schnellstmöglich eine Angleichung der Elternbeiträge in der Kindertagespflege lokal umzusetzen.

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DFV wehrt sich: Keine Verkürzung der Elternzeit - Familienarbeit muss anerkannt werden

Pressemitteilung vom 21.11.2012
(Freiburg). Entschiedenen Widerstand erklärt der Deutsche Familienverband Baden-Württemberg (DFV) gegenüber der Forderung der Arbeitgeberverbände, die die Elternzeit drastisch verkürzen möchten. „Wer in solcher Weise in die Erziehungszeit der Eltern eingreifen will, kündigt die Partnerschaft gegenüber den jungen Familien auf und handelt kurzsichtig gegen die eigenen Zukunftschancen“, erklärt Uto R. Bonde vom DFV Baden-Württemberg. Schon vor der Erstellung des 8. Familienberichtes der Bundesregierung haben die Wirtschaftsverbände versucht die Elternzeit zu verkürzen. Der DFV lobte die Bundesregierung, dass sie dieser Forderung widersprochen hat. Mit einer geforderten Aufkündigung der Elternzeit zeigen die Wirtschaftsverbände nur ihr Interesse daran, die jungen Familien schnellstmöglich an die Werkbank, hinter die Theken und in die Büros zurückzuholen. Familien haben das Recht – und nutzen dies auch - sich in den ersten Kinderjahren selbstverantwortlich um ihre Kinder und deren Erziehung zu kümmern - dafür kämpft der DFV und die Familienverbände. Die Zukunft unseres Gemeinwesens und damit auch die Entwicklungen der Demografie müssen nachhaltig gefördert werden und dürfen nicht den kurzfristigen Beschäftigungsstrategien geopfert werden – nachhaltiges und verantwortliches Handeln denkt langfristiger als in Wirtschaftszyklen, betont der DFV. „Wer die Familien vernachlässigt, unterschätzt die langzeitigen Auswirkungen einer Einschränkung- auch bei der Elternzeit. Junge Familien und Kinder brauchen verlässliche Perspektiven und Anerkennung ihrer Erziehungsleistung, sonst gehen nicht nur der Gesellschaft die jungen Menschen aus, sondern auch den Betrieben die künftigen Fachkräfte“. Der Deutsche Familienverband unterstreicht die Bedeutung der dreijährigen gesetzlich geschützten Elternzeit für erwerbstätige Eltern mit kleinen Kindern als zentrales Instrument der Familienpolitik. „Die Elternzeit ermöglicht jungen Familien Wahlfreiheit und ist der einzige verbindliche Rechtsanspruch von Arbeitnehmern, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen wollen. Familien dürfen dieses Recht nicht verlieren“, widerspricht der DFV der Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Der hatte gefordert, den gesetzlich geschützten Zeitraum auf nur noch 12 Monate zu verkürzen, da sonst die Integration von Frauen am Arbeitsmarkt gefährdet sei.


2012 - 10/02

Deutscher Familienverband alarmiert über Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern

Anlässlich der wissenschaftlichen Jahrestagung „Schwierige Kinder? Probleme erkennen, Herausforderung annehmen“ der Deutschen Liga für das Kind fordert der Deutsche Familienverband die Bundesregierung auf, für bundesweit verbindliche Qualitätsstandards in Krippen und Kindertagesstätten Sorge zu tragen. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass in einige Bundesländern lediglich in weniger als zehn Prozent der Krippen eine gute pädagogische Prozessqualität anzutreffen ist“, erklärt der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Dr. Klaus Zeh, unter Hinweis auf die im Frühjahr diesen Jahres veröffentlichte Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK). Gleichzeitig hebt er die Qualität in einigen jungen Bundesländern hervor, die beispielhafte gute Betreuung leisten. Nach Auffassung des Deutschen Familienverbandes muss das Jahr 2013 genutzt werden, um endlich eine echte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Betreuungsformen zu schaffen. „Dazu braucht es einerseits eine angemessene finanzielle Anerkennung der elterlichen Betreuungsleistung und andererseits gute Betreuungsangebote. Erst dann besteht die Chance, dass wirklich jedes Kind die Betreuung bekommt, die genau zu seinen Bedürfnissen passt“, fordert Verbandspräsident Zeh. Das 10-Punkte-Programm „Kindertagesbetreuung 2013“ der Bundesregierung bezeichnet der Deutsche Familienverband als unzureichend, weil qualitative Standards erst bis 2020 erreicht werden sollen. „Bis dahin werden noch etliche Geburtsjahrgänge in viel zu großen Gruppen und in einer nicht kindgerechten Fachkräfte-Kind-Relation betreut“, kritisiert Klaus Zeh. Dem angekündigten Qualitätsgesetz und einem bundesweiten „Rahmen-Bildungsplan“ sieht der Verband mit Interesse entgegen. Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes vom 19.10.2012

Modellprojekt BesT – Bürgerengagement sichert Teilhabe

Die Agentur „Pflege engagiert“ unterstützt seit 2009 viele Initiativen beim Aufbau von Aktivitäten des Ehrenamts und der Selbsthilfe in der häuslichen Pflege in Baden-Württemberg. Indem sich Engagierte und Freiwillige um Kontakt und Beteiligung von Betroffenen und Pflegenden kümmern, werden gemeinsam für die Zukunft wichtige Weichen für die Teilhabe am gesellschaftlichen/öffentlichen Leben in der häuslichen Pflege gestellt. Das neue Modellprojekt BesT – Bürgerengagement sichert Teilhabe widmet sich der Weiterentwicklung und Etablierung dieser Aufgabe und fördert ehrenamtliches und freiwilliges Engagement für die Pflege zu Hause durch finanzielle und qualitative Anreize. Bewerben können sich gemeinnützige Träger, Kommunen, bürgerschaftliche Initiativen in Kooperation mit weiteren Partnern ab 1. November 2012. Ihre Ideen werden dazu beitragen, das Gemeinwesen in der Unterstützung und Betreuung betroffener Personen zu bereichern und durch den Auf- und Ausbau von Kooperationen ein sicheres Netz für betroffene Familien und Senioren vor Ort zu schaffen und zu verstetigen. In der beigefügten Ausschreibung können Sie weitere Informationen zum Modellprojekt BesT – Bürgerengagement sichert Teilhabe und zur Bewerbung nachlesen oder besuchen Sie die Internetseite von BesT s. Link.

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pdfAusschreibung-Modellprojekt "BesT"

"Pille danach" soll rezeptfrei verfügbar sein

Berlin: (hib/TVW) Nach Ansicht der Fraktion der SPD ist es an der Zeit, dass auch in Deutschland die „Pille danach“ ohne Verschreibung zugänglich wird. In einem Antrag (17/11039) fordert die SPD, die rechtlichen Voraussetzungen für die rezeptfreie Abgabe eines Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) zu schaffen. „Mit der ‚Pille danach' auf LNG-Basis kann eine ungewollte Schwangerschaft nach einem Anwendungsfehler einer Verhütungsmethode oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit großer Sicherheit vermieden werden“, erklärt die SPD. Das Medikament sei somit ein wichtiges Mittel zur Prävention ungewollter Schwangerschaften und von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislaturperiode eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung gemäß der Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte vorzunehmen, damit Notfallkontrazeptiva mit dem Wirkstoff Levonorgestrel aus der Verschreibungspflicht entlassen werden. Vor der Abgabe des Medikaments solle eine Beratung in der Apotheke erfolgen. In einigen europäischen Ländern habe man seit 13 Jahren gute Erfahrungen mit dieser niedrigschwelligen Notverhütungsmethode gemacht, führt die SPD aus. Weltweit seien Mittel auf LNG-Basis in mindestens 79 Staaten rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Quelle: Heute im Bundestag Nr. 465(hib)

Alleinerziehende in der Grundsicherung

Berlin: (hib/VER) „Neue Strategien für eine bessere Förderung von Alleinerziehenden in der Grundsicherung“ fordert die SPD-Fraktion in einem gleichnamigen Antrag (17/11038 s. Link). In diesem fordert sie von der Bundesregierung, sich für einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung auch für Kinder über drei Jahre und für Schulkinder einzusetzen. Ferner müsse die Bundesregierung die Länder darin unterstützen, den Ganztagsbetrieb flächendeckend auszubauen. Quelle: Heute im Bundestag Nr. 497. Den Antrag der SPD finden Sie im angegebenen Link. Der Landesfamilienrat Baden-Württembert hat in seinem Positionspapier "Alleinerziehende - Familien in konzentrierter Form" weitgehend identische Forderungen erhoben. Die Broschüre ist als pdf beigefügt, ebenso wie die bei der Fachtagung am 5.7.2012 erarbeitete Resolution.

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pdfAlleinerziehende als Zeitjongleure

pdfAlleinerziehende Familie in konzentrierter Form

Auch Kinder über 12 Jahre brauchen Unterhalt

Der Bundestag berät über das Unterhaltsvorschussgesetz
Der Deutsche Juristinnenbund (djb) fordert anlässlich der heutigen Sitzung (25.10.2012) des Bundestags zum Unterhaltsvorschussgesetz die Abgeordneten auf, Kinder alleinerziehender Elternteile finanziell besser zu stellen. »Das geplante Gesetz stellt einen Rückschritt dar«, so die Präsidentin des djb, Ramona Pisal. Das Unterhaltsvorschussgesetz dient nicht den Kindern, sondern führt bestenfalls zu verbesserten Einnahmen der Unterhaltsvorschusskassen. Denn die bisherige Möglichkeit, dass der Antrag noch für den Vormonat gestellt werden konnte, soll entfallen. Dies spart dem Staat Geld. Das Unterhaltsvorschussgesetz verschärft zwar die Situation für den Unterhaltspflichtigen durch umfangreichere Vermögensauskunftspflichten. Die Gelder, die zusätzlich in die Staatskasse fließen, werden aber an die Kinder nicht weitergegeben. Was für »arme« Kinder wichtig wäre, fehlt. Weder wird der Leistungszeitraum, für den der Unterhaltsvorschuss gezahlt wird, über die bisherigen 72 Monate noch über das 12. Lebensjahr der Kinder hinaus verlängert. Die Zahlungen bis zum 14. Geburtstag der Kinder zu erstrecken, war im schwarz-gelben Koalitionsvertrag noch Konsens. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg hatte sich in seinem Positionspapier "Alleinerziehende - Familie in konzentrierter Form" dafür ausgesprochen, Unterhaltsvorschussleistungen bis zum 18. Lebensjahr des Kindes zu gewähren.

Ausschuss verabschiedet Gesetz zum Betreuungsgeld

Der Familienausschuss hat am 7.11.2012 den Weg für das Betreuungsgeld frei gemacht. Er verabschiedete nach einer mitunter sehr emotional geführten Debatte den Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP (17/9917) in leicht geänderter Fassung gegen das geschlossene Votum der Oppositionsfraktionen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Der Bundestag wird am Freitag abschließend über den Gesetzentwurf beraten und abstimmen. Nicht enthalten im Gesetzentwurf sind jedoch die Änderungen, auf die sich CDU/CSU und FDP auf dem Koalitionsgipfel am vergangenen Wochenende geeinigt hatten. So soll das Betreuungsgeld um monatliche Prämien von jeweils 15 Euro erhöht werden, wenn es von den Beziehern für die spätere Ausbildung der Kinder oder für die private Altersvorsorge angespart wird. Diese Erweiterungen des Betreuungsgeldes, die das Bundeskabinett am Mittwoch Vormittag beschlossen hat, sind in einem zweiten Gesetzentwurf fixiert, über den der Bundestag ebenfalls am Freitag in erster Lesung beraten wird. Eingeführt werden soll das umstrittene Betreuungsgeld ab August 2013. Dann sollen Eltern, die ihre ein- und zweijährigen Kinder nicht in einer staatlich geförderten Betreuungseinrichtung betreuen lassen, zunächst 100 Euro monatlich und ab August 2014 dann 150 Euro monatlich erhalten. Der gleichzeitige Bezug von Elterngeld und Betreuungsgeld soll ausgeschlossen sein. Dass heißt, dass Elternpaare, die alle 14 Monate der Elternzeit in Anspruch nehmen, frühestens ab dem 15. Lebensmonates ihres Kindes das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen können. Bei den Oppositionsfraktionen stieß das Betreuungsgeld erneut auf massive Kritik. „Unsinn bleibt Unsinn“, bemängelten die Sozialdemokraten. Auch durch das Erweiterungsgesetz über das Bildungssparen und die private Altersvorsorge werde das Betreuungsgeld nicht besser. Scharf griffen sie die Angeordnete aus den Reihen der Union und der FDP an, die sich stets gegen die neue staatliche Leistung ausgesprochen hatten und dem Gesetz nun doch zustimmen wollen. Vor allem die FDP sei durch den „absurden Kuhhandel: Betreuungsgeld gegen Abschaffung der Praxisgebühr“ umgestimmt worden. Diesem Vorwurf hielt die FDP entgegen, dass sie ihr Ziel, das Betreuungsgeld durch eine Bildungskomponente zu erweitern, durchgesetzt habe. Dies sei ein Kompromiss und kein Kuhhandel. Auch die Union verteidigte das Betreuungsgeld erneut. In den Erweiterungen seien auch Kritikpunkte der Opposition aufgenommen worden. Diese müsse jetzt eigentlich zustimmen können. Über kein Gesetzesvorhaben in dieser Legislaturperiode sei so gründlich und ausgiebig beraten worden. Die Linksfraktion erneuerte ihre Kritik, dass das Betreuungsgeld auf Leistungen nach dem zweite Sozialgesetzbuch angerechnet werden soll. Schließlich habe die Koalition stets von einer Anerkennung einer Erziehungsleistung gesprochen. Wenn man die Eltern nicht nach Einkommen separieren wolle, dann müssten auch Hartz-IV-Bezieher in den vollen Genuss des Betreuungsgeldes kommen. Quelle: Heute im Bundestag, Nr. 501 und 508/2012 Über den Link gelangen Sie zum Entwurf des Gesetzes mit den ausgehandelten Modifikationen Bildungssparen und Altersvorsorge. Das Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro monatlich sollen all jene Eltern erhalten, die ihre ein- und zweijährigen Kinder nicht in einer staatlich geförderten Betreuungseinrichtung betreuen lassen. Das sogenannte Betreuungsgeldergänzungsgesetz sieht die monatliche Aufstockung des Betreuungsgeldes um 15 Euro vor, wenn die Bezieher es sich nicht auszahlen lassen, sondern für eine private Altersvorsorge oder für Ausbildungszwecke ihres Kindes ansparen.

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2012 - 10/01

Im Bundestag notiert: Anwendung des steuerlichen Splittingtarifs


Berlin: (hib/HLE) In 14 Bundesländern wird eingetragenen Lebenspartnerschaften die Aussetzung der Vollziehung gewährt, wenn sie in einem Rechtsbehelfsverfahren die Anwendung des steuerlichen Splittingtarifs beantragen. Nur in Bayern und Sachsen sei dies nicht der Fall, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/10740) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17/10543). Die Fraktion hatte sich nach den Konsequenzen aus mehreren Gerichtsurteilen zugunsten eingetragener Lebenspartnerschaften erkundigt.

 

Führungszeugnisse bei Neben- und Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendhilfe

Empfehlungen des Deutschen Vereins
Zusammenfassung: Mit § 72a Abs. 3 und Abs. 4 SGB VIII wurde zum 1. Januar 2012 – unter bestimmten Voraussetzungen – die Pflicht zur Einsichtnahme in Führungszeugnisse bei Neben- und Ehrenamtlichen eingeführt, die im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Damit besteht keine generelle Pflicht zur Einsichtnahme in Führungszeugnisse von allen neben- und ehrenamtlich Tätigen, sondern nur in bestimmten spezifischen Fällen. Der Deutsche Verein gibt mit den Empfehlungen konkrete Hilfestellungen für die Auslegung und Anwendung dieser Regelung. Der Deutsche Verein fordert, die Differenzierungen im Gesetz ernst zu nehmen und die Regelung nicht pauschal oder schematisch, sondern vielmehr verantwortungsvoll und nachvollziehbar anzuwenden. Ehrenamtlichem Engagement darf nicht ohne Not Hürden auferlegt werden. Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ist elementarer Bestandteil für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wichtig ist es, die Prävention in diesem Feld als Teil eines allgemein akzeptierten Selbstverständnisses und einer täglich gelebten Normalität herauszubilden, ohne dabei eine Atmosphäre von Verdächtigungen und Misstrauen zu schaffen. Daher fordert der Deutsche Verein auch ausdrücklich die Entwicklung von umfassenden Präventions- und Schutzkonzepten vor Ort, die zentrales Instrument für die Prävention vor sexuellem Missbrauch und für das Vorgehen bei Verdachtsfällen oder bestätigten Vorfällen bleiben, und erinnert an deren besondere Bedeutung. In den Empfehlungen werden im Einzelnen u.a. Hinweise zum Anwendungsbereich von § 72a Abs. 3 und Abs. 4 SGB VIII gegeben, die ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne dieser Vorschrift definiert und Empfehlungen zum Zeitpunkt der Einsichtnahme, zu den Kosten, zum Datenschutz und zur Haftung ausgesprochen. Ein Schwerpunkt der Empfehlungen ist die Entwicklung von Kriterien für die Art, Intensität und Dauer der Tätigkeit – Merkmale, die für die Prüfung, ob eine Pflicht zur Einsichtnahme in die Führungszeugnisse nach § 72a Abs. 3 und Abs. 4 SGB VIII besteht, leitend sind. Es werden konkrete Beispiele genannt und anhand zweier Fälle auch Empfehlungen für die Anwendung ausgesprochen. Entscheidend ist bei der Bewertung eine konkrete Betrachtungsweise. Der Deutsche Verein stellt klar, dass diese auch bei neben- oder ehrenamtlich tätigen Jugendlichen anzulegen ist. Ein ausschließlich auf das Alter bezogener Ausschluss würde nach Auffassung des Deutschen Vereins nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Es ist vielmehr stets die konkrete Tätigkeit anhand der Art, Intensität und Dauer zu beurteilen. Die ausführlichen Empfehlungen finden Sie in der PDF.

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Teilzeitarbeit ist häufig Etikettenschwindel

Knapp ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst wünscht sich längere Wochenarbeitszeiten. Das ist das Ergebnis der „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012“ des dbb beamtenbund und tarifunion. Frauen stellen im öffentlichen Dienst knapp 82 Prozent der Teilzeitkräfte. Der Befragung zufolge werden im öffentlichen Dienst offene Stellen zunehmend in Teilzeit ausgeschrieben. Die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, Helene Wildfeuer, sieht das kritisch: „Jede fünfte befragte Teilzeitkraft berichtete, dass ihre derzeitige Stelle nur so ausgeschrieben war. Unter den bis 45-jährigen Teilzeitbeschäftigten war es jede Vierte." Nur 43 Prozent arbeiten wegen Familie in Teilzeit Auch dass eine Teilzeitbeschäftigung dabei oft als Modell angepriesen wird, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen, ist nach Einschätzung von Wildfeuer mit Vorsicht zu betrachten. Denn der Anteil derjenigen, die in Teilzeit arbeiteten, um so mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, liege nur bei 43 Prozent. „Das Aushängeschild ‚familienförderliche Teilzeit’ droht damit zum Etikettenschwindel für Mittelkürzungen im Personalhaushalt zu werden“, so die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung. Ganzer Artikel aus dem Newsletter des Deutschen Frauenrates s. Link


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Qualitätsstandards in Krippen und Kindertagesstätten gefordert

Deutscher Familienverband alarmiert über Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern
(Berlin) Anlässlich der heutigen wissenschaftlichen Jahrestagung „Schwierige Kinder? Probleme erkennen, Herausforderung annehmen“ der Deutschen Liga für das Kind fordert der Deutsche Familienverband die Bundesregierung auf, für bundesweit verbindliche Qualitätsstandards in Krippen und Kindertagesstätten Sorge zu tragen. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass in einige Bundesländern lediglich in weniger als zehn Prozent der Krippen eine gute pädagogische Prozessqualität anzutreffen ist“, erklärt der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Dr. Klaus Zeh, unter Hinweis auf die im Frühjahr diesen Jahres veröffentlichte Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK). Gleichzeitig hebt er die Qualität in einigen jungen Bundesländern hervor, die beispielhafte gute Betreuung leisten. Nach Auffassung des Deutschen Familienverbandes muss das Jahr 2013 genutzt werden, um endlich eine echte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Betreuungsformen zu schaffen. „Dazu braucht es einerseits eine angemessene finanzielle Anerkennung der elterlichen Betreuungsleistung und andererseits gute Betreuungsangebote. Erst dann besteht die Chance, dass wirklich jedes Kind die Betreuung bekommt, die genau zu seinen Bedürfnissen passt“, fordert Verbandspräsident Zeh. Das 10-Punkte-Programm „Kindertagesbetreuung 2013“ der Bundesregierung bezeichnet der Deutsche Familienverband als unzureichend, weil qualitative Standards erst bis 2020 erreicht werden sollen. „Bis dahin werden noch etliche Geburtsjahrgänge in viel zu großen Gruppen und in einer nicht kindgerechten Fachkräfte-Kind-Relation betreut“ kritisiert Klaus Zeh. Dem angekündigten Qualitätsgesetz und einem bundesweiten „Rahmen-Bildungsplan“ sieht der Verband mit Interesse entgegen.

Kinderbetreuungsangebote erreichen nicht alle Familien

Eine Gesis-Publikation analysiert die Betreuung von unter 3-jährigen Kindern im europäischen Vergleich
Der Beitrag skizziert, wie die Betreuungsform der unter 3-jährigen Kinder in Abhängigkeit von der Erwerbstätigkeit, dem Bildungsabschluss und dem Armutsrisiko der Mutter variiert und inwieweit hier charakteristische, länderübergreifende Muster erkennbar sind. Aus den Ergebnissen: In welcher Form Kleinkinder betreut werden, hängt von den nationalen Rahmenbedingungen, aber auch vom sozialen Status der Eltern ab. Lebt die Mutter in armutsgefährdeten Verhältnissen oder hat einen niedrigen Bildungsabschluss, besteht in nahezu allen Ländern eine verstärkte Tendenz zur ausschließlich elterlichen Betreuung. Am stärksten verbreitet ist die Betreuung von unter 3-Jährigen in Krippen oder Kindertagesstätten in Ländern mit einem gut ausgebauten öffentlichen Angebot, wie Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Frankreich. Im europäischen Vergleich von nachgeordneter Bedeutung ist die externe Betreuung institutioneller und privater Art in Deutschland. Knapp zwei von zehn Müttern greifen für die Betreuung des jüngsten Kindes auf formale Angebote zurück, nur 10% nehmen private Unterstützung in Anspruch. Sieben von zehn Müttern geben an, ihr Kind ausschließlich selbst zu betreuen. Allerdings ist die soziale Selektivität nicht etwa in jenen Ländern am größten, wo die Betreuungsinfrastruktur sehr schwach ausgebaut ist, sondern die stärkste Selektivität findet sich vielmehr in Frankreich und den Niederlanden. Also in Ländern mit durchaus umfangreichen Betreuungsmöglichkeiten, aber im europäischen Durchschnitt hohen Betreuungskosten. Ein gut ausgebautes Betreuungsangebot erleichtert zweifellos die Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kindern im Krippenalter, wie sich an ihren im europäischen Vergleich außerordentlich hohen Erwerbsquoten in Dänemark, Schweden, Norwegen und den Niederlanden zeigt. Hintergrund Als Datenbasis dient die Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen der Haushalte in der europäischen Union (EU-SILC). In die Auswertung sind Angaben von 13.916 Befragten aus 25 EU-Staaten, Norwegen und Island eingeflossen. Weiterlesen und mehr Informationen über den angegebenen Link.

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Start Online-Kampagne zum Sorgerecht:

Schriftliches Schnellverfahren – nein danke! Kindeswohlprüfung – in jedem Fall!
Berlin, 23. Oktober 2012. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) startet gemeinsam mit weiteren Fachverbänden und Alleinerziehendenvertretungen die Online-Kampagne „Schriftliches Schnellverfahren – nein danke! Kindeswohlprüfung – in jedem Fall!“ Das Bündnis ruft dazu auf, den Aufruf im Internet zu unterzeichnen und damit ein starkes Votum in die Politik zu geben. Die zentrale Forderung der Verbände ist, im aktuellen Gesetzesentwurf das geplante schriftliche Verfahren ohne Anhörung der Eltern und des Jugendamtes fallen zu lassen. Gerade Konfliktkonstellationen, um die es in der Praxis geht, wird diese Regelung nicht gerecht. Wenn das Gericht entscheidet, ohne die Eltern zu Gesicht zu bekommen, schürt das eher einen Streit, als dass er geschlichtet wird. Um das Kindeswohl sicherzustellen, muss es bei einer gerichtlichen Entscheidung über das Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern weiterhin eine echte Einzelfallprüfung vor Gericht geben, statt nach Aktenlage zu entscheiden. Der Großteil der nicht miteinander verheiraten Eltern gibt derzeit einvernehmlich eine gemeinsame Sorgeerklärung ab: Das ist eine positive Entwicklung. Müssen Eltern jedoch vor Gericht klären, wer das Sorgerecht bekommt, sind Konflikte im Spiel. Ein gemeinsames Sorgerecht funktioniert jedoch nur dann gut, wenn die Eltern fähig sind, gemeinsam tragfähige Entscheidungen für das Kind zu treffen. Gerade bei Streitfällen um das Sorgerecht ist deshalb zu prüfen, ob ein gemeinsam ausgeübtes Sorgerecht zum Wohle des Kindes wäre oder ob es besser ist, wenn es die Mutter oder der Vater allein ausübt. Hier muss das Gericht den Einzelfall beleuchten und die Eltern persönlich anhören. Das neue Verfahren muss in der Praxis besonders strittigen Konstellationen gerecht werden. Können nicht miteinander verheiratete Eltern sich nicht auf das gemeinsame Sorgerecht verständigen, kann der Vater bei Gericht beantragen, am Sorgerecht beteiligt zu werden. Der Gesetzgeber beabsichtigt, für diese Anträge ein neues schriftliches Schnellverfahren einzuführen: Innerhalb von sechs Wochen muss die Mutter schriftlich darlegen, wieso die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl widerspricht. Bringt die Mutter keine überzeugende Begründung zu Papier oder verpasst sie die Frist, muss das Gericht ohne Kindeswohlprüfung nach Aktenlage auf gemeinsame Sorge entscheiden. Es ist nicht ersichtlich, warum das bewährte beschleunigte Verfahren inklusive mündlicher Verhandlung keine Anwendung finden soll. Auch der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme Ende September das geplante vereinfachte Verfahren massiv kritisiert. Die Online-Unterschriftenaktion läuft bis zum 25. November 2012. Weitere Informationen und Mitmachen s. Link

pdfKampagne Sorgerecht


2012 - 09/03

Berg Fidel – Eine Schule für alle. Kinofilm zu Inklusion

Seit 13. September läuft „Berg Fidel – Eine Schule für alle" in den deutschen Kinos. Der Dokumentarfilm greift das aktuelle Thema Inklusion feinfühlig und vorurteilsfrei auf. An der inklusiven Grundschule „Berg Fidel“ in Münster gehören alle dazu: ob hochbegabt oder lernschwach, geistig oder körperlich behindert. Während aktuell die Idee einer „offenen Schule“ lebhaft diskutiert wird, kommen in diesem einfühlsamen Porträtfilm die Kinder zu Wort. Vier Schüler erzählen mit Witz und Charme aus ihrem Schulalltag und sagen in ihrer unvergleichlichen Weise mehr als so mancher Erwachsene. Sie erzählen von sich selbst und lassen uns teilhaben an ihren Träumen und Sorgen. Der Zuschauer erlebt eindrucksvoll, wie selbstverständlich sie miteinander umgehen und hat Teil an einer kleinen Welt, die auf wundersame Weise funktioniert. Über ihren Film sagt die Regisseurin Hella Wenders: „Als ich zum ersten Mal den Klassenrat der Grundschule Berg Fidel erlebt habe, war ich sehr beeindruckt, wie selbstständig die Kinder dort ihre Probleme lösen. Auch das Lernen in den altersgemischten Klassen schien wie von allein zu gehen, obwohl 25 Prozent der Kinder offiziell behindert waren und 60 Prozent aus dem Ausland stammten. Ich habe im Laufe der Dreharbeiten eindrucksvoll erfahren, dass es nicht nur möglich, sondern sogar eine Bereicherung ist, wenn alle Kinder zusammen lernen und schon früh erkennen, dass die Welt aus verschiedenen Menschen besteht und jeder mit seiner Begabung eine wertvolle Bereicherung für die Gesellschaft ist.“ Zur Website des Films gelangen Sie über den angegebenen Link.

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Kinderkommission: Mitwirkungsrechte von Kindern stärken

Berlin: (hib/ldi) Kinder-und Jugendliche werden immer öfter in das gesellschaftliche Leben einbezogen, doch noch immer gibt es bei den Beteiligungsmöglichkeiten der Heranwachsenden Nachholbedarf. Vor allem in der Schule sei der Partizipationsgrad sehr unbefriedigend. Das wurde bei einem nichtöffentlichen Expertengespräch der Kinderkommission des Deutschen Bundestages am Mittwochnachmittag deutlich. „Schule hat eigentlich eine Riesenchance, weil sie durch die Schulpflicht alle Kinder und Jugendlichen erreicht“, macht Ursula Winklhofer vom Deutschen Jugendinstitut deutlich. Doch insbesondere im Bildungswesen seien die Entscheidungsräume für Jugendliche sehr begrenzt. Um diese zu öffnen, gehöre es auch dazu, dass Erwachsene an Macht abgeben, machte Winklhofer deutlich. Dabei müssten auch Erzieher und Lehrer ihre Rolle überdenken. Das Thema Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen muss stärker im Ausbildungsplan der pädagogischen Berufe verankert werden, fügte Expertin Rebekka Bendig von der Prozessbegleitung Partizipation hinzu. Oft seien die Strukturen und Methoden vorhanden. „Erwachsene müssen jedoch offen sein, damit Beteiligung der Kinder und Jugendlichen gelingt“, so Bendig. Quelle: Heute im Bundestag

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auswertung des Mikrozensus 2010
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für Mütter und Väter eine besondere Herausforderung dar. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft. Der folgende Beitrag (s. Link) untersucht – anhand der Ergebnisse des Mikrozensus für das Jahr 2010 – das Thema Erwerbstätigkeit in Bezug auf geschlechtsspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten und vergleicht die aktuellen Daten – wenn möglich – mit denen für das Jahr 1996; so weit kann mit den entsprechenden Analysen des Mikrozensus zurückgegangen werden. Die zentralen Fragen dieses Beitrages lauten:
> Wie vereinbaren Mütter und Väter Familie und Beruf heute und wie war dies Mitte der 1990er-Jahre?1
> Hat die Familienform Einfluss auf das Erwerbsverhalten der Mütter und Väter?
> Wie organisieren Paare mit Kindern ihre Erwerbstätigkeit? Die Ergebnisse sind weitgehend bekannt, dennoch bedeutet der Artikel eine Fundgrupe an gut aufbereiteten Zahlen für die eigene Arbeit und ist daher sehr zu empfehlen. Interessant dazu auch die Ergebnisse der "Vorwerk-Studie" aus dem Allensbach-Institut, die unter dem genannten Link abgerufen werden kann: http://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/Vorwerk_Familienstudie_2012_final.pdf

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Sorgerecht : Bundesrat fordert massive Nachbesserungen am Gesetzesentwurf

Pressemitteilung des VAMV-Bundesverband vom 24. September 2012
Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) begrüßt die Kritik des Bundesrates am vorliegenden Gesetzentwurf zur Neuregelung des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern und fordert den Bundestag auf, im weiteren Gesetzgebungsprozess nachzubessern. Die Länderkammer hat am vergangenen Freitag in ihrer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf (465/12) der Bundesregierung empfohlen, an zentralen Punkten nachzubessern, um das Kindeswohl sicherzustellen: Das geplante vereinfachte Verfahren ohne Anhörung der Eltern und des Jugendamtes sowie die Einschränkung des Amtsermittlungsgrundsatzes lehnt der Bundesrat gänzlich ab. Der Gesetzesentwurf vermutet, die gemeinsame Sorge entspräche immer dann dem Kindeswohl, wenn die Mutter innerhalb einer kurzen Frist schriftlich keine oder keine überzeugenden Gründe gegen diese vorbringt. Diese Vermutung hält der Bundesrat im Sinne des Kindeswohls nicht für tragfähig. Zudem beachte die vorgesehene Frist den Mutterschutz nicht. Im Ergebnis würde das neue Gesetz dazu führen, dass eine Entscheidung nach Aktenlage die sachliche Auseinandersetzung lediglich von den Familiengerichten auf die Oberlandesgerichte verlagert. Ganze PM s. pdf.

pdfPressemitteilung Sorgerecht

Vielfalt im Verbund macht stark - Eltern- und Familienbildung in Baden-Württemberg

Einladung zur Fachtagung des Landesfamilienrates am 27.11.2012 von 13.00 - 17.00 Uhr in Stuttgart
Fachleute sehen Familie heute nicht mehr als etwas ursprünglich Verfasstes, sondern eher als Prozess, zu dessen Bewerkstelligung ihre Akteure - Mütter und Väter - Kenntnisse und Fähigkeiten brauchen. Diese wachsen ihnen nicht einfach „naturhaft“ oder durch bloße Anschauung zu, sie müssen erworben und unterstützt werden. Über ein gesundes Aufwachsen von Kindern in Sicherheit und Geborgenheit entscheidet vor allem die Erziehungskompetenz der Eltern. Familienbildung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Ansätzen muss daher das zentrale Element der Familienförderung sein. Angebote der Eltern- und Familienbildung erstrecken sich über einen weiten Bogen familienrelevanter Kompetenzen in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensphasen – von früher Kindheit bis zum Haushalt mit Pflegebedürftigen. In Baden-Württemberg gibt es eine beeindruckende Vielfalt solcher Angebote. Allerdings mangelt es noch an Kooperations- und Vernetzungsstrukturen, welche die wesentliche Voraussetzung für die bedarfsgerechte Ausgestaltung und nachhaltige Sicherstellung von Angeboten der Eltern- und Familienbildung vor Ort und in der Region ist. Mit der Gründung eines Netzwerks Familienbildung möchte der Landesfamilienrat eine Lücke schließen und den Landesorganisationen der Träger der Eltern- und Familienbildung eine Plattform für Austausch und gemeinsame Arbeit anbieten. Zu dieser Fachveranstaltung laden wir mit dem beigefügten Flyer (PDF 1) die Vertreterinnen und Vertreter der in diesem Sinne aktiven Verbände und die interessierte Fachöffentlichkeit freundlich ein. Bitte melden Sie sich bis zum 12.11.2012 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.

pdfFlyer - Vielfalt im Verbund macht stark

Landesfamilienrat kritisiert Wegfall des Landeserziehungsgeldes

Pressemitteilung vom 19. September 2012
Der Landesfamilienrat bedauert den Beschluss der grün-roten Landesregierung, das Landeserziehungsgeld vollständig zu streichen und auch keine Leistung mehr für die Ärmsten vorzusehen. „So also sieht die Haushaltskonsolidierung im Kinderland Baden-Württemberg aus“, kommentiert der Vorsitzende des Landesfamilienrates, Jürgen Rollin, die Entscheidung der Regierungsfraktionen. „Der Wegfall der Landesleistung ist offenbar der einzig konkrete Beitrag zu den Einsparungen. Während bei anderen Personengruppen noch verhandelt werden kann, geht es bei den Wehrlosen mit einem Federstrich. Das ist kein gutes Signal, denn die Einsparung findet auf dem Rücken von einkommensschwachen Kindern und Familien statt“. Der Landesfamilienrat hatte es begrüßt, dass die Landesregierung mit einem Armuts- und Reichtumsbericht gerade die Kinderarmut unter die Lupe nehmen und daraus abgeleitet wirksame Maßnahmen ergreifen will. „Der gestrige Beschluss konterkariert diese Bemühungen“, so Rollin. Denn auch der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeigt die alarmierende Auseinanderentwicklung der Einkommen. Familien mit Kleinkindern haben grundsätzlich eine schlechtere Startposition am Arbeitsmarkt, sie brauchen gezielte Unterstützung. Nach Ansicht des Landesfamilienrates stellt die Landesregierung diese wichtige Förderung vorschnell ein. Ganze Pressemitteilung s. PDF 1 als Anlage. Dazu auch die Reaktion in den Stuttgarter Nachrichten über den folgenden Link. Eine differenzierte Stellungnahme des Landesfamilienrates vom 26. März 2012 zu den Novellierungsplänen der Landesregierung finden Sie in Anhang 2.

pdfAus für Landeserziehungsgeld

pdfStellungnahme zur Novellierung des Landeserziehungsgeldes

 


2012 - 09/02

Abschlussveranstaltung „Familien stärken“

Die erstellte Handreichung "Familien stärken … so machen wir das!" wird in dieser Veranstaltung ebenso vorgestellt wie ausgewählte Ergebnisse des dreijährigen Projektes. Die Abschlussveranstaltung des Projektes Familien stärken (FamS) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg richtet sich an alle, die Interesse an weiterführenden Konzepten und Anregungen für Angebote der Eltern- und Familienbildung haben. Sie will Interesse und Neugierde wecken – und zeigen, dass Familienbildung und im Besonderen Familien-Bildungsstätten mit innovativen Konzepten, Kursangeboten und Projekten Zielgruppen erreichen, die üblicherweise das „deutsche“ Weiterbildungsangebot meiden. Diese Abschlussveranstaltung richtet sich aber nicht nur an Einrichtungen der Familienbildung, sondern auch an Einrichtungen anderer Fachdisziplinen, die Eltern verstärkt in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen wollen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie an dieser Veranstaltung begrüßen dürften. Weitere Informationen s. Link

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50 Jahre Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen Württemberg

Einladung zum Jubiläum am 10. Oktober 2012
Die eaf württemberg feiert ihr 50jähriges Jubiläum. Dazu laden wir Sie ganz herzlich in das Familienzentrum „Das Cann“ in Stuttgart Bad-Cannstatt ein. In dieser Jubiläumsveranstaltung blicken wir im fachlichem Teil auf die letzten 50 Jahre der Familienpolitik in Deutschland zurück, in einem Podium betrachten wir die Gegenwart und mit einem abschließendem Vortrag wagen wir den Blick in die Zukunft. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie bei dem Jubiläum der eaf württemberg begrüßen dürften. Weitere Informationen finden Sie unter s. Link


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Geburtenrate in Baden-Württemberg stagniert auf niedrigem Niveau

Zahl der Neugeborenen sinkt auf Tiefststand
Durchschnittliche Kinderzahl je Frau war 2011 in den Landkreisen Biberach und Rottweil am höchsten, im Stadtkreis Heidelberg am niedrigsten.In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr rund 88 800 Kinder geboren worden und damit etwa 1 900 weniger als 2010. Damit sind seit Bestehen des Landes noch nie so wenige Kinder geboren worden wie 2011. Zum Vergleich: 1964, dem Jahr mit der höchsten Geborenenzahl im Südwesten, sind noch 161 000 Kinder zur Welt gekommen. Die Geburtenrate, also die Kinderzahl je Frau, blieb aber in den vergangenen Jahren praktisch unverändert: Sie lag im vergangenen Jahr bei 1,36 Kindern, 2010 waren es 1,38 und 2009 1,35 Kinder je Frau.1) Aber nicht nur in den letzten Jahren, sondern auch in den letzten knapp vier Jahrzehnten hat sich die Geburtenrate kaum verändert, so das Statistische Landesamt. Allerdings ist seit etwa Ende der 90er-Jahre ein deutlicher Rückgang der Geburtenzahl zu beobachten, weil seither die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zurückgegangen ist und künftig auch weiter zurückgehen wird. Innerhalb des Landes zeigen sich durchaus bemerkenswerte Unterschiede in der Geburtenhäufigkeit: Spitzenreiter unter den 44 Stadt- und Landkreisen waren 2011 die Landkreise Biberach und Rottweil mit einer Geburtenrate von 1,53 Kindern je Frau, gefolgt vom Landkreis Tuttlingen (1,52), dem Alb-Donau-Kreis und dem Stadtkreis Pforzheim (jeweils 1,49). Am Ende der Rangskala befindet sich der Stadtkreis Heidelberg mit einer Geburtenrate von 1,08 Kindern je Frau, davor die Stadtkreise Baden-Baden und Stuttgart (jeweils 1,21). Ganze Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 24.08.2012 s. Link.


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Armutsgefährdung in Baden-Württemberg im Ländervergleich zwar niedrig, aber leicht angestiegen

Senioren im Westen stärker von Armut bedroht als Gleichaltrige in den neuen Bundesländern
Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, ist in Baden-Württemberg die Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesmedian abermals leicht angestiegen und liegt nun bei 11,2 Prozent, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Im Jahr 2005 lag der Anteil armutsgefährdeter Personen in Baden-Württemberg noch bei 10,6 Prozent, 2010 bei 11,0 Prozent. Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß der EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Gemessen am mittleren Einkommen in Deutschland (Bundesmedian1)) ist etwa jeder Neunte in Baden-Württemberg von einem erhöhten Armutsrisiko bedroht, während der Anteil armutsgefährdeter Personen in Bremen (22,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (22,2 Prozent) doppelt so hoch ist. In Deutschland sind 15,1 Prozent der Menschen armutsgefährdet. Ganze PM vom 13.09.2012 s. Link

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Länderinitiative gegen Einführung von Betreuungsgeld

Entschließungsantrag gegen die Einführung des Betreuungsgeldes im Bundesrat geplant – Fachministerinnen und -minister lehnen den Gesetzentwurf ab
11 Länder , darunter auch Baden-Württemberg, lehnen den Gesetzentwurf, der heute im Bundestag beraten wird, ab und haben eine entsprechende Initiative gegen die Einführung bei der LänderministerInnenkonferenz am 24. August angekündigt. Die Debatte um das Betreuungsgeld geht jetzt in die entscheidende Phase. Am Freitagnachmittag (14. September) kommen in einer Anhörung des Familienausschusses des Bundestages zunächst die Experten zu Wort. Folgende Modifizierungen bzw. Korrekturen stehen zur Debatte: 1. Die stundenweise Betreuung in einer Tagesstätte ist unschädlich, 2. Mit dem Betreuungsgeld werden verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder verknüpft, 3. Statt eines Auszahlungsbetrages können Mütter einen höheren staatlichen Zuschuss zur Riester-Rente bekommen.

Von der Zuverdienerin zur Haupternährerin

In knapp einem Fünftel der Haushalte mit mehreren Personen ernähren inzwischen Frauen die Familie – eine noch weithin unbekannte Tatsache. Das will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Bundesfrauenministeriums (BMFSFJ) mit dem seit zwei Jahren laufenden Projekt „Familienernährerinnen“ ändern. Immer häufiger tragen Frauen die finanzielle Verantwortung für die Familie – ob phasenweise, dauerhaft, unfreiwillig oder geplant. Doch finden sie auf dem Arbeitsmarkt andere Bedingungen vor als Männer: Schlechtere Verdienst- und Aufstiegschancen, geringfügige Beschäftigung und hohe Teilzeitquoten sind typische Parameter der Frauenerwerbstätigkeit. Auch weil immer mehr Frauen die Familie ernähren, müssen sich also die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt für sie, aber auch für Frauen generell ändern. Das hat sich das Projekt von DGB und BMFSFJ zum Ziel gesetzt. In einer ersten Projektphase von 2010 bis 2012 haben die ProjektpartnerInnen über die Situation von Familienernährerinnen informiert und mit den relevanten gesellschaftlichen AkteurInnen einen gemeinsamen politischen Fahrplan (Roadmap) erarbeitet, der konkrete Maßnahmen und politische Handlungsoptionen zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von Familienernährerinnen aufzeigt. Vor wenigen Monaten rückten DGB und BMFSFJ die Familienernährerinnen und ihre Erwerbsbedingungen auf einer gemeinsamen Fachtagung in Düsseldorf in den Fokus. Jetzt liegt die Dokumentation der Tagung vor. Darin finden sich Vorträge zu Familienernährerinnen in Ost- und in Westdeutschland sowie Informationen und Diskussionsbeiträge zur Roadmap.

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Alleinerziehende als Zeitjongleure - Dokumentation erschienen

Am 5. Juli 2012 hat der Landesfamilienrat zusammen mit dem Netzwerk Alleinerziehendenarbeit in Baden-Württemberg die Fachtagung "Alleinerziehende als Zeitjongleure" mit mehr als 120 Teilnehmenden durchgeführt. Dabei ging es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ihre Grenzen, um Existenzsicherung, Soziale Netzwerke und die Frage nach dem Guten Leben. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg sieht eine große gesellschaftliche Heraus-forderung darin, wie das Verhältnis zwischen notwendiger und gewünschter Erwerbsarbeit, Zeit für die Familie und Zeit für sich selbst gestaltet werden kann, damit Kinder in Sicherheit und Geborgenheit heranwachsen und Erwachsene ohne dauerhafte Überlastung den Lebensunterhalt ihrer Familie verdienen können. Alle Beiträge dieser Tagung (einschließlich der an diesem Tag der Politik übergebenen Resolution) finden Sie über die beigefügte pdf 1. Die Dokumentation gibt es nur als Onlineversion.

pdfFachtagung Zeitjongleure


2012 - 09/01

Verbraucher-Analyse: Kinder kriegen so viel Taschengeld wie nie zuvor

Artikel aus Focus-online vom 08.08.2012
Was das Taschengeld angeht, stehen Kinder hierzulande so gut da, wie noch nie. Gut 27 Euro stehen sechs- bis 13-jährigen Schülern nach einer Untersuchung pro Monat im Durchschnitt zur Verfügung – und damit zehn Prozent mehr als 2011. Das zeigt die aktuelle Kids-Verbraucher-Analyse, die der Egmont-Ehapa-Verlag am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. 1650 Kinder gaben darin repräsentativ für ihre rund sechs Millionen Altersgenossen in Deutschland Auskunft über ihr Medien- und Konsumverhalten. „Die Eurokrise ist nicht in den Familien angekommen, die Eltern werden wieder großzügiger“, fasste Studienleiter Ralf Bauer zusammen. Schon die vier- und fünfjährigen Vorschulkinder bekommen einer ergänzenden Elternbefragung zufolge gut 14 Euro pro Monat. „Rechnet man allein das Taschengeld und die Geldgeschenke der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren zusammen, so stehen dieser Gruppe 2012 insgesamt 2,87 Milliarden Euro zur Verfügung“, erläuterte Bauer. Die Studie fragte nicht, wie viel die Kinder von ihrem Taschengeld sparen. Dafür ermittelte sie, dass Mädchen und Jungen neben dem Taschengeld im Durchschnitt noch mit 210 Euro an Geldgeschenken zu Weihnachten oder Geburtstag rechnen können. Zum Weiterlesen des Artikels: s. Link


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Bundesrechnungshof: Aktuelles System der Sozialleistungen für Kinder ineffizient

Das bestehende System eines Vorrangs von Unterhaltsvorschussleistungen und Wohngeld vor den Leistungen der Grundsicherung sei „intransparent und ineffizient“. Das schreibt der Bundesrechnungshof in einer Unterrichtung (17/10322). Er sieht es „als wenig systemgerecht an“, wenn der Bund seine Ausgaben für die Grundsicherung der leistungsberechtigten Kinder nahezu vollständig zurück hält, „während er auf der anderen Seite die Ausgaben für Unterhaltsvorschuss und Wohngeld in Höhe von 252 Millionen Euro zu leisten hat.“ Die zuständige Bundesministerin wolle an dem bestehenden System festhalten, „obwohl es Leistungsträger und Leistungsberechtigte belastet“, heißt es weiter. Der Bundesrechnungshof bleibt seiner Unterrichtung zufolge bei seiner Empfehlung, „den Vorrang anderer Sozialleistungen vor der Grundsicherung entfallen zu lassen.“ Weiter heißt es, dass diese Empfehlung auch für künftige Sozialleistungen gelten solle, die gewährt und auf den Grundsicherungsanspruch angerechnet werden können. So könne die Empfehlung auch bei der geplanten Einführung eines Betreuungsgeldes berücksichtigt werden, „um von vornherein einen weiteren unnötigen Bürokratieaufwand zu vermeiden.“ Quelle: Pressemitteilung des Bundestages vom 28.8.2012

 

Tagungsdokumentation zum Bundeskinderschutzgesetz

Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin
Am 24.-25. November 2011 fand in Berlin die Fachtagung "Erfolg im zweiten Anlauf?! Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes in der kommunalen Praxis" statt. Die Dokumentation dieser Tagung wurde in der Schriftenreihe "Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe" als Band 83 veröffentlicht und kann zum Preis von 19 Euro bestellt werden. Alle notwendigen Angaben finden Sie über den angegebenen Link bzw. den beiglegten Flyer.


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pdfFlyer Kinderschutz

Starke Kinder – Starke Familie. Wohlbefinden von Kindern in Städten und Gemeinden

Studie im Auftrag der Robert Bosch Stiftung
In Vergleichsstudien zwischen den Industrieländern zur Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen belegt Deutschland regelmäßig einen guten mittleren Platz. Tatsächlich zeigen sich jedoch große regionale Unterschiede: Viele Kommunen haben sich Kinderfreundlichkeit zum Ziel gesetzt und weisen eine große Zahl an Initiativen und Unterstützungsangeboten für Kinder auf. Zugleich wächst in anderen Regionen die soziale Kluft und die Kinderarmut. Insbesondere in den Metropolen zeigt sich eine Bandbreite unterschiedlicher Lebensverhältnisse, in denen Kinder aufwachsen. Das Konzept »Wohlbefinden von Kindern« betrachtet die Lebensqualität, die Entwicklungschancen und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern. Um »starke Kinder« und deren Entwicklung zu fördern, müssen die Lebenswelt und die Angebote für Kinder vor Ort entsprechend gestaltet sein. Dies erfordert einen Perspektivwechsel, der das Kind mit seinen Bedürfnissen und seiner eigenen Wahrnehmung in den Mittelpunkt rückt. Die vorliegende Studie (s. pdf in der Anlage) kommt zu dem Schluss, dass dieser Ansatz eine übergreifende Kooperation zwischen Familie, zivilgesellschaftlichen Initiativen, Wirtschaft und staatlichen Stellen erfordert. Im Ergebnis sollten lokale Kooperationen entstehen, in denen gemeinsam Handlungsfelder für die kindliche Lebenswelt identifiziert und neue oder erweiterte Angebote für Kinder initiiert werden. Die Kommune kann dabei die Rolle eines Koordinators und Vermittlers der Angebote übernehmen.

pdfStarke Kinder - Starke Familie

Zahl der Ehescheidungen ist im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg um 5 Prozent auf 23 100 angestiegen

Derzeit geringste Scheidungshäufigkeit im Ortenau- und im Landkreis Rottweil
Im Jahr 2011 wurden in Baden-Württemberg 23 113 Ehen geschieden – gut 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gegenüber 2004, als mit 25 129 Scheidungen der bisherige Höchststand seit Bestehen des Landes Baden-Württemberg registriert wurde, sind die Scheidungszahlen dagegen um 8 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zu 1990 lag die Zahl der Ehescheidungen im vergangenen Jahr allerdings um annähernd 40 Prozent höher, seit 1980 hat sie sich sogar um fast 80 Prozent erhöht (Schaubild 1). Parallel zu den Scheidungsfällen hat sich die Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder in den letzten Jahren entwickelt: Nachdem deren Zahl bis auf die bisherige Rekordhöhe von 21 965 Kindern im Jahre 2004 angestiegen war, war sie bis zum Jahr 2010 tendenziell rückläufig. Im vergangenen Jahr waren allerdings wieder mehr minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen −19 002 oder knapp 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich zu 1990 lag die Zahl der von einer Scheidung betroffenen Kinder im Jahr 2011 sogar um über die Hälfte höher als noch 1990. Dies beruht nicht nur darauf, dass die Zahl der Ehescheidungen insgesamt angestiegen ist, sondern ist auch darauf zurückzuführen, dass sich heute beträchtlich mehr Ehepaare mit mindestens zwei Kindern unter 18 Jahren trennen als noch Anfang der 1990er-Jahre. Während 1990 etwa jede fünfte der seinerzeit geschiedenen Ehen zwei oder mehr minderjährige Kinder hatten, traf dies im Jahr 2011 auf jede vierte der gerichtlich getrennten Ehen zu. Ganze PM des Statistischen Landesamtes vom 3.9.2012 s. Link.

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Ehegatten-Splitting auch für eingetragene Lebenspartnerschaften: Ja, aber...

Geht es nach Finanzgerichten, müssen auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner vom Ehegatten-Splitting profitieren. Das fordern jetzt auch einige Bundestagsabgeordnete der CDU. In der schwarz-gelben Koalition wächst die Zahl der Befürworter, auch homosexuellen Paaren alle Steuerprivilegien von Eheleuten zu gewähren. 13 CDU-Bundestagsabgeordnete sprachen sich Anfang August dafür aus, dass künftig auch eingetragene Lebenspartnerschaften vom Ehegatten-Splitting profitieren sollten. Sie kündigten an, ihr Anliegen nach der parlamentarischen Sommerpause in die Unionsfraktion des Bundestages einbringen zu wollen. Mit den Urteilen der Finanzgerichte gerät das letzte große Steuerprivileg der Ehe gegenüber eingetragenen Lebenspartnerschaften ins Wanken. Beim Erbschaft-, Schenkung- sowie Grunderwerb-Steuerrecht gibt es keine Ungleichbehandlung mehr. 2010 lebten 23 000 gleichgeschlechtliche Paare als eingetragene Lebenspartnerschaft. Die Gewährung des Splittingtarifs für die eingetragene Lebenspartnerschaft würde jährlich 30 Millionen Euro kosten. Dies entspricht nach Berechnungen des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner gerade einmal 0,2 Prozent der Mindereinnahmen, die der Splittingtarif für Ehegatten verursacht. Derzeit verzichte der Staat auf fast 15,5 Milliarden Euro pro Jahr. Anmerkung: Die steuerliche Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnerschaften ist unter dem Aspekt der Gleichbehandlung einerseits geboten. Andererseits führt sie eine langjährige Forderung von Familien- und Wohlfahrtsverbänden nahezu ad absurdum: Steuerliche Vorteile (zum Beispiel aus einem Splittingtarif) sollten an tatsächliche Erziehungs- oder Pflegeverantwortung geknüpft werden und nicht an die Rechtsform des Zusammenlebens. Dazu auch die Pressemitteilung des DFV vom 08.08.2012 im Anhang (pdf). Die eaf - Bund bemerkt dazu am 24.08.2012: "Anstatt jetzt vorschnell ein längst nicht mehr stimmiges System auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften auszuweiten, plädiert die eaf für eine grundsätzliche Neukonzeption der steuerlichen Behandlung von Familien. Das häufig diskutierte Familiensplitting ist keine gute Lösung. Davon profitieren vor allem Gutverdienende. Vielmehr brauche es eine grundsätzliche Neukonzeption der Familienbesteuerung. Das ließe sich am besten über eine Individualbesteuerung mit Grundfreibeträgen für Unterhaltsverpflichtete erreichen." (Auszug)

pdfDiskussion Ehegattensplitting

Neuer Report der FamilienForschung Baden-Württemberg zum Thema „Eltern- und Familienbildung: Aktuelle Entwicklungen – interkulturelle Ausrichtung“ erschienen

Die Familien-Forschung Baden-Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des Reports „Familien in Baden-Württemberg“ herausgegeben, die allgemeine Entwicklungen in der Eltern- und Familienbildung skizziert und aktuelle Ansätze und Programme auf Bundes- und Länderebene vorstellt. Darüber hinaus werden Familien mit Migrationshintergrund, die in Baden-Württemberg rund 37% aller Familien ausmachen, als Zielgruppe der Familienbildung in den Blick genommen. Dabei wird deutlich, dass es sich um eine sehr heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Bedarfslagen handelt. Der Report geht der Frage nach, wie verbreitet Familienbildungsangebote für Migrantinnen und Migranten sind, benennt Erfolgsfaktoren der Zielgruppenansprache und stellt Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg zusammen. Ein Blick über den Tellerrand auf Strategien der Elternunterstützung in anderen europäischen Ländern am Beispiel Frankreichs rundet das Thema ab. Der Report Familien in Baden-Württemberg wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes von der FamilienForschung Baden-Württemberg erstellt und enthält themenbezogene wissenschaftliche Analysen zur Lage von Familien in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. Er erscheint quartalsweise und wird ausschließlich in elektronischer Form veröffentlicht. Der Report kann auf der Homepage der FamilienForschung Baden-Württemberg kostenlos abonniert werden (http://www.fafo-bw.de/Familien_in_BW). Hier und auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (http://www.sozialministerium-bw.de) steht er auch zum Download bereit. Die nächste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Kinder – Eltern – Großeltern: Generationenverhältnisse.“


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pdfEltern und Familienbildung

 


2012 - 07/02

Immer weniger Eltern bewerben sich um Adoption

Süddeutsche Online am 27.07.2012
Wiesbaden (dpa) - In Deutschland gab es noch nie so wenig Bewerber um die Adoption eines fremden Kindes wie 2011. Zugleich ist die Zahl aller Adoptionen leicht gestiegen. 4060 Kinder sind 2011 in Deutschland von Stiefeltern, Verwandten oder Fremden als eigene angenommen worden - 39 oder ein Prozent mehr als im Vorjahr. «Damit stabilisierte sich die Zahl der Adoptionen, nachdem sie zwischen 1994 und 2009 stetig gesunken war», teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden 2011 von ihren Stiefeltern adoptiert - auch dieser Anteil nimmt zu. Im Jahr 2009 betrug er nur 52 Prozent. In den Vermittlungsstellen lagen Ende vergangenen Jahres 5957 Bewerbungen um die Adoption eines Kindes vor, neun Prozent weniger als im Vorjahr und so wenig wie nie seit der Wiedervereinigung. Dabei werden Stiefeltern und Verwandte nach Angaben der Statistiker nicht gezählt. Damit kamen rein rechnerisch fast sieben Bewerber auf einen zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen; im Vorjahr waren es etwas mehr als sieben. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2266 Mädchen und Jungen von ihren Stiefeltern gesetzlich angenommen - also einem neuen Partner eines leiblichen Elternteils. 104 Kinder wurden von Verwandten adoptiert und nur 1690 Kinder von Bekannten oder Fremden (plus 21). Fast zwei Drittel dieser Kinder waren jünger als drei Jahre. Bei den Stiefeltern oder Verwandten war nur gut jedes zehnte Kind noch nicht drei Jahre alt. Ganzer Artikel s. Link

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Immer weniger Hebammen betreuen Frauen nach der Entbindung

Schwangerenberatungsstellen sorgen sich um Mütter und Neugeborene. Diakonie fordert bessere Bezahlung der Hebammen
Stuttgart, 30.07.2012. Die Diakonie ist besorgt über die wachsende Zahl schwangerer Frauen, die vor und nach der Geburt ihres Kindes nicht von einer Hebamme begleitet werden. Weil es sich für Hebammen finanziell nicht rechnet, ziehen sich immer mehr von ihnen aus der Begleitung während und nach der Schwangerschaft zurück. „Zunehmend stellen Beraterinnen fest, dass Klientinnen keine Hebamme finden, die sie während der Schwangerschaft und nach der Geburt betreut“, sagt Marlene Barth, zuständige Referentin im Diakonischen Werk Württemberg. Wenn Frauen ohne familiäres Netz oder Migrantinnen mit weniger Kenntnissen des Hilfesystems vor allem nach der Geburt ihres Kindes allein gelassen würden, könne dies weit reichende Folgen haben. Grundsätzlich werden Frauen am dritten Tag nach der Entbindung aus dem Krankenhaus entlassen. Gerade dann treten laut Marlene Barth meist Probleme beim Stillen oder die Neugeborenengelbsucht auf, auch ein Dammschnitt verursache dann noch Schmerzen. Bis zum zehnten Tag steht Wöchnerinnen die Begleitung einer Hebamme zu, in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr. „Unsere Beraterinnen machen sich Sorgen, wenn sie feststellen, dass problembelastete Klientinnen keine Hebamme für die Zeit nach der Geburt gefunden haben.“ Während sie während der Schwangerschaft immerhin meist ärztlich betreut seien, würden sie nach der Geburt oft allein gelassen. Hintergrund für den Rückzug der Hebammen ist laut Jutta Eichenauer, erste Vorsitzende des Hebammenverbands, der nicht auskömmliche Stundenlohn von unter zehn Euro. „Man kann von diesem Beruf nicht leben.“ Auch bei weiten Fahrten über Land rechne sich der Einsatz nicht. Sie selbst müsse oft Frauen absagen, die zuvor schon von fünf oder sechs Hebammen eine Ablehnung bekommen haben. Für Frauen, die während der Schwangerschaft und nach der Geburt ihres Kindes, Unterstützung brauchen, müssen genügend Hebammen zur Verfügung stehen, fordert die Diakonie in Württemberg. Sie fordert deshalb eine auskömmliche Bezahlung der Hebammen.

Jeder vierte abhängig Beschäftigte in einem »atypischen Beschäftigungsverhältnis«

In Baden-Württemberg 2011 insgesamt knapp 1,1 Millionen Frauen und Männer atypisch beschäftigt
Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, waren im Jahr 2011 in Baden-Württemberg knapp 1,1 Millionen Frauen und Männer in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis und rund 3,3 Mill. in einem Normalarbeitsverhältnis tätig. Somit zählte rund ein Viertel (24,9 Prozent) der etwa 4,4 Mill. abhängig Beschäftigten1) zu den atypisch Beschäftigten. Diese Beschäftigtengruppe setzt sich zusammen aus abhängig Beschäftigten, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben bzw. geringfügig oder in Teilzeit (mit 20 oder weniger Stunden pro Woche) tätig sind. Gegenüber dem Vorjahr ist in Baden-Württemberg die Zahl der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis um 2,7 Prozent, die der atypisch Beschäftigten um 2,9 Prozent angewachsen. Damit weicht für diesen Zeitraum die Entwicklung im Land von der bundesweiten Entwicklung ab. In Deutschland insgesamt stieg gegenüber 2010 die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse mit +2,5 Prozent stärker an als die der atypischen Beschäftigten (+1,5 Prozent). Der Vergleich mit dem Jahr 2000 macht deutlich, dass ein erheblicher Teil des längerfristigen Beschäftigungszuwachses in Baden-Württemberg auf der starken Zunahme der atypischen Beschäftigungsverhältnisse basiert: Die Zahl der Baden-Württemberger in Normalarbeitsverhältnissen hat gegenüber 2000 um 5 Prozent zugenommen, die der atypisch Beschäftigten hingegen um gut 25 Prozent. Vor allem die Ausweitung der befristeten Arbeitsverträge hat zu diesem erheblichen Bedeutungszuwachs beigetragen. Frauen sind unter den atypisch Beschäftigten deutlich überrepräsentiert: Im Jahr 2011 waren gut 76 Prozent aller atypisch Beschäftigten Frauen, während Männer mit knapp 24 Prozent in dieser Gruppe deutlich schwächer vertreten sind. Männer dominieren dagegen mit einem Anteil von knapp 62 Prozent die sogenannten Normalarbeitsverhältnisse. Die Überrepräsentanz von Frauen unter den atypisch Beschäftigten resultiert vor allem aus der Tatsache, dass Frauen weitaus häufiger als Männer Teilzeit arbeiten bzw. geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ausüben. Weiter s. Link


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Das neue Managementverfahren für Kommunen im demografischen Wandel nimmt Gestalt an

Die Ausschreibung startet im Herbst 2012 - Wir informieren Sie rechtzeitig
Mit dem neuen integrierten Managementverfahren sollen künftig Gemeinden und Städte in Baden-Württemberg dabei unterstützt werden, geeignete Strategien und Handlungskonzepte zur Bewältigung des demografischen und gesellschaftlichen Wandels umzusetzen. Die FamilienForschung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und der Landesfamilienrat Baden-Württemberg hatten im März 2012 die Initiative ergriffen und rund 80 Bürgermeister/innen, Amtsleitungen und weitere Fachleute aus baden-württembergischen Kommunen zu einer Planungswerkstatt in das Statistische Landesamt eingeladen. In der Zwischenzeit liegt eine Konzeption vor, die mit den Kooperationspartnern im Land abgestimmt wird. Im Herbst 2012 kann dann die Ausschreibung erfolgen. Alle Gemeinden und Städte werden darüber rechtzeitig informiert. Drei Säulen sieht das neue Managementverfahren vor: Ausgehend von einem klar definierten Mandat wird unter aktiver Beteiligung der Bürgerschaft und zusammen mit Gemeinderat und Verwaltungsspitze ein integriertes Handlungskonzept entwickelt, das wesentliche Strategien, Ziele und Maßnahmen für die künftige Entwicklung der Kommune enthält. Um das integrierte Handlungskonzept erfolgreich umzusetzen, werden den Entscheidungsträgern und Projektverantwortlichen spezielle Qualifizierungsveranstaltungen angeboten. Die Qualifizierungsveranstaltungen werden von einem landesweiten Kompetenznetzwerk mit ausgewiesenen kommunalen Experten und Praktikerinnen getragen. Um die Strategien und Ziele kommunalen Handelns regelmäßig fortzuschreiben, beinhaltet das Managementverfahren verschiedene Instrumente zur Qualitätssicherung. Dies reicht von verschiedenen Methoden und Standards der Selbstevaluation bis hin zu der Möglichkeit, den kommunalen Gestaltungsprozess extern begutachten zu lassen. Die Ausschreibung startet im Herbst 2012. Ganzer Text der FamilienForschung vom 31.07.2012 s. Link

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Robert Bosch Stiftung stellt Studie zum Wohlbefinden von Kindern vor

Trotz guter Ansätze gibt es besonders in deutschen Großstädten große Unterschiede in der Lebenswelt von Kindern. Das ist das Fazit der von der Robert Bosch Stiftung in Auftrag gegebenen Studie „Starke Kinder – starke Familien. Wohlbefinden von Kindern in Städten und Gemeinden.“ Die soziale Kluft in Deutschland hat sich laut Studie vergrößert. Die Entwicklungschancen von Kindern und ihre Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, hängen vor allem von der Situation der Eltern, den Freunden und der Nachbarschaft ab. „Wir müssen stärker darauf hören, wie Kinder ihre Umgebung sehen und anfangen, sie ernst zu nehmen und mit entscheiden zu lassen“, sagt Professor Hans Bertram. „Und wir müssen dafür sorgen, dass alle gemeinsam, Bürgerinitiativen, staatliche Stellen und Wirtschaft, im Sinne der Kinder zusammenarbeiten.“ Die Studie betrachtet das Wohlbefinden von Kindern in Deutschland aus drei Perspektiven: Die Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants untersucht bundesweit Initiativen, die Kinder fördern. Der Soziologe Hans Bertram und die Politologin Tine Stein analysieren die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus wissenschaftlicher Sicht. Die Journalistin Elisabeth Niejahr berichtet von erfolgreichen zivilgesellschaftlichen Projekten in den USA, bei denen das Wohlbefinden von Kindern schon länger im Fokus liegt. Das Fazit der Experten: Deutschland braucht ganzheitliche Förderkonzepte für Kinder, insbesondere in Metropolregionen. Es genüge nicht, die Gesundheit von Kindern und ihre intellektuellen Fähigkeiten zu fördern. Vielmehr müssten Kinder als Experten für ihr Leben ernst genommen werden und mitreden dürfen. Aufgabe der Kommunen solle sein, die bereits erfolgreichen lokalen Angebote und Akteure stärker zu vernetzen. Mit dieser Studie knüpft die Robert Bosch Stiftung an die Empfehlungen der Kommission „Familie und demographischer Wandel“ unter Vorsitz von Professor Kurt Biedenkopf an, die 2009 im Bericht „Starke Familie – Solidarität, Subsidiarität und kleine Lebenskreise“ formuliert wurden. Das Thema Wohlbefinden von Kindern bildet auch den Auftakt in der Reihe der Berliner Demographiegespräche, die im November 2012 wieder aufgenommen wird. In diesem Format der Robert Bosch Stiftung tauschen sich prominente Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft über wechselnde Themen rund um die Demographie aus. Nähere Informationen unter Quelle: Pressemitteilung der Robert Bosch Stiftung vom 26.7.2012

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Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen – Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern geschlossen

Das Bundesfamilienministerium hat mit den Bundesländern eine Verwaltungsvereinbarung zur „Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen 2012 -2015“ geschlossen, die zum 1.7.2012 in Kraft getreten ist (siehe Dateianhang). Die Bundesinitiative soll zur Etablierung verbindlicher Netzwerke Frühe Hilfen und zur Einbindung von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich in diese Netzwerke beitragen. Ziel ist es, Frühe Hilfen zu stärken und Familien ab der Schwangerschaft und mit Kleinkindern über Hilfeangebote zu informieren und sie in belasteten Lebenslagen zu unterstützen. Inhaltlich interessant ist insbesondere Art. 2 dieser Verwaltungsvereinbarung, der den Gegenstand der Förderung regelt. Förderfähig sind danach Netzwerke Frühe Hilfen, wenn sie mindestens Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe, relevante Akteure des Gesundheitswesens, Schwangerschaftsberatungsstellen und Einrichtungen der Frühförderung einbinden (Art. 2 Abs. 3). Die Länder müssen nun Länderrichtlinien erlassen, die die Vorgaben aus Art. 2 umsetzen. Die Bundesgelder werden an die Länder weitergeleitet, die sie dann „unverzüglich an die Endbegünstigten“ auszuzahlen haben (Art. 11). Die Verteilung der Bundesgelder an die Länder erfolgt in einem Mix aus Königsteiner Schlüssel, Zahl der Kinder unter 3 Jahren bzw. der Kinder unter 3 Jahren im SGB II- Bezug. Die Auszahlungssumme je Bundesland ist in der Anlage auch aufgelistet. Auf Bundesebene wird eine Koordinationsstelle beim Nationalen Zentrums Frühe Hilfen zur Koordination und inhaltlichen Umsetzung eingerichtet (Art. 6). Die Länder richten ebenfalls eine Koordinierungsstelle für Qualifizierung, Qualitätsentwicklung und –sicherung ein. (Art 5). Es gibt eine Steuerungsgruppe aus Vertretern von Bund und Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden (Art. 7) und eine Mitwirkungspflicht der Länder bei der wiss. Begleitung. Für die Freien Träger empfiehlt es sich nun, z. B. über die Landesarbeitsgemeinschaft der FW mit den Ländern bzw. den Kommunen ins Gespräch zu kommen, falls noch nicht geschehen… aus: Informationsbrief aus dem Arbeitsbereich Pränataldiagnostik/Reproduktionsmedizin/Bioethik im DW Württemberg vom 27.07.2012

pdfVerwaltungsvereinbarung


2012 - 07/01

Sorgerecht des nicht mit der Mutter verheirateten Vaters

Stellungnahme des Deutschen Vereins zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern
In der nachfolgenden Stellungnahme (s. Anlage) begrüßt der Deutsche Verein, dass nunmehr eine gesetzliche Regelung geschaffen werden soll, die sorgewilligen Vätern, die nicht mit der Mutter verheiratet sind, einen Zugang zur gemeinsamen Sorge eröffnet, der das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt, ohne ihnen dabei große Hürden in den Weg zu legen. Er lehnt aber die in dem Entwurf vorgesehene Einführung eines „vereinfachten“ familiengerichtlichen Verfahrens, in dem der Amtsermittlungsgrundsatz erheblich eingeschränkt wird, ab. Bei der Prüfung, ob die gemeinsame Sorge dem Kindeswohl widerspricht, sollte weder auf die Mitwirkung des Jugendamts im familiengerichtlichen Verfahren noch auf die persönliche Anhörung der Eltern verzichtet werden. Darüber hinaus spricht sich der Deutsche Verein dafür aus, dass das Familiengericht sämtliche Entscheidungen, die die elterliche Sorge für ein Kind verändern, unmittelbar und unverzüglich dem Jugendamt mitteilt, bei dem das Sorgeregister geführt wird.

pdfSorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern

Durchführung des Unterhaltsvorschussgesetzes in Baden-Württemberg

Das Unterhaltsvorschussgesetz stellt eine wichtige familienpolitische Errungenschaft dar. Es entlastet alleinerziehende Eltern und beugt Kinderarmut vor. Gleichzeitig werden allerdings aufgrund des Unterhaltsvorschussgesetzes durch die Nichterfüllung von Unterhaltspflichten die öffentlichen Haushalte belastet. Somit kommt der Durchsetzung von Unterhaltspflichten bzw. dem Rückgriff der zuständigen Behörden bei den säumigen Unterhaltsschuldnern in doppelter Hinsicht große Bedeutung zu. Dabei sind die Stadt- und Landkreise unterschiedlich erfolgreich, was auch mit der unterschiedlichen personellen Besetzung der Ämter zusammen hängt. Vor diesem Hintergrund soll der vorliegende Antrag der CDU-Fraktion (s. Link) im Landtag zum einen klären, inwieweit durch einen stringenten Gesetzesvollzug sichergestellt wird, dass sich säumige Unterhaltsschuldner ihren finanziellen Verpflichtungen nicht entziehen können. Zum anderen muss gewährleistet sein, dass bei Änderungen an den bestehenden Regelungen der hohen familienpolitischen Bedeutung des Gesetzes Rechnung getragen wird. In der Bundespolitik soll der Unterhaltsvorschuss neu geregelt werden; ein Gesetzentwurf liegt vor (s. Anlage), der allerdings an einigen Stellen zum Nachteil des sorgenden Elternteils gerät. Der der Landesfamilienrat fordert in seinem Positionspapier "Alleinerziehende - Familien in konzentrierter Form" (s. Artikel 2) Verbesserungen beim UVG.

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pdfGesetzentwurf

Monitor: Alleinerziehende

Bundesfamilienministerium veröffentlicht neuen Report
Moderne Familienpolitik fördert Familien, nicht Familienmodelle: Sie unterstützt Menschen dabei, ihrer Verantwortung für Kinder, Partner und Angehörige gerecht zu werden - unabhängig von der Form ihres Zusammenlebens. Damit trägt sie der Vielfalt von Lebensentwürfen in unserer Gesellschaft Rechnung. In dieser Vielfalt sind Alleinerziehende längst keine Ausnahmeerscheinung mehr: In jeder fünften Familie mit minderjährigen Kindern stemmen Alleinerziehende den Familienalltag, und das mit hohem Verantwortungsbewusstsein für die Kinder. Der vorliegende Monitor Familienforschung (s. Link) befasst sich deshalb mit der Situation von Alleinerziehenden in Deutschland. Für das gute Aufwachsen von Kindern spielt, wie der Monitor zeigt, weniger die Familienform eine Rolle, sondern vielmehr die sozioökonomische Lage der Eltern. Aufgrund ihrer familiären Situation benötigen Alleinerziehende hier besondere Unterstützung. Noch mehr als andere Eltern sind sie auf bedarfsgerechte und flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten und familienfreundliche Arbeitszeiten angewiesen, um familiäre Fürsorgeaufgaben mit dem beruflichen Alltag in Einklang bringen zu können. Der Monitor zeigt: Viele Alleinerziehende sind hoch motiviert, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder aus eigenen Kräften zu sichern. Dennoch erhalten rund 40 Prozent der Alleinerziehenden SGB-II-Leistungen. Mit Maßnahmen wie dem Ausbau des Kinderbetreuungsangebots, der Flexibilisierung der Elternzeit, der Förderung familienunterstützender Dienstleistungen sowie der Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt schaffen wir Rahmenbedingungen für mehr Zeitsouveränität in der Lebensgestaltung von Familien. Sie kommen auch und gerade Alleinerziehenden zugute. So können Kinder, unabhängig in welchen Familien sie aufwachsen, gut ins Leben starten. Dr. Kristina Schröder, BMFSFJ, 17.07.2012

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Publikation: Alleinerziehende - Familien in konzentrierter Form

Neues Positionspapier des Landesfamilienrates erschienen
Die Familienform "allein erziehend" sagt noch nicht viel darüber aus, in welcher Lebenssituation sich die Mütter oder Väter befinden. Alleinerziehende sind keine homogene Gruppe, vielmehr ist von einer Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse und Bedarfslagen auszugehen. Stärker als die Familienform wirken sich Einkommensverhältnisse, Bildungsstand, Gesundheit oder Alter auf die Lebenslage von Müttern oder Vätern aus. Der Landesfamilienrat thematisiert mit seinem neuen Positionspapier die "zugespitzte" Situation von Einelternfamilien. Gleichzeitig macht er dabei auf die Chancen und Risiken aller Familien aufmerksam. Der Landesfamilienrat fordert Politik und Gesellschaft dazu auf, Rahmenbedingungen für die Familie so zu gestalten, dass Kinder und Eltern, in welcher Familienform auch immer, gute Lebensbedingungen vorfinden. Mit der Broschüre und einer Fachtagung am 5. Juli beendet der Landesfamilienrat seinen inhaltlichen Schwerpunkt "Alleinerziehende", gleichwohl werden ihn die Thematik und die Lebenssituation weiter beschäftigen. Das Heft steht zum Download bereit (s. Anlage) und kann gedruckt gegen eine Versandkostenpauschale bei der Geschäftsstelle angefordert werden.

pdfFamilie in konzentrierter Form

Resolution: Alleinerziehende als Zeitjongleure

Resolution bei Fachtagung des Landesfamilienrates am 5. Juli 2012
Alleinerziehende müssen im Jonglieren geübt sein. Das gilt vor allem für die knappe Zeit, meist aber auch für die Finanzen. Jedoch bleibt trotz steigender Zahlen und einer gewachsenen Selbstverständlichkeit die Familienform „alleinerziehend“ verletzlich, nicht zuletzt wegen ihrer finanziellen Anfälligkeit. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist für Alleinerziehende der sicherste Weg, um langfristig eine befriedigende materielle Grundlage zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung ist die berufliche Qualifikation, denn Frauen ohne Berufsausbildung sind besonders armutsgefährdet. Dabei stellt die Gleichzeitigkeit von Erwerbsarbeit und familiären Aufgaben für viele Alleinerziehende mit kleinen oder mehreren Kindern zumeist ein großes Hindernis dar. Wichtig sind daher vielfältige Ansätze und Hilfen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Anlässlich des Fachkongresses „Zwischen Arbeit, Kindern, Haushalt, Leben…. Alleinerziehende als Zeitjongleure“ am 5. Juli 2012 fordert der Landesfamilienrat Baden-Württemberg zusammen mit dem Netzwerk Alleinerziehendenarbeit in Baden-Württemberg und den 120 Teilnehmerinnen u.a., die Ausbildungsbedingungen für Alleinerziehende mit Familienverantwortung zu verbessern, Netzwerke für Familien zu unterstützen, die Kinderbetreuung bedarfs- und bedürfnisgerecht auszubauen, eine bessere finanzielle Absicherung der Alleinerziehendenfamilie und insgesamt die Hinentwicklung zu einer "fürsorglichen Gesellschaft", s. Anlage 1. Ausführlich beschrieben sind die Positionen und Forderungen des Landesfamilienrates in seiner neuesten Veröffentlichung, s. nächster Artikel. Als Anlage 2 zu diesem Beitrag finden Sie die Pressemitteilung des Sozialministeriums zur Fachtagung, bei der Familienministerin Katrin Altpeter das Grußwort der Landesregierung gesprochen hat.

pdfAlleinerziehende als Zeitjongleure

pdfFachtagung Alleinerziehende

 


2012 - 06/01

Ohne Kindeswohl kein gemeinsames Sorgerecht

PM VAMV-Bundesverband Berlin, 5. Juni 2012.
Für eine gute Entwicklung von Kindern ist nicht die Form des Sorgerechts entscheidend, sondern die Fähigkeit ihrer Eltern zur konstruktiven Zusammenarbeit in Fragen der Erziehung. Die geplante Neuregelung des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern gibt deshalb Anlass zur Sorge, denn auch bei Konflikten soll in einem schriftlichen Schnellverfahren das gemeinsame Sorgerecht zugewiesen werden. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert deshalb den vorliegenden Referentenentwurf und sieht dringenden Nachbesserungsbedarf. Die Fachtagung des VAMV „Gemeinsame Sorge – geteilte Verantwortung? Rechte und Pflichten in der Alltagspraxis“ am 2. Juni in Berlin machte unter anderem den aktuellen Referentenentwurf zum Thema: „Geben nicht miteinander verheiratete Eltern keine gemeinsame Sorgeerklärung ab, sind oftmals Konflikte der Grund. Ausgerechnet hier folgt der Gesetzgeber dem Leitbild, dass die gemeinsame Sorge immer das Beste für das Kind wäre und ignoriert somit wissenschaftliche Erkenntnisse“, bemängelt Edith Schwab, VAMV Bundesvorsitzende.

Ernüchternde Daten von Unicef: Kinderarmut auch in Deutschland hoch

Die Bundesrepublik ist bei der Bekämpfung von Kinderarmut weniger erfolgreich als andere Industrieländer. Am besten schneidet Skandinavien ab – obwohl dort das Pro-Kopf-Einkommen nicht höher ist als h
Die Kinderarmut in Deutschland ist einer Unicef-Studie zufolge höher als in vielen anderen Industrieländern. Auf einer Liste mit 29 Ländern zu Entbehrungen von Kindern belege Deutschland Platz 15, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag in Köln mit. Das bedeute, dass die Kinderarmut in 14 Ländern geringer sei. Am besten schneiden die skandinavischen Staaten ab, allen voran Island und Schweden. „Es ist enttäuschend, dass Deutschland es nicht schafft, die materiellen Lebensbedingungen für Kinder entscheidend zu verbessern“, kritisierte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Grundlage für die am Dienstag veröffentlichte Studie ist den Angaben zufolge eine repräsentative Erhebung der Europäischen Union, für die 125 000 Haushalte erstmals nach Daten zu Kindern befragt wurden. Die Studie definiert 14 verschiedene Güter oder Angebote, die einem Kind in einem wohlhabenden Land zur Verfügung stehen sollten. Dazu gehören ein Platz, um Hausaufgaben machen zu können, ein Internetanschluss oder Freizeitangebote wie Fußballspielen in einem Verein. Wenn ein Kind mehr als zwei dieser Dinge nicht hat, wird dies als Hinweis auf eine „besondere Mangelsituation“ gewertet. Quelle: Focus-online v. 30.05.2012. Zur Studie gelangen Sie über den angegebenen Link.

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10-Punkte-Plan zum Betreuungsausbau: Ein Dokument der Hilflosigkeit

Pressemitteilung der EAF Bund v. 30.05.3012
Heute (30.09.2012) wurde der „10-Punkte-Plan Kindertagesbetreuung 2013“ (s. Link) im Kabinett besprochen und von Bundesfamilienministerin Schröder veröffentlicht. Neben einigen Initiativen, die ohnehin schon im Gange sind, enthält der Plan viele Absichtserklärungen, deren Umsetzung aber im Dunkeln bleibt. Z. B. ist die Gewinnung von zusätzlichem Fachpersonal zweifellos ein wichtiger Punkt, denn es fehlt nicht nur an Räumlichkeiten, sondern vor allem auch an Erzieherinnen und Erziehern. Wie diese auf die Schnelle gewonnen, ausgebildet und dann auch noch besser bezahlt werden sollen bleibt völlig unklar. Es ist nicht mehr als eine löbliche Absicht des Papiers, die im Übrigen in die Zuständigkeit der Länder fällt. Seltsam mutet auch die Initiative „Anschwung frühe Chancen“ (s. Link) an. Sogenannte Prozessbegleiter sollen nach freien Betreuungskapazitäten fahnden!? Das kann doch nicht wahr sein! Als ob Eltern das nicht seit Jahren sowieso schon tun müssen und Kitas nicht ebenfalls alle ihre Kapazitäten bis an die Grenze ausnutzen würden? Im Übrigen ist das Jugendamt die vermittelnde Instanz und nicht diese sicherlich gutwilligen „Kapazitätenscouts“, von deren Existenz im Zweifel niemand weiß. Wirklich hilfreich sind vermutlich die zinsgünstigen Kredite, die ebenfalls Bestandteil des Plans sind. Aber was machen die nicht wenigen überschuldeten Kommunen ohne bestätigte Haushalte? Sie können keine weiteren Kredite aufnehmen! „Da wäre es doch viel besser, die Mittel, die für das Betreuungsgeld eingeplant sind, für den Betreuungsausbau auszugeben“, fordert die Präsidentin der eaf, Frau Riemann-Hanewinckel. Diese Mittel betragen übrigens ein Vielfaches der insgesamt 350 Millionen zinsgünstiger Kredite. Anmerkung: Laut Angaben des Statistischen Bundeamtes wurden zum 1. März 2011 rund 517.000 Kinder unter drei Jahren in Deutschland in Kindertageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege betreut – das entspricht einem Anteil von 25,4 Prozent. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/9784) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/9519) mit. Den derzeitigen Betreuungsbedarf beziffert die Regierung auf durchschnittlich 39 Prozent. Der Bedarf könne regional allerdings „deutlich“ variieren. Die auf dem Krippengipfel im Jahr 2007 festgelegte Betreuungsquote von 35 Prozent bei 700.000 Betreuungsplätzen entspreche wegen des demografischen Wandels derzeit einer Betreuungsquote von 38 Prozent.


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Schlaf, Kindchen schlaf. Ein Abgesang auf das Betreuungsgeld in fünf Strophen

Verbände gegen Betreuungsgeld Pressemitteilung vom 14.06.2012
Landauf, landab gibt es Protest und Häme gegen das Betreuungsgeld: die Presse brilliert in geschwungen formuliertem Sarkasmus, PolitikerInnen aller Parteien sind entrüstet über das sture Festhalten an abwegigen familienpolitischen Ideen und die meisten Fachleute möchten das Geld lieber in den Ausbau von Kitaplätzen stecken. Der Regierungskoalition ist zu wünschen, dass sie im Gesetzgebungsverfahren kläglich an den KritikerInnen in ihren eigenen Reihen scheitert.
12 Verbände singen einen Abgesang auf das Betreuungsgeld in fünf Strophen:
1. Strophe: Eltern erziehen ihre Kinder immer – ganz gleich ob zu Hause oder vor und nach der Kita. Die Würdigung dieser Leistung durch 150 Euro ist lächerlich und spaltet Eltern unnötig.

2. Strophe: Als Fernhalteprämie von Kindertagesstätten beleidigt sie das Betreuungssystem, das die Bundesregierung gleichzeitig ausbauen will.

3. Strophe: Lebensentwürfe von Familien sind vielfältig. Eine moderne Gesellschaftspolitik sollte private Entscheidungen weder belohnen noch verteufeln.

4. Strophe: Die Herdprämie konterkariert alle Bestrebungen für eine Chancengleichheit von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

5. Strophe: Internationale Erfahrungen bestätigen, dass durch das Betreuungsgeld Fehlanreize gesetzt werden. Andere Länder sind deshalb gerade dabei, diese Leistung wieder abzuschaffen.

Wir Verbände sprechen uns explizit gegen die Einführung des Betreuungsgeldes aus und werden im Rahmen unserer gesellschaftspolitischen Aktivitäten alles tun, um es zu verhindern. Das Betreuungsgeld soll weiter schlafen. Wir fordern von Familienministerin Schröder eine wache Politik für Familien: Dabei steht der Ausbau der Kitaplätze an erster Stelle, unmittelbar gefolgt von der Verwirklichung der Entgeltgleichheit von Frauen und Männern, der Entrümpelung des Steuerrechts und der Bekämpfung der Kinderarmut mit soliden, nachhaltigen Konzepten. Ganze Mitteilung mit unterzeichnenden Verbänden s. pdf.

pdfVerbände gegen Betreuungsgeld

Sozialministerin Altpeter: Einführung des Betreuungsgeldes ist Rückfall in die 50er Jahre

Auch Landesfamilienrat lehnt das Betreuungsgeld ab
Als bildungs-, frauen- und integrationspolitischen Irrweg bezeichnete Sozialministerin Katrin Altpeter die Entscheidung des Bundeskabinetts zur Einführung des Betreuungsgeldes. „Die Milliarden, die für das Betreuungsgeld ausgegeben werden, sollte man besser für die frühkindliche Bildung und den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze verwenden“, sagte Altpeter in Stuttgart. Schätzungen zufolge könnten mit dem Betreuungsgeld für Baden-Württemberg mehr als 13.000 zusätzliche Kita-Plätze im Land eingerichtet werden, so die Ministerin. Altpeter sieht die Gefahr, dass sich wegen des Betreuungsgeldes Teilzeitbeschäftigte und gering Qualifizierte aus dem Arbeitsleben zurückziehen und deshalb später nur schwer wieder einen Job finden. Damit steige bei diesem Personenkreis das Armutsrisiko. Das Betreuungsgeld ermutige Eltern, ihre Kinder von vorschulischen Bildungseinrichtungen fern zu halten und bezahle sie noch dafür. „Wenn Eltern ihre Kinder nicht in die staatlich bezuschusste Musikschule schicken, bekommen sie auch keinen finanziellen Ausgleich“, kritisierte Altpeter. In Familien mit Migrationshintergrund werde zudem die gesellschaftliche Integration der Frauen erschwert. Bundesweit gibt es derzeit eine partei- und verbandsübergreifende Aktion gegen die Einführung des Betreuungsgeldes, s. Anhang. Auch der Landesfamilienrat lehnt das Betreuungsgeld als eher problematisches Instrument ab. Die Leistung wirke unspezifisch und sei ansgesichts anderer familienpolitischen Notwendigkeiten zu teuer so der geschäftsführende Vorstand des Landesfamilienrates bei seiner Sitzung am am 13. Juni 2012 in Stuttgart.


2012 - 05/03

Statistik: Warum das Durchschnittsalter in Baden-Württemberg steigt

Brenner: Zu geringe Geburtenrate entscheidend für die enorme Alterung der Bevölkerung – Zuwanderung hat Alterungsprozess aber deutlich abgemildert

Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs hat sich seit 1970 um rund 1,8 Mill. auf derzeit knapp 10,8 Mill. erhöht. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung im Land immer älter. 1970 lag das Durchschnittsalter noch bei unter 35 Jahren, heute sind die Baden-Württemberger im Schnitt knapp 43 Jahre alt. Ganz entscheidend für diese Entwicklung ist die seit Jahrzehnten zu geringe Geburtenhäufigkeit, sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse. Erstmals habe das Statistisches Landesamt den Einfluss des niedrigen Geburtenniveaus, aber auch der deutlich gestiegenen Lebenserwartung und der zeitweise enormen Zuwanderung auf die Bevölkerungsentwicklung seit 1970 quantifiziert. Die Berechnungen erbrachten unter anderem folgende Ergebnisse.
Ganze Pressemitteilung mit Zahlen und Szenarien s. Link

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Halbe Kraft reicht nicht. Mehr Frauen in die Kommunalparlamente!

Kampagne und Unterschriftenaktiondes Landesfrauenrates
In Baden-Württemberg sind Frauen nur mit einem Anteil von 20 % in Gemeinde- und Kreisräten vertreten. Das Grundgesetz schreibt in Artikel 3 zwingend die Gleichbehandlung vor. Ohne die Mitwirkung und das Engagement von 51 % der Bevölkerung fehlt unserer Gesellschaft die Kraft zur Veränderung. Und zu ändern gibt es viel. Damit die Frauen im Land ihre Lebenswelt mitgestalten können, müssen sie in den Parlamenten angemessen vertreten sein. Hinter uns liegen vierzig Jahre Diskussionen, Appelle und halbherzige Zusagen. Frankreich brauchte nur zwei Jahre, um den Frauenanteil in kommunalen Parlamenten von 25,7% auf 47,5% beinahe zu verdoppeln. Dieser Erfolg beruht auf dem Parité-Gesetz, das Frauen und Männern jeweils 50% der Listenplätze bei Kommunalwahlen garantiert – streng abwechselnd nach dem Reißverschlussprinzip. Deshalb fordern wir: Schluss mit den halben Sachen! Jetzt geht es ums Ganze. Die Landesregierung will das Kommunalwahlrecht ändern. Bitte schön – aber dann im Sinne der Frauen! Unterstützen Sie unsere Forderung, die paritätische Besetzung der KandidatInnenlisten im Kommunalwahlgesetz festzuschreiben. Unterzeichnen Sie jetzt hier (s. Link). Oder drucken Sie die Postkarte aus und senden Sie uns Ihre Unterschrift bis 1. Juli 2012 an den Landesfrauenrat. Wir sammeln und übergeben die Karten öffentlichkeitswirksam.

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DFV fordert: Keine Giftstoffe in Spielzeugen

Pressemitteilung des Deutschen Familienverbands vom 15. Mai 2012
„Wir verlangen die höchsten Standards für Spielzeugsicherheit!“. (Freiburg) 15. Mai 2012 – am Tag der Familie - Derzeit läuft bei der EU- Kommission ein Verfahren das eine höhere Belastung an Blei, Arsen und Quecksilber bei der Produktion von Spielzeugen erlaubt. Eine EU- Richtlinie soll ab 2013 die bisher zulässigen Werte erhöhen. Bisher wurden Grenzwerte danach bemessen, wie viel Stoffe im Körper aufgenommen werden dürfen. Bei einer neu vorgesehen Grenzwertdefinition soll künftig gelten, welche Stoffmengen ein Spielzeug abgeben darf. Chemikalien werden zum Beispiel als Weichmacher für Plastik oder in Farben eingesetzt. Arsen gilt als krebserregend und kann Hautveränderungen auslösen, Blei kann die Hirnentwicklung stören. „Die Einhaltung der bisherigen Spielzeug-Richtlinie mit den erlaubten nationalen strikten Grenzwerte für Schadstoffe darf nicht gelockert werden“, fordert der Vorsitzender des DFV Baden- Württemberg, Uto R. Bonde. „Wir verlangen die höchsten Standards für Spielzeugsicherheit!“. Der DFV verlangt, dass der Schutz der Gesundheit von Kindern höherwertig ist und die derzeitigen Schutzwerte in Deutschland erhalten bleiben. Wir fordern das für die Überwachungsbehörden für Lebensmittel und chemische Stoffe zuständige Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz auf, diesen Schutz nachhaltig zu überwachen und allen Lockerungen deutlich entgegenzutreten. Der DFV tritt für das Verbot von einigen als krebserzeugend, erbgut-verändernd oder fortpflanzungsgefährdend geltenden Stoffen (sog. k-e-f-Stoffe) ein; allergene (Duft-) Stoffe sollen nur restriktiv genehmigt werden. Einer Lockerung des bestehenden Verbraucherschutzes in diesem sensiblen Bereich können wir nicht zustimmen. Den Produzenten ist es ohne weiteres technisch möglich, die strengen Grenzwerte einzuhalten, dies ist wirtschaftlich vertretbar.

Wartezeiten auf das Elterngeld sollen verkürzt werden

Quelle: Heute im Bundestag
Berlin: (hib/AW) Der Bezug des Elterngeldes soll vereinfacht werden. Der Familienausschuss verabschiedete am Mittwoch, 23.05.2012, einen entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesrates (17/1221 - Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs) mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP gegen das Votum der SPD- und der Linksfraktion bei Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in geänderter Fassung. Durch die Änderung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes soll bei der Berechnung des Elterngeldes die Ermittlung des Einkommens durch eine Pauschalisierung von Steuern und Abgaben deutlich vereinfacht werden. Der Bundesrat erhofft sich dadurch, den Verwaltungsaufwand für die Bundesländer zu verkleinern und die Wartezeiten bis zur Auszahlung des Elterngeldes zu verringern. Der Ausschuss veränderte und konkretisierte den Gesetzentwurf, über den der Bundestag nun abstimmen muss, noch einmal durch einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen. So soll unter anderem eine Bestandsstatistik sowie eine Ergänzung der Übermittlungsbefugnisse des Statistischen Bundesamtes eingeführt werden. Zustimmung zur prinzipiellen Zielsetzung des Gesetzentwurfes äußerten alle Fraktionen. Sozialdemokraten und Linke bemängelten jedoch, dass der bisher geltende doppelte Anspruchsverbrauch bei Teilzeitelternzeit durch die Gesetzesänderung erneut nicht aufgehoben wird. Demnach verkürzt sich die Bezugszeit des Elterngeldes um die Hälfte, wenn beide Eltern gleichzeitig in Elternzeit gehen und gleichzeitig in Teilzeit arbeiten. Einen Änderungsantrag der Linksfraktion zur Aufhebung dieses doppelten Anspruchsverbrauchs, lehnte der Ausschuss mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen ab. SPD- und Linksfraktion verwiesen darauf, dass dies auch von Experten in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses zum Gesetzentwurf bemängelt worden sei. Ebenfalls abgelehnt wurde mit den Stimmen von Union und FDP ein Entschließungsantrag der Grünen. Sie befürchten, dass durch die Pauschalisierung der Steuern und Abgaben bei der Berechnung des Elterngeldes steuerliche Freibeträge für Eltern mit behinderten Kindern nicht mehr berücksichtigt werden. Dies sei auch einhellig von den Sachverständigen in der öffentlichen Anhörung moniert worden. Es müsse deshalb geprüft werden, ob das dadurch eventuell verringerte Elterngeld beispielsweise durch einen zusätzlichen Pauschbetrag ausgeglichen werden kann.

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Perspektiven des Landes im Dialog der Generationen

Demografie-Fachtag im Rahmen des Landesjubiläums Baden-Württemberg am 23. Juli 2012 in Bad Boll
Heute haben Neugeborene oft Urgroßeltern. Aber wo begegnen sich die Altersgruppen außerhalb der Familie? Beziehungen zwischen Generationen sind nicht mehr selbstverständlich. Der Demografie-Fachtag zeigt, wie Menschen miteinander leben, voneinander lernen, gemeinsam arbeiten und sich unterstützen. Die Veranstaltung ist Teil des Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012. Die Evang. Akademie Bad Boll führt diese Tagung (Nr.: 451312) in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg durch insbesondere für Interessentinnen und Interessenten aus den Bereichen: Kommunen, bürgerschaftlich Engagierte, Fachöffentlichkeit, interessierte Öffentlichkeit. Tagungsbeitrag 25,- / 30,- € Programm und Anmeldung unter:s. Link und pdf. Anfragen: Wilma Hilsch; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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pdfPerspektiven des Landes im Dialog der Generationen

Bundesregierung legt Demografiestrategie vor

Quelle: Heute im Bundestag
Berlin: (hib/STO) Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung dem demografischen Wandel in Deutschland begegnen. Dies geht aus der als Unterrichtung vorgelegten Demografiestrategie der Bundesregierung (17/9529, s. Link) hervor. Darin kündigt die Regierung an, die „Rahmenbedingungen in allen Lebensbereichen – von der Familie über die Bildung, das Arbeitsleben und Ehrenamt bis hin zur Gesundheit – so (zu) gestalten, dass sie den Erfordernissen Rechnung tragen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben“. Unter anderem will die Regierung laut Vorlage die Familie als Gemeinschaft stärken. Ihre Politik ziele darauf ab, „die Wahlmöglichkeiten für Eltern, wie sie Familie und Beruf vereinbaren möchten, zu erhöhen, Frauen und Männern in Familie und Beruf gleichwertige Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten und die Entscheidung für Kinder zu unterstützen und zu fördern“. Auch werde sie die Gesundheit am Arbeitsplatz sowie die Qualifikation und die Fort- und Weiterbildung fördern, die „Rahmenbedingungen für eine längere Lebensarbeitszeit gestalten und dafür sorgen, dass die Lebensleistung in der Rente belohnt wird“. In Regionen, in denen die demografische Entwicklung zu einem „Kreislauf aus Abwanderung, sinkender Attraktivität sowie zu einer Verschlechterung der Daseinsvorsorge und der Einkommensmöglichkeiten führt“, werde sie „durch eine Bündelung ihrer Unterstützungsmöglichkeiten gegensteuern“, schreibt die Bundesregierung weiter. Ferner gilt es laut Unterrichtung, die „Bildungspotenziale der Menschen zu entwickeln und auszuschöpfen, vorrangig eine ausreichende und gut qualifizierte Basis an Fachkräften und unternehmerisch tätigen Menschen durch die Aktivierung noch nicht genutzter Potenziale zu sichern und qualifizierte Zuwanderung zu ermöglichen“. Für den Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Demografie, Tilman Mayer, geht die Strategie nicht weit genug - dazu ein Interview mit ihm in der Anlage als pdf.

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pdfAufzeichnung Saarländischer Rundfunk


2012 - 05/02

Aktionstag 2012: Familie und Beruf: Wir bauen Zeitbrücken

15. Mai ist internationaler Tag der Familie
In ganz Deutschland sind die Lokalen Bündnisse für Familie in Aktion. Rund um den 15. Mai, den Internationalen Tag der Familie, machen die Bündnisse auf Ihre Arbeit aufmerksam. Im Mittelpunkt ihres siebten Aktionstages steht das Thema „Familienzeit". Unter dem Motto „Familie und Beruf: Wir bauen Zeitbrücken" zeigen die Lokalen Bündnisse in diesem Jahr, wie sich Zeitengpässe für Familien reduzieren lassen. Denn Zeit entscheidet wie kein anderer Faktor, ob Eltern ihr Familien- und Berufsleben vereinbaren können.

Bundesweit laden die Lokalen Bündnisse ihre Partnerinnen und Partner, Familien, Interessierte und die Öffentlichkeit ein, gemeinsam Aktionen vorzubereiten oder ganz einfach dabei zu sein. Die Aktionskarte gibt einen Überblick, an welchen Standorten in Deutschland Veranstaltungen stattfinden. In der Rubrik Aktionen von A-Z finden Sie detailliertere Informationen zu den Aktivitäten. Diese Datenbank wird fortlaufend ausgebaut. An zahlreichen Standorten haben sich in den vergangenen Jahren Jobcenter, Unternehmen sowie Industrie- und Handelskammern am Aktionstag der Lokalen Bündnisse für Familie beteiligt. Denn auch für sie hat mehr Familienorientierung vor Ort Vorteile. Um dies zu bekräftigen, unterzeichneten sie zum Beispiel die gemeinsame Erklärung „Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland".

Ob neu gegründet oder schon lange dabei, ob in einer kleinen Gemeinde, in einem Stadtteil oder in einem Landkreis aktiv – Mitmachen ist für alle Lokalen Bündnisse möglich. Vielfältige Aktionsideen und unterstützende Materialien stehen im Bündnisportal, der Service- und Informationsplattform exklusiv für Lokale Bündnisse bereit. Sie haben Fragen oder Anregungen zum Aktionstag der Lokalen Bündnisse für Familie? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medienbüros helfen Ihnen gern.

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Berechnung des Elterngeldes stellt Behörden vor große Schwierigkeiten

Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Berlin: (hib/SKE) Eine Vereinfachung des Elterngeldes und eine gerechte Verteilung auf alle Einkommensklassen ist nur schwer zu erreichen. Wie die sechs Sachverständigen während einer öffentlichen Anhörung im Familienausschuss am Montag, 07.05.2012 darlegten, werde durch eine stärkere Pauschalierung des Elterngeldes die Auszahlung zwar vereinfacht, Verlierer gebe es aber immer. Grundlage der Anhörung war ein Gesetzentwurf des Bundesrates (17/1221, s. Link). Für die Ermittlung der Höhe des Elterngeldes orientiere sich der Gesetzgeber am Einkommenssteuerrecht, sagte Dirk H. Dau, ehemaliger Richter am Bundessozialgericht. Man sei davon ausgegangen, dass dies die Ermittlung erleichtere. In Wahrheit sei die Bestimmung der Einkommenshöhe einer der größten Streitfälle. „Auch einem steuerkundigen Berechtigten wird nicht einleuchten, warum Nachtzuschläge nicht berücksichtigt werden“, meinte Dau. Der Familienbund der Katholiken unterstütze das Anliegen, den Bezug des Elterngeldes durch eine stärkere Pauschalierung zu vereinfachen, sagte Markus Faßhauer. Allerdings könnten Familien mit behinderten Kindern benachteiligt werden, wenn Freibeträge – wie vorgesehen - nicht berücksichtigt würden. Er forderte grundsätzliche Gesetzesänderungen. „Wir meinen, das Elterngeld ist gut, aber es ist unvollständig“, sagte Faßhauer. „Gemeinsam ist allen Eltern, sie wollen Respekt, sie wollen Anerkennung und sie brauchen Geld.“ Der Gesetzgeber definiere zwar einen dreijährigen Schonraum für Familien, unterstütze sie aber nur im ersten Jahr finanziell. Das müsse geändert werden. Barbara König vom Zukunftsforum Familie bescheinigte dem Elterngeld eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Jede Vereinfachung bei der Berechnung sei zu begrüßen. „Wir wissen, dass es jetzt schon zu Bearbeitungszeiten von bis zu sechs Monaten kommen kann“, sagte König. Werde der Gesetzentwurf umgesetzt, gehörten „möglicherweise Selbständige“ zu den Gewinnern der Änderung. Zu den Verlierern zählten „alle die Eltern, die jetzt Freibeträge nutzen“. Darunter fielen auch Eltern mit Behinderung oder mit behinderten Kindern. „Wenn es die Freibeträge gibt, dann sollten sie Eltern beim Elterngeld nicht zu schaden kommen“, meinte König. Auch das Zukunftsforum Familie dringe aber auf eine „grundlegende Novelle“ mit der Ausweitung der Partnermonate und einer Verbesserung für in Teilzeit arbeitende Eltern. „Jemand, der eine Einkommenssteuererklärung selbst macht, sollte das Gesetz verstehen können“, sagte Professor Margarete Schuler-Harms von der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Das Gesetz müsse also so ausgelegt sein, dass es nicht nur ein Verwaltungsangestellter verstehe, sondern auch die beantragenden Eltern. Auch sie sah die Nicht-Berücksichtigung der Freibeträge bei der Berechnung des Elterngeldes problematisch. „Mich würde interessieren, wie viel Verwaltungsaufwand eingespart wird“, sagte Schuler-Harms. Würden einzelne Gruppen durch Pauschalierungen schlechter gestellt, sei das gegebenenfalls durch einen geringeren Verwaltungsaufwand zu rechtfertigen, aber natürlich nur, wenn er signifikant sei. Professor Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte, eine Vereinfachung des Bezugs der Leistungen sei grundsätzlich zu begrüßen. „Das kann die Akzeptanz des Elterngeldes noch weiter erhöhen.“ Sie forderte aber eine Ausweitung der Partnermonate sowie Verbesserungen für Eltern, die in Teilzeit arbeiten. Das Elterngeld sei als Aushängeschild für eine bürgerfreundliche Verwaltung gedacht, sagte Josef Ziller vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen. Die Berechnung des Elterngeldes auf Basis der Lohn- und Gehaltsbescheinigungen habe sich aber als kompliziert erwiesen, da die Bescheinigungen zum Teil uneinheitlich seien, zum Teil auch falsch. Eine Pauschalierung sei notwendig, weil anders eine schnelle Bearbeitung der Anträge nicht zu leisten sei.

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Geschwisterbeziehungen: Neue Ausgabe „frühe Kindheit“ erschienen

Zu dem Themenschwerpunkt „Geschwisterbeziehungen“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Das Heft enthält Beiträge u. a. von Hartmut Kasten („Geschwister in der Kindheit“), Hans Sohni („Geschwisterdynamik – Impulse aus Psychoanalyse, Familientheorie und Entwicklungspsychologie“), Inés Brock („Mit der Geburt fängt alles an – Wirkungen von Geschwisterschaft für Eltern und Kinder in Mehrkindfamilien“), Doris Niebergall und Susanne Mierau („Vom Einzelkind zum Geschwisterkind – Wie sich Familien gut auf das neue Baby vorbereiten können“), Michael Karle („Trennung der Eltern – Trennung der Geschwister?“), Helene Timmermann („Zwischen Verbundenheit und Individualität – Zur Bedeutung von Geschwisterbeziehungen in der Psychotherapie mit Kindern“), Sibylle Walter („Geschwisterbeziehungen in der außerfamilialen Unterbringung“), Irmela Wiemann („Fremdplatzierte Kinder und ihre Geschwister“) sowie ein Interview mit Elisabeth Müller, Vorsitzende des Verbandes kinderreicher Familien Deutschland e.V. („Eine große Familie ist sicher nicht der einfachste Weg, aber täglich kommen neue Facetten und Glücksmomente hinzu“). Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge: „Der ABC-Club e.V. – Internationale Drillings- und Mehrlingsinitiative“, und „Geschwisterzeit – Ein Angebot für Geschwister von Kindern mit Behinderung“. Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden. Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin Tel.: 030-28 59 99 70, Fax: 030-28 59 99 71, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fruehe-kindheit-online.de

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Leistungen bei Schwangerschaft sollen im Omnibusverfahren ins Sozialgesetzbuch überführt werden

Berlin: (hib/MPI) Der Gesundheitsausschuss wird sich in seiner für die kommende Sitzungswoche geplanten öffentlichen Anhörung zur Pflegereform auch mit Änderungsanträgen der Koalition befassen. Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP führten in der Ausschusssitzung am Mittwoch in die entsprechenden Vorlagen ein, die sich nicht ausschließlich um den Kern des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung (17/9369) drehen. Vielmehr ist im sogenannten Omnibusverfahren auch geplant, die Regelungen zu Schwangerschaft und Mutterschaft von der Reichsversichertenordnung (RVO) in das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) zu überführen. Die Koalition erläuterte im Ausschuss, dass neben der Überführung ins SGB V einige Neuerungen aufgenommen werden sollen. Unter anderem solle künftig der Säugling Anspruch auf Hebammenhilfe haben, wenn – etwa in Fällen der Adoption oder bei Tod sowie krankheitsbedingter Abwesenheit der Mutter – kein Anspruch der Mutter selbst besteht. Eine weitere Regelung betreffe die Qualitätssicherung für Leistungen der Hebammenhilfe, hieß es weiter. In den Verträgen, die der Spitzenverband Bund der Krankenkassen mit den Hebammenverbänden schließen, sollen den Angaben zufolge künftig Anforderungen an die Qualität der Leistungen in der gesamten Hebammenhilfe geregelt werden. Ein Änderungsantrag sieht ferner vor, dass die gesetzlichen Krankenkassen zusätzliche Satzungsleistungen zu Schwangerschaft und Mutterschaft anbieten können. Die Möglichkeit beziehe sich ausdrücklich nur auf die von Hebammen erbrachten Leistungen und damit ausdrücklich nicht auf ärztliche Leistungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, schreibt die Koalition zur Begründung. Darüber hinaus soll einem Änderungsantrag zufolge der Anspruch auf ambulante Entbindung ausdrücklich geregelt werden. Als mögliche Geburtsorte würden das Krankenhaus, eine von einer Hebamme oder einem Entbindungspfleger geleitete Einrichtung, eine ärztlich geleitete Einrichtung, eine Hebammenpraxis sowie die Hausgeburt genannt.

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Stellungnahme der AGF zum 8. Familienbericht

Die Arbeitsgemeinschaft der Familienorganisationen (AGF) legt eine Stellungnahme zum 8. Familienbericht der Bundesregierung vor (s. Link), in der sie die gezielte Auseinandersetzung mit dem Thema "Zeit" begrüßt. Während die Analyse der Berichtskommission von den Familienverbänden weitgehend geteilt wird, vermisst die AGF bei den Empfehlungen eine stärkere Verantwortung des Familienministeriums und des Bundes. Familien würden vor allem an die Kommunen, Sozialpartner und das zivilgesellschaftliche Engagement sowie an ihre eigenen Zeitkompetenz verwiesen. Das greife zu kurz. Auszug aus der Pressemitteilung der AGF: Die in der AGF zusammengeschlossenen Familienorganisationen sehen im Familienbericht einige gute Ansätze, wie z. B. beim bedarfsgerechten Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze oder der notwendigen Familienorientierung des Arbeitsrechts. Sie vermissen jedoch häufig Entschlossenheit. Gerade im Hinblick auf den Taktgeber Arbeitswelt wären weitergehende Empfehlungen wünschenswert, so die Familienorganisationen. Dass diese fehlen, liegt auch am Grundsatz der Kommission, die Handlungsempfehlungen möglichst belastungsneutral für Unternehmen zu gestalten. Aus Sicht der AGF ist diese Art der Prioritätensetzung für einen Familienbericht befremdlich. Denn „es darf nicht sein, dass es immer Familien sind, die sich auf die Zeiterfordernisse von Unternehmen, Kita, Öffnungszeiten etc. einstellen müssen“, erklärt dazu Bettina Müller-Sidibé. „Stattdessen muss dringend die Perspektive gewechselt und die Familien in den Mittelpunkt gerückt werden.“

pdfStellungnahme der AGF zum 8. Familienbericht

Einladung: Geht es nur ums Geld? Familienpolitik in Deutschland. Entwicklung und Perspektive

Landesfamilienrat lädt ein zu einem Familienpolitischen Fachgespräch am 15.06.2012
Finanzielle Entlastung, familienfreundliche Infrastruktur, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Zeit für Familie? Die Schwerpunkte von Politik für die Familie haben sich unter verschiedenen Einflüssen beständig gewandelt. Wer steuert diese Politik vor welchem Hintergrund? Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg lädt ein zu einer spannenden Nachmittagsveranstaltung, die einen Ein- und Überblick zur Entwicklung und den aktuellen Herausforderungen der Familienpolitik in Deutschland geben soll. Dabei fällt der vergleichende Blick auch auf die europäischen Nachbarländer. Im zweiten Schritt wollen wir über die Gestaltung der Familienpolitik in Baden-Württemberg ins Gespräch kommen. Der Vortrag von Frau Prof. Dr. Gerlach bildet den Auftakt zu einer Reihe „Familienpolitische Gespräche“, zu denen der Landesfamilienrat die Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Kirchen und der Politik auf kommunaler und auf Landesebene sowie alle Interessierten freundlich ins GENO Haus nach Stuttgart einlädt. Die Einladung mit allem Wissenswerten finden Sie als Datei in der Anlage.

pdfFamilienpolitik in Deutschland Entwicklung und Perspektive

 


2012 - 05/01

Regierung will Pflege neu ausrichten

Berlin: (hib/MPI) Demenzkranke und ihre Angehörigen sollen nach dem Willen der Bundesregierung vom kommenden Jahr an mehr und bessere Leistungen erhalten. Die Regierung hat dazu einen Gesetzentwurf (17/9369, s. Link - 120 Seiten!) „zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung“ (PNG) vorgelegt, der am Donnerstag, 26. April, in erster Lesung im Bundestag beraten werden soll. Zum 1. Januar 2013 ist zudem eine Erhöhung des Beitragssatzes zur sozialen Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent – bei Kinderlosen auf 2,3 Prozent – geplant. Das soll in den Jahren 2013 bis 2015 Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt rund 3,54 Milliarden Euro einbringen. Ferner soll die freiwillige private Pflege-Vorsorge steuerlich gefördert werden. Dies bedarf jedoch noch einer eigenen gesetzlichen Regelung. Im einzelnen ist im PNG vorgesehen, dass Versicherte ohne Pflegestufe mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ (sogenannte Pflegestufe 0) erstmals Anspruch auf ein Pflegegeld in Höhe von monatlich 120 Euro oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro erhalten. Demenzkranke mit Pflegestufe I („erhebliche Pflegebedürftigkeit“) sollen ein um 70 Euro auf 305 Euro erhöhtes Pflegegeld oder um 215 Euro auf bis zu 665 Euro erhöhte Pflegesachleistungen bekommen. Demenziell Erkrankte mit Pflegestufe II („schwere Pflegebedürftigkeit“) erhalten den Angaben zufolge ein um 85 Euro auf 525 Euro erhöhtes Pflegegeld oder um 150 Euro auf 1.250 Euro erhöhte Pflegesachleistungen. Die bisher auf Antrag und nach erfolgter Prüfung gewährten zusätzlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 100 beziehungsweise 200 Euro – etwa für die Inanspruchnahme einer Tagespflege – bleiben den Angaben zufolge bestehen. Die Regierung schlägt vor, dass ambulante Pflegedienste künftig neben der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Betreuung auch gezielte Betreuungsleistungen für Demenzkranke anbieten. Zu dieser häuslichen Betreuung zählen laut Gesetzentwurf beispielsweise Hilfen zur Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur und eines Tag-/Nacht-Rhythmus, die Begleitung auf Spaziergänge, die Ermöglichung von Verwandtenbesuchen und die Begleitung zum Friedhof. Der Entwurf schließt aus, dass durch die Neuregelung der Leistungsbetrag erhöht wird – das heißt, wer heute schon Grundpflege und hauswirtschaftliche Betreuung erhält, muss in diesen beiden Bereichen Abstriche machen, um auch häusliche Betreuung zu bekommen. Der Anspruch auf häusliche Betreuung soll nach dem Willen der Regierung im Übrigen nur dann bestehen, „wenn gewährleistet ist, dass die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung sichergestellt sind“.

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Immer weniger minderjährige Mütter in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat bundesweit den geringster Anteil dieser Kinder an allen Geborenen
Im Jahr 2010 wurden in Baden-Württemberg 363 Kinder von minderjährigen Müttern zur Welt gebracht; 6 Mütter waren jünger als 15 Jahre alt. Damit hat die Zahl minderjähriger Mütter einen neuen Tiefststand erreicht, so das Statistische Landesamt. Zu Beginn des Jahrzehnts wurden noch über 600 Kinder von Jugendlichen geboren (Schaubild 1, via Link). Zurückgegangen ist nicht nur die Zahl der minderjährigen Mütter, sondern auch die Zahl junger Frauen, die im Alter von unter 20 Jahren ein Kind zur Welt gebracht haben: Im Jahr 2000 gab es noch rund 2 800 »junge Mütter«, 2010 waren es nur noch gut 1 600. Damit ist die Zahl »junger Mütter« stärker als diejenige der Geburten insgesamt gesunken, so dass sich auch deren Anteil in den letzten Jahren verringert hat. Verglichen mit den anderen Bundesländern hat Baden-Württemberg den geringsten Anteil »junger Mütter« (1,8 Prozent). In den meisten neuen Bundesländern sowie im Saarland liegt der Anteil der Kinder, die von Frauen im Alter von unter 20 Jahren auf die Welt gebracht wurden, mindestens doppelt so hoch. Spitzenreiter war im Jahr 2010 Sachsen-Anhalt mit einem Anteil »junger Mütter« von 4,7 Prozent. (Schaubild 2). Ebenso war in Baden-Württemberg der Anteil der Lebendgeborenen von minderjährigen Müttern mit lediglich 0,4 Prozent bundesweit am geringsten. Die Verbreitung von Jugendschwangerschaften wird nach einer Studie vor allem von der Schulbildung beeinflusst. Geringe Bildung, Arbeitslosigkeit und soziale Benachteiligung führen zu einem deutlich höheren Risiko von ungeplanten Schwangerschaften. Innerhalb des Landes zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede beim Anteil der Geburten von Frauen im Alter von unter 20 Jahren: Den höchsten Wert »junger Mütter« wies zuletzt der Stadtkreis Mannheim mit 4 Prozent auf, am geringsten war dieser Anteil in den Landkreisen Ludwigsburg, Tübingen, Esslingen und im Rems-Murr-Kreis sowie im Stadtkreis Stuttgart.

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Kinderreport Deutschland 2012: Frühe Beteiligung von Kindern durchbricht den Kreislauf der Vererbung von Armut

Pressemitteilung vom 20.04.2012
Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt heute in Berlin den „Kinderreport Deutschland 2012“ vor. Mit dem neuen Kinderreport lenkt das Deutsche Kinderhilfswerk den Blick auf die Mitbestimmung im Vorschulalter. Professor Ronald Lutz von der Fachhochschule Erfurt hat dafür im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes die bisher nicht im Mittelpunkt stehenden Einflussgrößen der frühen Partizipationserfahrungen für die Entwicklung von Resilienz und als Ausweg aus der Vererbung von Armut untersucht. „Die frühe Beteiligung von Kindern durchbricht den Kreislauf der Vererbung von Armut. Der Kinderreport 2012 des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt, dass Kinder durch Mitbestimmung schon in jungem Alter soziale Kompetenzen entwickeln, die sie stark machen. Dadurch können die Kinder erfolgreich mit aversiven Reizen umgehen. Für Kinder aus benachteiligten sozialen Lagen ist es also von besonderer Bedeutung, schon im jungen Alter in der Kita entsprechende Erfahrungen machen zu können. Durch frühe Mitbestimmung können die Kinder die Folgen von sozialer Benachteiligung kompensieren“, betont der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger. „Im Kinderreport 2012 des Deutschen Kinderhilfswerkes wird deutlich, dass Kinder desto stärker und somit resilienter werden, je mehr sie an Entscheidungen, Planungen und Abläufen in Kindertageseinrichtungen beteiligt werden. In zahlreichen Interviews berichteten Eltern und Erzieherinnen immer wieder, dass gute Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Kita für diese förderliche Wirkungen haben. Die Kinder erkennen und strukturieren Problemsituationen realitätsgerechter, sie lösen Konflikte eigenständiger und nachhaltiger, sie reagieren in belastenden Situationen gelassener und sie können ihre Meinung nachhaltiger und klarer vertreten“, hebt der Dekan des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Erfurt, Professor Ronald Lutz, hervor. Ganze Mitteilung s. Link

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Familien mit Kleinkindern. Eine Familienform in der Zeitenwende

Neues Statistisches Monatsheft des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern mit Kindern unter 3 Jahren ist in Deutschland nach wie vor deutlich von einer traditionellen Arbeitsteilung geprägt, nach der primär die Mutter für Haushalt und Erziehung und der Vater für die Erwerbstätigkeit zuständig ist. Die Wissenschaft diskutierte über Jahrzehnte vornehmlich das Für und Wider der Erwerbstätigkeit beider Eltern mit Blick auf die Entwicklung des jungen Kindes und zögerte mit ihren Empfehlungen für eine andere Form der Arbeitsteilung. Die Politik beschränkte sich wesentlich auf Geldleistungen, die die traditionelle Arbeitsteilung in der Familie eher verfestigten. Und lange Zeit entsprach diese Aufgabenteilung auch den Vorstellungen vieler junger Eltern. Erst in den letzten Jahren ist ein – auch wissenschaftlich breit begründeter und politisch parteienübergreifend gewollter –Wandel hin zu einer mehr partnerschaftlichen Teilhabe an Beruf und Familie zu beobachten. Bei Familien mit Kleinkindern hat dieses Ziel allerdings noch einen weiten Weg vor sich, wie ausgewählte Sozialstrukturen in Baden-Württemberg zeigen. Zur Veröffentlichung von Dr. Bernd Eggen gelangen Sie über den angegebenen Link.

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Neuer Report der FamilienForschung zu „Einkommens- und Armutsverläufe von Familien“

Die Familien-Forschung Baden-Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden-Württemberg herausgegeben. Das Thema der aktuellen Ausgabe lautet „Einkommens- und Armutsverläufe von Familien“. Aus einer Längsschnittperspektive werden die Einkommenslagen von Familien in Baden-Württemberg im zeitlichen Verlauf untersucht. Der Report gibt Antworten auf die folgenden Fragen: Wie lange dauern Armutsgefährdungen von Haushalten mit und ohne Kinder an? Welche Muster von Armutsverläufen lassen sich beobachten und welche Risikogruppen gibt es? Gibt es Lebensphasen, in denen Familien besonders armutsgefährdet sind? Wie kommt es zu Armutsgefährdung und wie gelingt es Familien, wieder in gesicherte Einkommenspositionen zu gelangen? Der Report Familien in Baden-Württemberg wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes von der FamilienForschung Baden-Württemberg erstellt und enthält themenbezogene wissenschaftliche Analysen zur Lage von Familien in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. Er erscheint quartalsweise und wird ausschließlich in elektronischer Form veröffentlicht. Der Report kann auf der Homepage der FamilienForschung Baden-Württemberg kostenlos abonniert werden (http://www.fafo-bw.de/Familien_in_BW). Hier und auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (http://www.sozialministerium-bw.de) steht er auch zum Download bereit. Die nächste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Eltern- und Familienbildung: Aktuelle Entwicklungen – Interkulturelle Ausrichtung“.

pdfEinkommens- und Armutsverläufe von Familien

Alleinerziehende als Zeitjongleure - Zwischen Arbeit, Kindern, Haushalt, Leben …..

FACHTAGUNG am 05.07.2012, 10.00 – 17.00 Uhr GENOHAUS Stuttgart
Wer allein für ein oder mehrere Kinder verantwortlich ist, muss im Jonglieren geübt sein. Das gilt vor allem für die knappe Zeit der Einelternfamilie, oft genug auch für die Finanzen. In Baden-Württemberg leben 244 000 Einelternfamilien, davon 170 000 mit Kindern unter 18 Jahren; sie stellen damit rund ein Sechstel aller Familien. Von 1972 bis heute hat sich die Zahl der Alleinerziehenden fast verdoppelt. Im gleichen Maß nimmt die Akzeptanz dieser Familienform zu und gilt zunehmend als selbstverständlich. Allerdings ist trotz einer wachsenden Normalität die Lebensform der Alleinerziehendenfamilie weiterhin als verletzlich zu bezeichnen, nicht zuletzt wegen ihrer ökonomischen Anfälligkeit. Im Mittelpunkt aller Unterstützung müssen daher Hilfen stehen, welche die Teilhabe am Erwerbsleben und damit auch die schwer unter einen Hut zu bringende Gleichzeitigkeit von Erwerbsarbeit und Familienverantwortung zum Ziel haben. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg hat sich im Rahmen seiner inhaltlichen Schwerpunktsetzung mit dem Thema „Alleinerziehen“ befasst und lädt nun – gemeinsam mit dem Netzwerk Alleinerziehendenarbeit in Baden-Württemberg - zu einem Fachkongress ein, bei dem die "zugespitzte" Situation von Einelternfamilien beleuchtet wird. Zu wesentlichen Themenbereichen sollen dabei Forderungen erarbeitet und in die Politik des Landes eingespeist werden. Dazu werden auch die familienpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen im Landtag erwartet. Angesprochen und eingeladen sind Fachöffentlichkeit, Mitarbeitende von freien und öffentlichen Trägern, Verbänden und Kommunen sowie alle Interessierten. Den Einladungsflyer mit Programm und allen Modalitäten zur Teilnahme sowie ein Anmeldeformular finden Sie in der Anlage.

pdfFachtagung - Alleinerziehende als Zeitjongleure

pdfAnmeldung Fachtagung

 


2012 - 04/02

Herzenssache: Aufruf zur Projektbewerbung für den Förderzeitraum 2013/2014

Weitergabe der Ausschreibung an die Verbände. Ausschreibungsfrist endet am 30.04.2012!
Liebe Multiplikatoren in der Kinder- und Jugendhilfe, liebe Projektleiter, sehr geehrte Damen und Herren!
- Sie helfen Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland, die in Armut leben, krank oder behindert sind?
- Sie lassen Sie sich trotz knapper Mittel nicht entmutigen und arbeiten darauf hin, dass sich die Situation von Kindern und Jugendlichen zum Besseren verändert?
- Sie haben eine richtig gute Idee, die Kinder und Jugendliche „abholt“, sie in ihren Fähigkeiten fördert und ihnen etwas fürs Leben mitgibt?
- Sie arbeiten in einem eingetragenen Verein oder einer gemeinnützigen Einrichtung mit Sitz in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland? Dann bewerben Sie sich jetzt um eine Förderung Ihres Projektes und freuen sich möglicherweise ab Januar 2013 über Fördermittel von Herzenssache e.V.
Zu der ausführlichen Ausschreibung mit allen Formularen zum Download (die Beantragung scheint nicht allzu schwierig, m.E. könnte man mit einer guten Idee schnell einen Antrag stellen und Weiteres nachreichen) gelangen Sie über die beigefügte pdf. Der Antrag

pdfProjektaufruf Herzenssache

Betreuungsgeld: Hick-Hack geht weiter

Der Streit in der Koalition über das Betreuungsgeld nimmt immer skurrilere Züge an. Ministerin Schröder zieht sich auf die Rolle der bloß Ausführenden zurück.
Den Anstoß für die Idee mit der Arbeitsgruppe hat Kristina Schröder vergangene Woche erhalten. Da hatte die Bundesfamilienministerin den Vorschlag lanciert, die Auszahlung des Betreuungsgeldes daran zu knüpfen, dass die medizinischen Kleinkinduntersuchungen (U1 bis U7) eingehalten werden. Den Gedanken, der dahinter steht, hat sie natürlich nicht ausgesprochen. Mit dieser „U“-Verknüpfung soll den glühenden Gegnern der neuen Familienleistung, wenigstens denen aus den eigenen Reihen der CDU, die Sache ein bisschen weniger unschmackhaft gemacht werden. Eines der stets vorgebrachten Argumente gegen eine Geldzahlung an Eltern, die ihr Kleinkind nicht in eine öffentliche Betreuungseinrichtung geben, lautet ja sinngemäß (wenngleich meistens betulicher formuliert), dass damit ein Fehlanreiz gesetzt werde, weil die Zahlung besonders für Unterschichten- oder Ausländerfamilien attraktiv sei; und deren Kinder bedürften der öffentlichen Obhut („Bildung“) besonders. Diese Zielgruppe ist zugleich regelmäßig in der politischen Debatte, wenn es um Misshandlung oder Verwahrlosung von Kindern geht, und der möglichst verbindliche Besuch der Untersuchungen gilt als ein Hilfsmittel, um dergleichen Missstände ans Licht zu bringen. Dagegen kann eigentlich niemand etwas haben, so mag die Ministerin in Berlin gedacht haben, auch nicht die CSU. Ganzer Artikel über die Geschichten aus Absurdistan (vgl. auch den Vorschlag von Volker Kauder, zur Besänftigung der Gegner die Rentenanrechnungszeiten für Geburten vor 1992 zu erhöhen - was ja für sich genommen der Forderung aller Familienverbände entspricht) über den angegebenen Link. Laut der aktuellsten Nachrichten soll die Kanzlerin nun ein Machtwort (Betreuungsgeld kommt) gesprochen haben. Das Betreuungsgeld wurde am 19.04.2012 auch im baden-württembergischen Landtag debattiert. Dazu die Rede der frauenpolitischen Sprecherin der GRÜNEN im Landtag, Charlotte Schneidewind-Hartnagel als pdf.


weiterführender Link

 pdfBetreuungsgeld

Training im Betrieb hilft jungen Müttern aus Hartz IV

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 16.04.2012
Betriebliche Trainingsmaßnahmen erhöhen deutlich die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Arbeitslosengeld-II-Empfängern, zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), s. Link. Junge Frauen mit Partner und Kindern profitieren dabei besonders stark. Generell können sich Arbeitslose durch betriebliche Trainingsmaßnahmen beweisen, erklären die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Dadurch erhalten sie die Chance, anschließend übernommen zu werden. Bei 18- bis 30-jährigen Hartz-IV-Empfängerinnen mit Partner und Kindern steigern betriebliche Trainingsmaßnahmen die Chancen auf eine reguläre Beschäftigung um mehr als 20 Prozentpunkte. Sie bieten den Teilnehmerinnen eine gute Gelegenheit, Arrangements für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vorfeld einer regulären Beschäftigung zu treffen, so die IAB-Forscher. Keine andere Gefördertengruppe profitiert so stark von betrieblichen Trainingsmaßnahmen wie die jungen Mütter. Aber selbst bei den alleinstehenden Männern, die am wenigsten von betrieblichen Trainingsmaßnahmen profitieren, erhöhen sich die Beschäftigungschancen immerhin noch um zehn Prozentpunkte. Schulische Trainingsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs haben dagegen eine wesentlich geringere Wirkung. In den schulischen Trainingsmaßnahmen fehlt der unmittelbare Kontakt zu Arbeitgebern. Bei Ein-Euro-Jobs gibt es zwar einen direkten Kontakt, aber die Übernahme in ein ungefördertes Arbeitsverhältnis ist eher selten. Die Betriebe, die Ein-Euro-Jobs anbieten, haben in der Regel nur sehr wenige Stellen zu besetzen, bei denen die Übernahme eines Ein-Euro-Jobbers in Frage kommt. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass aufgrund von Mitnahmeeffekten die positiven Ergebnisse bei den betrieblichen Trainingsmaßnahmen überzeichnet werden, merken die Arbeitsmarktforscher an. So kann es sein, dass Betriebe Trainingsmaßnahmen nutzen, um einen Bewerber zu testen, für den man sich eigentlich bereits vorab entschieden hat. Ohne betriebliche Trainingsmaßnahmen, Kurs oder Ein Euro-Job sind nach zweieinhalb Jahren rund ein Drittel der alleinstehenden 18- bis 30-jährigen Hartz-IV-Empfänger sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei den Alleinstehenden sind die Beschäftigungsquoten der Männer und Frauen nahezu identisch. Wenn jedoch Partner und Kinder vorhanden sind, unterscheiden sie sich erheblich: Rund 40 Prozent der jungen Männer mit Partnerin haben nach zweieinhalb Jahren einen sozialversicherungspflichtigen Job, aber nur etwa 20 Prozent der jungen Frauen mit Partner. Bei den jungen Frauen mit Partner und Kindern sind es sogar weniger als 15 Prozent. Die IAB-Studie führt die Unterschiede auf traditionelle Rollenbilder und fehlende Kinderbetreuungsangebote zurück.

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Tagesmütter und -väter verdienen mehr!

Landesverband der Tagesmütter-Vereine begrüßt Anhebung der Geldleistung und Empfehlung zur Gleichsetzung der Elternbeiträge mit Kindertageseinrichtungen
Der Landesverband der Tagesmüttervereine Baden-Württemberg e.V. begrüßt die neue landesweite Empfehlung von Städtetag, Landkreistag und dem KVJS zur Anhebung der laufenden Geldleistung für die Arbeit von Tagesmüttern und -vätern in Baden-Württemberg sowie die Anregung Elternbeiträge an vergleichbare Gebühren für die Betreuung in Einrichtungen anzupassen. „Durch die Erhöhung der laufenden Geldleistung für Kinder unter 3 Jahren auf 5,50 Euro pro Stunde (bisher 3,90 Euro) und für Kinder über 3 Jahren auf 4,50 Euro pro Stunde (bisher 3,90 Euro) wird der langjährigen Forderung des Landesverbandes für eine leistungsgerechte Entlohnung der Arbeit von Tageseltern Rechnung getragen“, so die Landesvorsitzende Christina Metke in der heutigen Pressekonferenz. Damit werden auch die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Anforderungen an die Qualifizierung von Tagesmüttern (seit 2011 sind 160 Unterrichtseinheiten, sowie jährliche Fortbildungen verpflichtend) honoriert. Das Splitting der Geldleistung nach dem Alter der Kinder bewertet der Verband kritisch: „Die Splittung ist eine politische Entscheidung. Die zusätzlichen finanziellen Mittel des Landes für den Ausbau der Kinderbetreuung fließen nur für den U3 Bereich. Das wird unserer Erfahrung nach zu einer Verdrängung der Kinder über 3 Jahre aus der Kindertagespflege führen. Eigentlich kann das nicht beabsichtigt sein, denn gerade im ländlichen Bereich können berufstätige Eltern von Ü3 Kindern oftmals nicht allein auf Einrichtungen setzen, um ihren Betreuungsbedarf zu decken.“ Ganze PM vom 20.04.2012 s. Anlage

pdfPressemitteilung Tagesmuetter und Väter verdienen mehr

Landesfamilienrat: Armutsbekämpfung muss in den Familien ansetzen

Pressemitteilung vom 23. April 2012
Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg begrüßt den Beschluss der Landesregierung, erstmals einen Armuts- und Reichtumsbericht für Baden-Württemberg zu erstellen und dabei besonders die Kinderarmut in den Blick zu nehmen. Der heute veröffentlichte Report „Einkommens- und Armutsverläufe in Familien“ (s. Anlage) weist jede siebte Familie in Baden-Württemberg als armutsgefährdet aus. Besonders von Armut betroffen sind Alleinerziehende, Mehrkindfamilien und Familien mit Migrationshintergrund. „ Die Gefahr ist groß, dass aus Kindern armer Eltern die Eltern armer Kinder werden, denn die Auswirkungen von Armut setzen sich in die nächste Generation fort“, so der Vorsitzende des Landefamilienrates, Jürgen Rollin. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und die Zukunftschancen von Kindern aus armen Familien zu verbessern, muss an vielen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden. Es reicht nicht aus, zur Armutsbekämpfung nur auf die Integration am Arbeitsmarkt zu setzen. Vielmehr sind umfangreiche und vernetzte Maßnahmen der Bildung, Betreuung, Unterstützung und wirtschaftlichen Förderung in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensphasen nötig. In Baden-Württemberg gibt es zwar viele gute Ansätze, viele jedoch nur als kurzlebige Projekte, die keine nachhaltige Wirkung entfalten. Der Erhebung von Zahlen und der Analyse von Armutsverläufen muss daher aus Sicht des Verbandes ein systematisches und nachhaltiges Handlungskonzept der Landesregierung folgen, das die Armutsbekämpfung zum Schwerpunkt einer stimmigen Familienförderpolitik macht. Dabei spielen Bildungsangebote für Kinder und Eltern eine zentrale Rolle. Rollin: „Wir gehen davon aus, dass uns der Armuts- und Reichtumsbericht Ansatzpunkte dafür liefert, den vielfältigen Ursachen und Ausprägungen von Armut mit einem abgestimmten Plan zu begegnen. Die Familie ist der wichtigste Ort, um Armut vorzubeugen und zu bekämpfen“. Über den Link gelangen Sie zu einem Artikel aus der Welt-Online vom 24.4.2012 über die Pressekonferenz beim Statistischen Landesamt am 23.04.2012.


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pdfArmuts und Reichumsbericht

pdfEinkommens und Armutsverlaeufe von Familien 


2012 - 04/01

Leichte Sprache

Frauenhauskoordinierung e.V. legt Broschüre "Frauen-Häuser in Deutschland" in Übersetzung vor
Das Medienpaket des Vereins Frauenhaus-Koordinierung e.V. (FHK e.V.) für die Frauenhäuser in Deutschland ist um ein weiteres wichtiges Material erweitert worden. Die Informationsbroschüre über die Frauenhäuser liegt jetzt auch in Leichter Sprache (auch in türkisch und russisch) vor. Sie wird es für Frauen mit Lernschwierigkeiten einfacher machen, Informationen über Häusliche Gewalt, Schutzmöglichkeiten und über die Frauenhäuser zu erhalten. Für die Unterstützung und Übersetzung ist dem AWO Bundesverband e.V. Büro Leichte Sprache zu danken. Die Broschüre ist als Download unter FHK- Materialien/Service- Medienpaket "Frauenhäuser in Deutschland" eingestellt. Der Flyer kann mittlerweile auch in Druckfassung bestellt werden. Die Kontaktdaten finden Sich ebenfalls auf der angegebenen Seite. Die Broschüre soll dazu beitragen, dass der Zugang für gewaltbetroffene Frauen mit Lernschwierigkeiten zu Schutz und Hilfe verbessert wird und in den Frauenhäusern zur Erleichterungen für die Mitarbeiterinnen beiträgt.

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Armutsbekämpfung Deutschlands bleibt unzureichend

Nationales Reformprogramm geht nicht auf Familie und Lebenslagen ein
Berlin, 13.04.2012 - Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen kritisiert die im Nationalen Reformprogramm genannten Maßnahmen zur Verringerung der Armut in Deutschland als unzureichend. Sie fordert von der Bundesregierung mehr Einsatz für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Im aktuellen Nationalen Reformprogramm (NRP 2012), das heute (13.04.) an die Europäische Kommission geleitet wird, benennt die Bundesregierung den nationalen Beitrag zur EU-Strategie "Europa 2020". Dabei legt sie unter anderem fest, wie sie die fünf europäischen Leitziele, darunter auch die Armutsbekämpfung, umsetzen will. "Es ist enttäuschend, dass die Bundesregierung ihre Pläne erneut allein auf die Langzeitarbeitslosigkeit beschränkt. In Deutschland sind insgesamt 16 Millionen Menschen von Armut und Ausgrenzung bedroht, das sind nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch Kinder, Alleinerziehende und Mehrkindfamilien, Einwanderer, Ältere und Menschen mit Behinderungen. Vor diesem Hintergrund sind die Maßnahmen der Regierung schlichtweg unzureichend", so die Vorsitzende der AGF, Bettina Müller-Sidibé. Die ganze Pressemitteilung finden Sie in der beigefügten Datei, das Nationale Reformprogramm können Sie über den angegebenen Link einsehen. Eine nachhaltige Armutsreduktion braucht weitere Instrumente, die den besonderen Umständen besonders gefährdeter gesellschaftlicher Gruppen (wie Alleinerziehende, ältere Menschen, Minderheiten, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose) gerecht werden. Einige Mitgliedstaaten haben bereits Strategien und Konzepte zum demografischen Wandel, die insbesondere die soziale Eingliederung und die Bekämpfung der Armut von älteren Menschen zum Inhalt haben. Konzepte zur Bekämpfung von Kinderarmut sind notwendig, um die generationenübergreifende Reproduktion von Armut und sozialer Ausgrenzung zu reduzieren.

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pdfArmutsbekämpfung

Gesetzentwurf zum Sorgerecht für nicht miteinander verheiratete Eltern

Seit 28.03.2012 liegt der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern vor. Damit hatte sich das BMJ lange Zeit gelassen. Lange ist über die beiden gegensätzlichen Wege "Antragslösung oder Widerspruchsregelung" diskutiert worden. Der Entwurf versucht nun eine Art Synthese und sieht im Wesentlichen folgende Neuregelung vor:
1. Mit Geburt hat die Mutter zunächst das alleinige Sorgerecht (Antragslösung).

2. Erklärt die Mutter nicht von selbst ihr Einverständnis mit der gemeinsamen Sorge, hat der Vater die Möglichkeit, zunächst zum Jugendamt zu gehen, um doch noch eine Einigung mit der Mutter zu erreichen.

3. Der Vater kann aber auch jederzeit das Familiengericht anrufen, entweder direkt oder dann, wenn sich herausstellt, dass die Mutter sich beim Jugendamt nicht mit einer gemeinsamen Sorge einverstanden erklärt oder sich nicht äußert.

4. Im gerichtlichen Verfahren erhält die Mutter Gelegenheit zur Stellungnahme, zum Antrag des Vaters. Die Frist dafür endet frühestens sechs Wochen nach der Geburt.

5. Das Familiengericht entscheidet in einem beschleunigten und im schriftlichen Verfahren - ohne persönliche Anhörung der Eltern -, wenn die Mutter entweder gar nicht Stellung nimmt oder sich zwar äußert, aber keine potenziell kindeswohlrelevanten Gründe vorträgt und wenn derartige Gründe dem Gericht auch sonst nicht bekannt geworden sind.

6. Das Familiengericht spricht dem Vater das Sorgerecht zu, wenn die Übertragung dem Kindeswohl nicht widerspricht (negative Kindeswohlprüfung).

7. Weiter eröffnet der Entwurf dem Vater die Möglichkeit, die Alleinsorge auch gegen den Willen der Mutter zu erlangen. Der Entwurf sieht vor, dass der Vater auf Antrag das alleinige Sorgerecht erhält, wenn eine gemeinsame elterliche Sorge nicht in Betracht kommt und zu erwarten ist, dass die Übertragung auf den Vater dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Vorgesehen sind neben Änderungen im BGB, dem FamFG und dem RPflG auch solche im SGB VIII bezogen auf das Sorgeregister. Der Referentenentwurf ist unter dem angegebenen Link, aber auch auf der Homepage des BMJ zu finden.

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Weißt du, wieviel Kinder kommen?

Alternative Berechnungsmethode prognostiziert höhere Geburtenrate
Das Alter, in dem Frauen ihre Kinder gebären, ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ebenso wie in vielen anderen europäischen Ländern stark angestiegen. Diese Verschiebung der Geburten in höhere Altersstufen verzerrt die typischerweise publizierte „zusammengefasste Geburtenziffer“, welche häufig als „erwartete Anzahl der Kinder pro Frau“ interpretiert wird. Gleich zwei Studien von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, dem Vienna Institute of Demography und dem Statistischen Bundesamt befassen sich in der vorliegenden Ausgabe von Demografischer Forschung Aus Erster Hand mit diesem als „Tempoeffekt“ bezeichneten Phänomen. So zeigt eine der beiden Studien unter anderem, dass dieser Anstieg des Gebäralters ein entscheidender Faktor für den massiven Geburteneinbruch nach der Wende in den fünf neuen Bundesländern war. Ein bemerkenswertes Ergebnis der anderen Studie ist, dass die Geburtenraten in Ostdeutschland weniger stark als bisher vermutet mit den ökonomischen Rahmenbedingungen verzahnt sind. Eine Zusammenfassung der Studien finden Sie in der Anlage.

pdfGeburtenrate Tempoeffekt

Familienpolitik und Fertilität

Monitor Familienforschung Nr. 27
Der Monitor Familienforschung zeigt: Entwicklungen der Fertilität lassen sich nicht von heute auf morgen umkehren, und nur wenige Faktoren, die für die Erfüllung von Kinderwünschen relevant sind, lassen sich auf direktem Wege politisch beeinflussen. Mit einer Zeitpolitik, die Familie als Verantwortungsgemeinschaft stärkt, die Entscheidung für Kinder erleichtert und die Gleichberechtigung der Geschlechter fördert, schaffen wir die Voraussetzungen für familiären und gesellschaftlichen Zusammenhalt im demografischen Wandel (Auszug aus Vorwort der Bundesfamilienministerin).

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2012 - 03/02

Save the Date: 5. Juli 2012, Stuttgart, Genohaus

Zwischen Arbeit, Kindern, Haushalt, Leben... Alleinerziehende als Zeitjongleure
Wer allein für ein oder mehrere Kinder verantwortlich ist, muss im Jonglieren geübt sein. Das gilt vor allem für die knappe Zeit, oft aber auch für die Finanzen. Wie „alternativlos“ ist der Seiltanz, der den Alleinerziehenden im Alltag abverlangt wird? Welche Ansatzpunkte werden gesehen um die Situation der Ein-Eltern-Familien zu verbessern? Von 1972 bis heute hat sich die Zahl der Alleinerziehenden fast verdoppelt, in Baden-Württemberg sind das rund ein Sechstel aller Familien. Im gleichen Maß nimmt die Akzeptanz dieser Familienform zu und wird – glaubt man den Medien - zunehmend selbstverständlich. Allerdings ist trotz einer wachsenden Normalität die Lebensform der Alleinerziehendenfamilie weiterhin als verletzlich zu bezeichnen, nicht zuletzt wegen ihrer ökonomischen Anfälligkeit. Im Mittelpunkt aller Unterstützung müssen daher Hilfen stehen, welche die Teilhabe am Erwerbsleben, aber auch die schwer unter einen Hut zu bringende Gleichzeitigkeit von Erwerbsarbeit und Familienverantwortung zum Ziel haben. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg will mit einem Fachkongress (zum Abschluss seiner Schwerpunktsetzung "Alleinerziehende") die "zugespitzte" Situation von Einelternfamilien beleuchten - mit Vorträgen von Prof. Dr. Hans Bertram und Frau Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe - und in Foren am Nachmittag Ansatzpunkte für die Verbesserung von Rahmenbedingungen entwickeln. Zu wesentlichen Themenbereichen sollen Forderungen erarbeitet und in die Politik des Landes eingespeist werden. Dazu findet unter der Überschrift "Erkenntnis trifft Politik" ein Austausch mit den familienpolitischen Sprecher/innen der Fraktionen im Landtag statt. Das Jonglieren übernimmt an diesem Tag der Schülerzirkus "Calibastra". Bitte notieren Sie sich diesen Termin und geben ihn an Ihren Verteiler weiter. Ein ausführliches Programm wird in der zweiten Aprilhälfte vorliegen.

Position der AGF zur Zukunft der Pflege

Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Pflegereform soll nach Abstimmung mit den einzelnen Ministerien und den Ländern am 28. März im Kabinett behandelt werden und am 01. Januar 2013 in Kraft treten. Inhalt der Reformvorschläge sind vor allem bessere Leistungen für Demenzkranke und ihre Angehörigen sowie die zukünftige Finanzierung der Pflegeversicherung. Die in der AGF zusammengeschlossenen Familienverbände haben eine gemeinsame Position (s. PDF) zur Zukunft der Pflege entwickelt. Zentrale Forderungen darin sind die rasche Einführung eines erweiterten Pflegebedürftigkeitsbegriffs, die Anerkennung der Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein den Familien auferlegt werden darf sowie die notwendige Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

pdfPositionspapier der AGF : Zukunft der Pflege

 

Empfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder


Ende 2011 hat das Bundesgesundheitsministerium eine Broschüre veröffentlicht, in der Empfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder zusammengestellt werden. Die Broschüre ist als Ratgeber für Fachkräfte der Suchtprävention konzipiert, kann jedoch in anderen psychosozialen Arbeitsfeldern ebenfalls zur Anwendung kommen. Der Text geht von der Prämisse aus, dass Eltern einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Verhalten ihrer jugendlichen Kinder haben, auch wenn sie selbst dies eher skeptisch betrachten und sich oft als ratlos erleben. Nach einer kurzen Beschreibung des Problems werden 16 sehr konkrete Handlungsempfehlungen für Eltern vorgestellt, die durch Interviews mit Expertinnen und Experten und zum Teil auch durch wissenschaftliche Ergebnisse gestützt werden. Im Anhang finden Sie die Broschüre als Download.

pdfEmpfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder

Großelterndienste in BW - Überblick gesucht

Erfurter Projekt bittet um Unterstützung und Hinweise aus Baden-Württembergische Initiativen
Aus Thüringen erhielten wir einen Anfrage, die heute an die Leserinnen und Leser des Infodienstes weitergereicht wird. Gefragt wird nach in Baden-Württemberg bekannten Großelterndiensten zum Aufbau einer bundesweiten Plattform, die von Erfurt aus aufgebaut wird. Näheres s.u. "Das Projekt Kinderbetreuung24 entstand 2008 im Rahmen eines Wettbewerbes des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, es wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaats Thüringen finanziert und beschäftigt sich mit Fragen der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weitere Informationen über das Projekt und die Präsentationen der Fachtagungen und Workshops erhalten Sie unter www.kinderbetreuung24-erfurt.de. Ein Workshop im Mai dieses Jahres widmete sich den Thüringer Großelterndiensten. Im Nachgang entstand die beiliegende Broschüre. (Für die bessere Verständigung werden Großeltern-, Patenschafts-, Oma-Opa-Dienste etc. unter dem Begriff Großelterndienste zusammengefasst.) Weil uns die generationenübergreifende ehrenamtlich Tätigkeit, die durch die Großelterndienste (GED) geleistet wird, begeistert, haben wir eine Internetplattform für die GED erarbeitet, die am 1.12.2011 freigeschaltet wurde (www.grosselterndienste.de) und wir werden eine Informations- und Servicestelle für die Großelterndienste in ganz Deutschland einrichten. An dieser Stelle möchten wir Sie um Unterstützung bitten. Nach unserer Recherche gibt es über 250 GED in Deutschland. Jedoch glauben wir, dass wir noch nicht alle existierenden gefunden haben, da sich nicht alle im Internet präsentieren. Deshalb möchten wir Sie bitten, uns die Adressen der Ihnen bekannten GED bzw. die Adressen von Organisationen, die sich mit den GED beschäftigen, zuzusenden und so zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades und zur Entwicklung der GED beizutragen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter Telnr. 0361 5603-127 gern zur Verfügung. Vielen Dank für Ihre Unterstützung". Ihre Antwort oder Hinweise können Sie gerne auch an den Landesfamilienrat unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken.


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Förderprogramm Bildungspartnerschaften – weitere Auswahlrunde begonnen

Anträge bis 15.Mai 2012 stellen
Der Verein Netzwerke für Bildungspartner e.V. hat im August 2010 sein Förderprogramm, das konkrete Maßnahmen vor Ort fördert, die Eltern mit Migrationshintergrund besser in den Bildungsalltag ihrer Kinder einbinden, gestartet. Die genauen Informationen und Details entnehmen Sie bitte der angehängten Ausschreibung. Im Februar 2012 fand bereits die 4. Auswahlrunde statt und weitere Fördermittel in Höhe von 170.317,25 € wurden bewilligt. 52 Vorhaben die darauf zielen, die Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergund und Bildungseinrichtungen zu unterstützen (Bildungspartnerschaften), können sich über eine Förderung freuen. Geförderte Maßnahmen sind beispielsweise eine Fortbildung für Eltern und gesellschaftliche Akteure in Bad Urach "Interkulturell denken – lokal handeln", Elternpatenschaftsprojekte, Dolmetschernetzwerke für Eltern, eine Hebammen-Sprechstunde, Elternfrühstücke und Elternworkshops sowie Kurse zur Ausbildung als Stadtteilmutter oder Elternmentor/-in oder auch Veranstaltungen speziell für Eltern mit Migrationshintergrund zu Themen wie Erziehung, Schule, Medien, Ernährung, gemeinsam spielen und viele mehr. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass es eine weitere Ausschreibungsrunde geben wird. Der nächste Stichtag zur Einreichung der Anträge ist der 15. Mai 2012. Auch in der 5. Runde freuen wir uns auf weitere Einrichtungen, die spannende und vielfältige Förderanträge bei uns einreichen werden. Das aktuelle Antragsformular (als PDF und Doc) finden Sie ebenfalls im Anhang dieser Mail. Den Vordruck einer kommunalen Stellungnahme, die genannten Unterlagen sowie zusätzliche Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Vereins unter dem Link www.bildungspartner-ev.de. Bis 23.03. finden Sie auf der Homepage eine Übersicht über bereits geförderte Maßnahmen von Netzwerke für Bildungspartner. Wenn Sie Fragen haben, helfen wir Ihnen gerne auch persönlich weiter. Damit möglichst viele Initiativen vor Ort von der Ausschreibung erfahren, bitten wir Sie, diese Mail an Ihre Verteiler und weitere Interessierte zu schicken. Die Kontaktadresse findt sich in den Ausschreibungsunterlagen, die als pdf beigefügt sind.

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pdfAusschreibung Förderprogramm März

pdfAntragsformular Förderprogramm 

Anonyme und vertrauliche Hilfen für Schwangere in Notlagen

Bericht vom Expertenworkshop am 19.01.2012 beim Deutschen Verein in Berlin
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge als bundesweite Vereinigung kommunaler und freier, gemeinnütziger Träger der sozialen Arbeit veranstaltete am 19. Januar 2012 den Expertenworkshop „Anonyme und vertrauliche Hilfen für Schwangere in Notlagen“ in den Räumen seiner Geschäftsstelle. Ziel der Veranstaltung war es, die Ergebnisse der Studie des Deutschen Jugendinstitutes „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland“ vorzustellen und daraus abzuleitende Schlussfolgerungen gemeinsam zu diskutieren. Anschließend sollte erörtert werden, wie das Hilfesystem weiterentwickelt werden müsse, um Schwangere in Konfliktsituationen besser zu unterstützen und Wege für die künftige Gestaltung der anonymen und vertraulichen Kindesabgabe aufzuzeigen. Als Teilnehmer waren Mitglieder der Gremien des Deutschen Vereins sowie externe Expert/innen aus themenrelevanten Verbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen und der Bundesregierung geladen (siehe Teilnehmerliste). Die Ergebnisse des Expertenworkshops einschließlich der aufgezeigten Handlungsbedarfe für eine Weiterentwicklung des Hilfesystems für Schwangere in Konfliktsituationen sowie für die künftige Gestaltung der Angebote von anonymer bzw. vertraulicher Kindesabgabe finden Sie in der Anlage 1. Zur erwähnten DJI Studie zu "Anonyme Geburt und Babyklappen" gelangen Sie über den angegebenen Link.

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pdfBericht Expertenworkshop Anonyme Hilfen


2012 - 03/01

Annemarie Griesinger "Mutter des Landesfamilienrates" verstorben

Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg gedenkt der früheren Sozialministerin Annemarie Griesinger, die bereits am 20. Februar 2012 im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Als erste Ministerin in Baden-Württemberg schuf sie die Fundamente einer nachhaltigen Politik für Familien, die bis heute in ihren Grundzügen bestehen. Bereits 1973 rief sie einen „Landesfamilienbeirat“ ins Leben, der unter Beteiligung der Familienverbände die Regierung in Fragen der Familienpolitik beraten sollte. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sie die Idee des Landesfamilienrates Baden-Württemberg, einer bis zum heutigen Tag bundesweit einmaligen Arbeitsgemeinschaft. Darin werden die in Baden-Württemberg familien- und gesellschaftspolitisch relevanten Gruppierungen zusammengefasst, um sie als sachkompetente Partner dem Landtag und der Landesregierung gegenüber zu stellen. Nach dem Willen seiner "Gründungsmutter" formuliert "der Landesfamilienrat als ein freier, in Organisation und inhaltlicher Orientierung von Kommunen und Staat unabhängiger, dem Grundgesetz und der Landesverfassung verpflichteter Träger familien- und gesellschaftspolitische Zielvorstellungen und bringt sie in Entscheidungsprozesse des Landes ein". Im Jahr 1981 hieß es dazu aus dem Sozialministerium: "Dies ist in Zeiten finanzwirtschaftlichen Abschwungs nötiger denn je. Neue Kreativitäten sind gefragt". Das gilt heute, 30 Jahre später, genauso wie damals! Viele Geschichten gibt es aus dieser Zeit von der legendären Fürsorge, aber auch Beharrlichkeit der Ministerin. Nahe an den Bürgerinnen und Bürgern, mit Herz und Verstand, gepaart mit viel Humor, gelenkt durch Gottvertrauen, brachte sie große Projekte auf den Weg. Der Landesfamilienrat erinnert dankbar an eine vorausschauende Frau mit Überzeugungskraft, die vor mehr als dreißig Jahren die Vision einer modernen Politik für Familien und einer selbstbewussten Frauenpolitik in die Tat umsetzte. Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren! Kirchenrat Jürgen Rollin, Vorsitzender

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Grüne wollen Verfassungsänderung für Bund-Länder-Kooperation bei Bildung

Quelle: Heute im Bundestag
Berlin: (hib/ROL) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam Verantwortung für die großen Herausforderungen in Bildung und Wissenschaft zu übernehmen und einen Bildungsföderalismus mit gesamtstaatlicher Kooperation zu ermöglichen. Dazu soll die Verfassung geändert werden. Über den Antrag der Grünen (17/8902) berät der Bundestag heute. Nach dem Willen der Grünen soll eine fraktionsübergreifende Bund-Länder-Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft hergestellt werden. Durch die Föderalismusreform im Jahr 2006 ist nach Ansicht der Grünen der Bund aus jeder Mitverantwortung und Kofinanzierungsmöglichkeit für den Schul- und Bildungsbereich heraus gedrängt worden. Direkte finanzielle Zuwendungen des Bundes an die Länder seien seitdem nur noch im Bereich der Hochschulen und auch dort nur begrenzt möglich. Zudem bemängeln die Grünen, dass auch die im Bereich der Wissenschaft verfassungsrechtlichen möglichen Vereinbarungen nicht ausreichen, weil Forschung und Hochschulausbildung Finanzierungssicherheit brauchen. Gerade dieser Bereich steht für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Für eine Verfassungsänderung bedarf es einer Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat. Die Voraussetzungen dazu seien besser denn je, da alle Parteien mittlerweile Vorschläge zur Überwindung des Kooperationsverbotes und zum Abbau der Hürden eingebracht hätten.

29 % der Familien mit minderjährigen Kindern haben einen Migrationshintergrund

WIESBADEN – Im Jahr 2010 hatten rund 2,3 Millionen Familien in Deutschland einen Migrationshintergrund. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ent-spricht dies einem Anteil von 29 % an allen Familien mit minderjährigen Kindern (8,1 Millionen Familien). Die traditionelle Familienform der Ehe war unter den Migrationsfamilien mit 80 % deutlich stärker verbreitet als unter den Familien ohne Migrationshintergrund (69 %). Demgegenüber waren nur 14 % der Familien mit Migrationshintergrund Alleinerziehende (ohne Migrationshintergrund: 21 %). Weitere 5 % der Migrationsfamilien waren Lebensgemein-schaften mit minderjährigen Kindern (ohne Migrationshintergrund: 10 %). Basis dieser Auswertungen ist der Mikrozensus. Zu den Familien mit Migrationshintergrund zählen die in einem Haushalt zusammenlebenden Eltern-Kind-Gemeinschaften mit Kindern unter 18 Jahren, bei denen mindestens ein Elternteil eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhielt oder Spätaussiedler ist, unabhängig davon ob diese Personen zugewandert sind oder in Deutschland geboren wurden. Weiterführende Informationen zur Lebensituation der Migrationsfamilien enthält der STATmagazin-Beitrag "Familien mit Migrationshintergrund: Traditionelle Werte zählen", der unter www.destatis.de zum Download bereit steht. Anmerkung: Baden-Württemberg ist das Flächenland mit dem größten Migrationsanteil in Deutschland, hier haben 37 % der Familien einen ein- oder beidseitigen Migrationshintergrund.

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forsa-Umfrageergebnisse zur Gewalt in der Erziehung veröffentlicht

Obwohl sich alle Fachleute einig sind, dass Schläge ein Kind demütigen, es klein halten und gleichzeitig die Autorität der Eltern untergraben, gibt es nach wie vor Gewalt in der Erziehung – allerdings weniger als noch vor fünf Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle forsa-Umfrage unter 1.003 Eltern im Vergleich zu einer Vorstudie aus dem Jahre 2006/07. Vier von zehn Eltern bestrafen ihr Kind mit einem „Klaps auf den Po“, zehn Prozent geben eine „Ohrfeige“ und lediglich vier Prozent versohlen den Hintern. Vor fünf Jahren gaben 46 Prozent den „Klaps auf dem Po“ an, elf Prozent die Ohrfeige und sechs Prozent das „Hinternversohlen“. Aktuell bekommen Jungen die Hand eher zu spüren als Mädchen: 39 Prozent der Eltern von Mädchen geben einen Klaps auf den Po im Vergleich zu 45 Prozent der Eltern von Jungs. Jungen bekommen doppelt so häufig den Hintern versohlt wie Mädchen (Jungseltern sechs Prozent, Mädcheneltern nur drei Prozent). Sind ausschließlich Töchter in der Familie, geben nur 31 Prozent einen Klaps, und lediglich ein Prozent gibt an, den Hintern zu versohlen. Je mehr Kinder die Befragten haben, desto häufiger rutscht die Hand aus: Eltern von mindestens drei Kindern ohrfeigen mehr als doppelt so häufig wie Eltern von Einzelkindern. Spitzenreiter ist auch hier der Klaps auf den Po: Rund die Hälfte aller Eltern mit mindestens drei Kindern gibt einen Klaps auf den Po, während dies nur 34 Prozent der Einzelkind-Eltern angeben. Im Westen gibt es häufiger den Klaps, im Osten tendenziell häufiger eine Ohrfeige: 42 Prozent der westdeutschen Eltern geben einen Klaps, aber nur neun Prozent eine Ohrfeige, im Osten 32 bzw. 14 Prozent. Nach Klaps oder Ohrfeige haben 75 Prozent der Mütter und Väter ein schlechtes Gewissen, vor fünf Jahren waren es 71 Prozent. Westdeutsche Mütter und Väter plagen sich häufiger damit (77 Prozent) als ostdeutsche (64 Prozent). Als Anlässe für die Bestrafung gibt über die Hälfte der Befragten an, dass die Kinder „unverschämt“ waren. Mit jeweils 40 Prozent werden das „Nicht-Gehorchen“ und aggressives Verhalten den Eltern gegenüber genannt. Vor fünf Jahren war „Ungehorsam“ noch am häufigsten als Auslöser genannt worden (56 Prozent). 17 Prozent der strafenden Befragten glauben, dass Strafen „eigentlich gar keine Wirkung“ haben. Und 37 Prozent sagen: Die Wirkung hat nur „ein paar Stunden“ oder „ein paar Tage“ angehalten. Lediglich ein Drittel ist der Meinung ihre körperlichen Strafen hätten „ein paar Wochen“ oder „ein paar Monate“ angehalten. Im Osten wird die Wirksamkeit ein wenig höher eingeschätzt als im Westen. Laut werden (93 Prozent) und Verbote aussprechen (85 Prozent) sind die häufigsten körperlosen Bestrafungen bei unerwünschtem Verhalten. Mit großem Abstand folgen „eine Auszeit verordnen“ (47 Prozent), „auf den Tisch hauen“ (43 Prozent), „das Kind kräftig anfassen/ festhalten“ (38 Prozent) sowie „ignorieren“ (26 Prozent) und „niederbrüllen“ (19 Prozent). Frauen werden häufiger laut und verordnen eine Auszeit, während Männer häufiger handgreiflich werden. Eltern, die mit dem Alltag unzufrieden sind, neigen deutlich häufiger zu Handgreiflichkeiten, Ignorieren und Niederbrüllen. Die kompletten Studienergebnisse s. Link. Zur Studie: Repräsentative Befragung von 1.003 deutschsprachigen Personen ab 18 Jahren mit mindestens einem eigenen Kind bis 14 Jahren im Haushalt. Befragungszeitraum: 10. bis 24. November 2011, Institut: forsa Quelle: ots-Originaltext: Gruner+Jahr, ELTERN vom 13.3.2012

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pdfStudie forsa Gewalt in der Erziehung 2011

pdfKinderschutz Flyer

Zeit für Familie - Bundesregierung stellt den Achten Familienbericht vor

Quelle: Infoservice DCV 08/12 v. 14. März 2012 u.a.
„An der Schaffung guter Rahmenbedingungen für Zeit für Familie führt kein Weg vorbei“, so das Credo des Achten Familienberichts, der heute (14.03.2012) im Kabinett beraten wurde. Und das aus gutem Grund: Zeigen die Analysen der Berichtskommission doch klar auf, dass Familie nicht nur von ökonomischen sondern auch von Zeitressourcen lebt. Und wo diese Zeit fehlt, kann auch keine Familie gegründet oder gelebt werden. Junge Menschen, das zeigen die empirischen Daten, müssen gerade in der Berufseinstiegsphase mit befristeten Beschäftigungen rechnen, leben aus ökonomischen Gründen bis in die dritte Lebensdekade hinein im Haushalt ihrer Eltern und stehen sowohl in der Familiengründungsphase als auch als Eltern mit minderjährigen Kindern häufiger unter Zeitdruck als die Gesamtbevölkerung. Etwa die Hälfte der Menschen hat hier tendenziell das Gefühl von Zeitknappheit, was auf eine Überbeanspruchung der Zeitverwendung durch Beruf und Ausbildung zurückzuführen ist. Auch im Berufsleben finden sie als Eltern nicht die erforderliche Unterstützung. Zwar sind flexible Arbeitszeiten „inzwischen Standard in deutschen Unternehmen“, allerdings richten sie sich zumeist an den Bedürfnissen der Unternehmen und nicht an den Bedürfnissen der Familien aus. Vor allem Mütter in Doppelverdiener-Paarhaushalten und erwerbstätige Alleinerziehende leiden so sehr häufig unter Zeitdruck. Nach Einschätzung des Caritas Bundesverbandes (s. Infoservice DCV 08/12) bleibt der Bericht, der das vom Siebten Familienbericht angestoßene Thema der Zeitpolitik für Familien weiter entwickeln sollte, weit hinter den Erwartungen zurück. Es fehlt im Wesentlichen an den Markierungen, wie nun dieser Weg hin zu einer konsistenten Familienzeitpolitik beschritten werden soll. Die Expert(inn)en taten sich ganz offensichtlich schwer, ihrem eigenen Anspruch, „möglichst konkrete Handlungsfelder und Akteure zu adressieren“ zu genügen. Stattdessen geben sie verhaltene „Anstöße“, die dann - und dieser Hinweis findet sich vielfach im Bericht – „selbstverständlich nicht nur im Lichte der Wirkungen auf Familie, sondern stets auch unter der Perspektive möglicher Begleiteffekte bewertet werden“ um „Effizienzeinbußen“ im ökonomischen Kreislauf zu vermeiden. Vorfahrt für Familien sieht anders aus. Den 8. Familienbericht mit vorangestellter Stellungnahme der Bundesregierung finden Sie in der Anlage (249 S.), den ganzen Text des Infoservice des DCV als Anlage 2.

pdfFamilienzeitpolitik als Chance einer nachhaltigen Familienpolitik


2012 - 02/03

Der neue Rundfunkbeitrag kommt

15. Staatsvertrag zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge vom 15.12.2010
Ende des Jahres werden die Rundfunkgebühren wie wir sie bisher kennen Geschichte sein. Der neue Rundfunkbeitrag wird zum 1.1.2013 in Kraft gesetzt. Der Rundfunkbeitrag wird zukünftig auch in Haushalten erhoben, die nachweislich keine Rundfunkgeräte bereithalten. Dies wird mit dem sogenannten Solidaritätsprinzip begründet. Neu ist auch die Orientierung an der Anzahl der Betriebsstätten, Beschäftigten und Kraftfahrzeuge. Die tatsächliche Anzahl an Rundfunkempfängern (PC, Radio, Fernseher, Smartphone, usw.) spielt keine Rolle mehr. Was ändert sich für Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen des Gemeinwohls? Einrichtungen des Gemeinwohls (u.a. gemeinnützige Einrichtungen der Jugendhilfe im Sinne des SGB VIII und eingetragene gemeinnützige Vereine und Stiftungen) zahlen maximal einen Rundfunkbeitrag von monatlich 17,98 Euro pro Betriebsstätte. Bei Betriebsstätten unter neun Beschäftigten (es zählen alle sozialversicherungspflichtigen Angestellten) ist nur ein monatlicher Beitrag von 5,99 Euro fällig. Bei weiteren Betriebsstätten fällt nur ein Drittel des Maximalbeitrags - 5,99 Euro an . Im Beitrag enthalten sind auch alle auf die Einrichtung zugelassenen Kraftfahrzeuge. Werden Gästezimmer vermietet, schlägt der Rundfunkbeitrag schon mehr zu Buche: jeweils 5,99 Euro pro Zimmer. Pro Betriebsstätte ist dabei das erste Zimmer beitragsfrei. Jede nach den Bestimmungen des Rundfunkgebührenstaatsvertrags als nicht privater Rundfunkteilnehmer gemeldete natürliche oder juristische Person, ist gemäß § 14 Absatz 2 ab dem 1.1.2012 auf Verlangen der zuständigen Landesrundfunkanstalt verpflichtet, schriftlich alle Tatsachen anzuzeigen, die Grund und Höhe der neuen Beitragspflicht betreffen. Bestehende Einzugsermächtigungen behalten ihre Gültigkeit. Nähere Informationen unter www.rundfunkbeitrag.de Quelle: Newsletter 3/2012 des Landesjugendrings (ljr)

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Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen

Projekt der Stitftung Lesen im Auftrag des Bundesbildungsministeriums
Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen ist ein Programm zur Sprach- und Leseförderung, das sich schon an die Jüngsten richtet. Lesestart wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. Hintergrund: Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser lesen und haben mehr Spaß daran. Das ist eine wichtige Voraussetzung für gute Bildungschancen! Deshalb erhalten Eltern drei Mal ein Lesestart-Set mit wertvollen Alltagstipps rund ums Vorlesen und einem Buchgeschenk für ihre Kinder, wenn diese ein, drei und sechs Jahre alt sind. Passend dazu gibt es viele begleitenden Lesestart-Aktionen und Veranstaltungen vor Ort! Umsetzungsschritte: Von 2011 bis 2013 erhalten Eltern mit einjährigen Kindern das erste Set beim Kinderarzt im Rahmen der U6-Vorsorge. Von 2013 bis 2015 gibt es das nächste Set in Bibliotheken, wenn die Kinder drei Jahre alt sind. Insgesamt können mit den ersten beiden Sets jeweils die Hälfte aller Kinder der drei Jahrgänge erreicht werden. Auf das dritte Lesestart-Set können sich ab 2016 sogar alle Schulanfänger freuen! Unsere Unterstützungsmöglichkeiten: Um das Programm bundesweit bekannt zu machen und die Eltern an den richtigen Stellen zu informieren, bedarf es der Mithilfe der vielen lokalen Stellen. Da es für die Verteilung der ersten beiden Lesestart-Sets keine 100% Versorgung gibt (nur jeweils 50-60%), sollen vor allem diejenigen Eltern, die zu den vermeintlich bildungsbenachteiligten Familien gehören, gezielt angesprochen werden. Dies kann beispielsweise im Rahmen von Beratungsgesprächen, durch das Aushängen der Lesestart-Poster und durch das Verteilen der Lesestart-Broschüren, aber vor allem durch Ihre Empfehlung geschehen. Weitere Informationen und Materialien: Auf der Website www.lesestart.de haben die kommunalen, sozialen und freie Einrichtungen die Möglichkeit sich zu online zu registrieren und auf unserer bundesweiten Lesestart-Bundeskarte zu erscheinen. Das macht es für Interessierte einfacher Lesestart-unterstützende Einrichtungen zu finden. Mit der Registrierung können sich die verschiedenen Einrichtungen vernetzen und können ihre Angebote in der Sprach- und Leseförderung auf dieser Plattform veröffentlichen.Weitere Informationen und Informationsmaterial (Poster, Broschüren,…) erhalten Sie direkt von der Stiftung Lesen, Herr Khalid Asalati, 06131/2 88 90 – 74; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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Juristinnenbund (djb) sieht SPD-Vorschlag zur Neuregelung der elterlichen Sorge nicht verheirateter Eltern äußerst kritisch

Die SPD will den Jugendämtern die Möglichkeit eröffnen, zur Klärung der Sorge bei nichtehelichen Kindern die Familiengerichte ohne Antrag eines Elternteils einzuschalten. Nach Auffassung des djb ist der Versuch, ein gemeinsames Sorgerecht auch gegen den Willen der Eltern zu erreichen, von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Dagegen begrüßt er die Übernahme des von djb vorgeschlagenen Begriffs "elterliche Verantwortung" für den überkommenen Begriff "elterliche Sorge". Die Bundestagsfraktion der SPD stellte am 7. Februar 2012 ihren Entwurf zur Neuregelung der elterlichen Sorge nicht verheirateter Eltern vor. In Abgrenzung zu den bisher von den politischen Parteien vertretenen Lösungsansätzen und der vom djb im September 2010 vorgestellten Differenzierten Widerspruchslösung setzt der Vorschlag der SPD (Neuregelung von § 1634 BGB s. Link) auf eine zwingende behördliche Vermittlung, die dem familiengerichtlichen Sorgerechtsverfahren vorgeschaltet ist. So sollen Eltern bereits bei der Geburtsmeldung vor dem Standesbeamten die Möglichkeit haben, eine gemeinsame Sorgeerklärung abzugeben. Haben sich die Eltern zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die elterliche Sorge geeinigt, wird das Jugendamt beteiligt und wirkt auf eine einvernehmliche Lösung hin. Scheitert dies, soll das Jugendamt berechtigt sein, den Fall dem Familiengericht zur Entscheidung vorzulegen. Insoweit unterscheidet sich der SPD-Vorschlag von den bisherigen Lösungsansätzen: Eine familiengerichtliche Entscheidung könnte durch das Jugendamt ohne Antrag eines Elternteils erwirkt werden. Dies sieht der djb äußerst kritisch. Die alleinige oder gemeinsame Ausübung der elterlichen Sorge fällt in den persönlichen Verantwortungsbereich der Eltern, in den bislang nur im Fall einer Kindeswohlgefährdung i.S.v. § 1666 BGB eingegriffen werden kann. Der Fall, dass sich die Mutter weigert, die Sorge gemeinsam mit dem Vater auszuüben, erfordert kein staatliches Handeln. Die bisherige Aufgabentrennung in Kindschaftssachen sollte beibehalten werden: Den Jugendämtern obliegt die außergerichtliche Aufklärung, Beratung und Vermittlung zwischen den Eltern; die Familiengerichte werden mit Ausnahme der Kindeswohlgefährdung nur auf Antrag eines Elternteils tätig. Der djb begrüßt hingegen, dass der SPD-Entwurf von "elterlicher Verantwortung" und nicht mehr »elterlicher Sorge« spricht. In dieser Wortwahl kommen das elterliche Entscheidungsrecht einerseits und die Pflicht zur Wahrnehmung elterlicher Verantwortung andererseits zum Ausdruck. Der Begriff entspricht zudem dem modernen europäischen Rechtsverständnis und der Sprachregelung neuerer internationaler Verträge.

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VAMV: Sorgerecht - Einzelfall würdigen statt Beschlüsse im Schnellverfahren

Berlin, 7. März 2012. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) begrüßt die grundsätzliche Entscheidung der Koalition für ein Antragsmodell bei der Neuregelung des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern, kritisiert aber die geplanten Änderungen im familiengerichtlichen Verfahren. „Stimmt eine Mutter der gemeinsamen Sorge nicht zu, ist davon auszugehen, dass sie gute Gründe dafür hat, etwa Konflikte zwischen den Eltern“, betont Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV. Es ist richtig und entspricht der Rechtssystematik, in streitigen Fällen eine Entscheidung des Familiengerichts herbeizuführen. „In Familiensachen hat das Familiengericht ausschließlich unter Kindeswohlaspekten zu entscheiden. Systemfremd und im Hinblick auf das Kindeswohl nicht akzeptabel ist jedoch der Vorschlag, einen Schnellbeschluss im schriftlichen Verfahren ohne Anhörung der Eltern fassen zu können“, kritisiert Schwab. Die Fähigkeit gemeinsam zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, das Sorgerecht als Entscheidungsrecht gemeinsam im Sinne des Kindes auszuüben. Solche Erwägungen müssen weiterhin Maßstab der richterlichen Entscheidung sein und dürfen weder durch Fristen, die versäumt werden können, noch durch einseitige Beweislastverteilungen ausgehebelt werden. Ganzer Text s. Anlage.

pdfPressemitteilung Sorgerecht

Internationaler Frauentag: Bekämpfung der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern

Bundesratsinitiative im Kabinett beschlossen; 06.03.2012
Die Landesregierung unternimmt einen weiteren Schritt zur Beseitigung geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt. Mit einer Bundesratsinitiative, die vom Kabinett beschlossen wurde, will sie gegen die Entgeltungleichheit von Frauen und Männern vorgehen. „Mit dieser Initiative soll der politische Druck auf die Bundesregierung verstärkt werden, endlich gesetzgeberisch tätig zu werden. Trotz vieler allgemeiner Regelungen zur Gleichbehandlung – im Grundgesetz, im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, in EU-Richtlinien oder im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union – bestehen in der Bundesrepublik im Arbeitsalltag nach wie vor ganz erhebliche Unterschiede beim Arbeitsentgelt von Frauen und Männern“, unterstrichen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Frauenministerin Katrin Altpeter. Es bestehe großer politischer Handlungsbedarf, da ein nicht unerheblicher Teil der Lohndifferenz auf die Diskriminierung von Frauen zurückzuführen sei, fuhren Kretschmann und Altpeter fort. „Dies wollen und dürfen wir nicht länger zulassen. Gerade im Vorfeld des Internationalen Frauentages wollen wir mit unserer Bundesratsinitiative ein deutliches Signal setzen, dass es dieser Landesregierung ernst ist mit der Gleichstellung von Frauen und Männer auf allen Gebieten.“ Diese Initiative sei auch ein bedeutsamer Baustein, um Baden-Württemberg in einer diskriminierungsfreien Arbeitswelt zum Musterland guter und sicherer Arbeit zu machen. Mehr unter dem angegebenen Link. Den ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (mit länderspezifischen Daten) finden Sie in der Anlage als PDF.

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pdfZusammenfassung Gleichstellungsbericht

Zeit für Familie - Familienzeitpolitik als Chance einer nachhaltigen Familienpolitik

Achter Familienbericht der Bundesregierung veröffentlicht
Der 8. Familienbericht wurde Ende Oktober 2011 der Bundesregierung übergeben und liegt nun auch der Öffentlichkeit vor. Mit dem Bericht (s. PDF) will die interdisziplinär zusammengesetzte Sachverständigenkommission bewusst machen, dass Familien gleichermaßen von ökonomischen Ressourcen wie von Zeitressourcen leben. Damit hat sie die Feststellung des 7. Familienberichts aufgenommen und ausgearbeitet. Anliegen war es, Zeitbedarfe von Familien zu untersuchen und Gestaltungsmöglichkeiten gesellschaftlicher Familienzeitpolitik darzulegen, die es Familien besser ermöglichen, auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Verantwortung füreinander zu übernehmen. Dabei werden vier familienzeitpolitische Handlungsfelder für die unterschiedlichsten Akteure (Taktgeber) aufgezeigt:

- Erhöhung der Zeitsouveränität
- Umverteilung von Zeit
- Verbesserung der Synchronisation disponibler Zeit
- Stärkung der Zeitkompetenz

Zu allen vier Handlungsfeldern macht die Berichtskommission Vorschläge, die von verschiedenen Akteuren - je einzeln oder in breiten Bündnissen- umgesetzt werden können/müssen. Dabei haben die Unternehmen und Arbeitgeber eine zentrale Rolle. Aber natürlich nicht sie allein, auch wenn der Bericht insgesamt deutlich arbeitsmarktzentriert ausgefallen ist. Umstritten dürfte die Anregung der Kommission auf Seite 175 sein, die dreijährige Elternzeit auf zwei Jahre oder gar auf ein Jahr zu verkürzen. Zwar hat sich die Bundesregierung diesen Vorschlag bei ihren Empfehlungen nicht zu eigen gemacht, aber es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis der Ruf nach einer Verkürzung von verschiedenen Seiten kommt. Der Landesfamilienrat BW hat sich in seiner Mitgliederversammlung im November 2011 bereits mit den Ergebnissen des Berichts befasst ("Zwischen allen Stühlen? Familien in der Arbeitswelt") und die Sachverständige Prof. Dr. Jutta Rump eingeladen. Der Landesfamilienrat sieht eine große gesellschaftliche Herausforderung darin, wie das Verhältnis zwischen notwendiger und gewünschter Erwerbsarbeit, Zeit für die Familie und Zeit für sich selbst gestaltet werden kann, damit Kinder in Sicherheit und Geborgenheit heranwachsen und Erwachsene ohne dauerhafte Überlastung den Lebensunterhalt ihrer Familie verdienen können und wie Frauen und Männer auch im Erwerbsleben gleichgestellt sind. Dazu ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs nötig. Nicht zuletzt braucht es noch viele Schritte von unterschiedlichsten Akteuren auf allen Ebenen - Politik bzw. Gesetzgeber, Kommunen, Unternehmen und Sozialpartnern, um die Gleichzeitigkeit von Familie und Erwerbsarbeit lebbar und lebenswert zu machen.

pdfAchter Familienbericht


2012 - 02/02

Rund 2,42 Millionen Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegekasse

Berlin: (hib/MPI)
Derzeit erhalten rund 2,42 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Wie aus dem Fünften Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung hervorgeht, der jetzt als Unterrichtung der Bundesregierung (17/8332) vorliegt, betrifft dies zirka 2,29 Millionen Menschen in der sozialen und rund 142.000 Menschen in der privaten Pflegeversicherung. Dem Bericht zufolge bekamen insgesamt rund 1,67 Millionen Pflegebedürftige ambulante Leistungen, 750.000 Pflegebedürftige waren vollstationär untergebracht. In dem Bericht heißt es weiter, aufgrund der demografischen Entwicklung nehme die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Im Jahr 2010 habe der Anstieg rund 2,4 Prozent betragen. Wie aus der Vorlage hervorgeht, waren Ende 2010 in der sozialen Pflegeversicherung von den ambulant Pflegebedürftigen rund 968.000 der Pflegestufe Eins (erhebliche Pflegebedürftigkeit) zugeordnet. Das entspreche einem Anteil von 61,3 Prozent. In der Pflegestufe Zwei (schwere Pflegebedürftigkeit) waren laut Regierung rund 472.000 Menschen, was einem Anteil von 29,9 Prozent entspreche. Der Pflegestufe Drei (schwerste Pflegebedürftigkeit) seien rund 138.000 Menschen zugeordnet gewesen. Von den vollstationär versorgten Personen seien Ende 2010 rund 291.000 (gleich 41 Prozent) in Pflegestufe Eins, 279.000 (gleich 39,3 Prozent) in Pflegestufe Zwei und 140.000 (gleich 19,7 Prozent) in Pflegestufe Drei eingruppiert gewesen, schreibt die Regierung. Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich sei der Anteil der der Pflegestufe Eins zugeordneten Personen gestiegen. Weiter heißt es, bei den Leistungsarten habe das Pflegegeld weiterhin die größte Bedeutung. Im Jahresdurchschnitt 2010 wählten 44,8 Prozent diese Leistungsart, die Versicherte erhalten, wenn ihre Pflege durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde übernommen wird. Eine vollstationäre Pflege nahmen den Angaben zufolge 26,5 Prozent der Pflegebedürftigen in Anspruch, eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen 13,3 Prozent sowie 7,8 Prozent ausschließlich Pflegesachleistungen. Wie aus der Unterrichtung hervorgeht, bezogen Ende 2010 in der privaten Pflegepflichtversicherung rund 99.000 Menschen ambulante und rund 43.000 Menschen stationäre Leistungen.

Einladung: Frauenleben und Männerleben in Balance

Seminar der Würzburger Akademie Frankenwarte vom 23. - 25. März 2012
Glücksforschung und Gesundheitswissenschaft betonen es immer wieder: Die Empfindung von Harmonie und Balance sind wichtige Faktoren für Wohlbefinden und Zufriedenheit. Aber wie sieht eine gelungene Balance aus – im Alltag, in der Arbeit, für mich als Frau oder als Mann? Wie sieht sie aus für mich als Person mit Betreuungs- und Pflegeaufgaben, für mich als Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigte/r, für mich als Mutter oder Vater, für uns als Familie? Was müsste sich ändern, damit unsere Lebens-Balance verbessert werden kann? Was müsste ich jeweils ändern, was müsste sich ändern – in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik? Diese und andere Fragen sollen am Wochenende angegangen werden. Dabei wollen wir uns dem Instrument der Zukunftswerkstatt bedienen. Eine Zukunftswerkstatt bietet Raum dafür, den Ist-Zustand kritisch zu analysieren, Gewünschtes zu formulieren und alltagstaugliche Handlungsansät-ze zu entwickeln. Zukunftswerkstätten werden von daher überall auf der Welt in der Strategiebildung in Teams, Gruppen oder Unternehmen eingesetzt. Wir freuen uns besonders, wenn auch Kinder (ab 3 Jah-ren) teilnehmen. Je nach Alter und Anzahl der Kinder/Jugendlichen, wird in der Kinderbetreuung ein zum Thema der Erwachsenen passendes, altersgemäßes Kinderprogramm angeboten.

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pdfArbeit Alltag Familie

Aktionsplan Integration bleibt in Bezug auf Familiensprachen hinter Realität zurück

Pressemitteilung des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. vom 1.2.2012
In ihrer Presseerklärung vom 31. Januar 2012 zum Nationalen Aktionsplan Integration betont Staatministerin Maria Böhmer im Hinblick auf Sprachförderung die „… erhebliche Bedeutung, ob die Umgangssprache in der Familie Deutsch ist.“ Was verbirgt sich hinter diesem auf den ersten Blick harmlosen Satz? Sollen Eltern zuerst Deutsch lernen, bevor sie mit ihren Kindern sprechen? Haben andere Familiensprachen weniger Wert als Deutsch? Diese Fragen treiben Maria Ringler, im Verband binationaler Familien und Partnerschaften für Bildung zuständig, um. Sie hat für den Nationalen Aktionsplan Integration im Dialogforum „Frühkindliche Bildung“ mitgearbeitet und sich dafür stark gemacht, dass wissenschaftlich erwiesene Kenntnisse berücksichtigt werden. Entsprechend heißt es im Text des Dialogforums zum Aspekt Sprache: „Der Förderung der Sprachentwicklung (…) von Anfang an, insbesondere der Muttersprache und der deutschen Sprache, kommt eine Schlüsselrolle zu.“ Die Förderung der Muttersprachen steht also nicht im Gegensatz zur Förderung der deutschen Sprache, entscheidend ist ein sowohl/als auch. Hinter diese Erkenntnisse fällt die Presseerklärung der Bundesregierung zurück. Sie suggeriert, dass Eltern ihre Mitwirkung bei der Integration verweigern, wenn sie mit ihren Kindern in anderen Sprachen sprechen. Dagegen haben Sprachwissenschaftler nachgewiesen, dass der kindliche Spracherwerb vor allem durch viel Kommunikation in einer positiven emotionalen Beziehung unterstützt wird. Wie soll dies in einer „verordneten Sprache“ gelingen? Die UN-Kinderrechtskonvention formuliert in Artikel 29 das Recht von Kindern auf ihre Muttersprachen unmissverständlich. Auch die Bundesregierung sollte sich dem verpflichtet fühlen.

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Einladung: PflegeStillstand beenden! Solidarische Lösungen finden

Fachveranstaltung am 13.03.2012, 17.30 Uhr in Stuttgart, DGB-Haus
Das Bundeskabinett hat zwar am 16. November 2011 Eckpunkte für eine Pflegereform beschlossen, doch viel ist bislang nicht passiert. Die im Januar 2012 von Bundesgesundheitsminister Bahr angekündigten geringen Leistungsverbesserungen belegen abermals das unzureichende Herangehen an die enormen Herausforderungen. Gegenüber den Pflegebedürftigen, den Pflegenden und den im Pflegesektor Beschäftigten ist dieser Stillstand unverantwortlich. Die Zeit ist überfällig, verlässliche und tragfähige Rahmenbedingungen für die Pflegereform zu schaffen. Offen ist noch immer, wie der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ausgestaltet, seine Umsetzung finanziert und die Qualität in der Pflege verbessert werden soll. Eine nachhaltige Finanzierung der Pflege ist mit den vorgelegten Eckpunkten nicht gewährleistet. Die Pflegereform darf nicht zum Pflegefall werden. Deshalb fragen wir: Was soll Pflege heute und morgen leisten? Wie können die Kosten für die nötige Leistungsverbesserung in der Pflege gerecht verteilt werden? Wie sind die Rahmenbedingungen für die in der Pflege Beschäftigten zu gestalten, damit sie den künftigen Herausforderungen in der Pflege gerecht werden? Der DGB-Bezirk Baden-Württemberg lädt gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale Baden- Württemberg“ und der DGB-Region Nordwürttemberg ein, über die solidarische Weiterentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung zu diskutieren.

pdfEinladung Pflege Stillstand

Kinderschutz und frühe Hilfen: Literaturdatenbank des IzKK im „neuen Kleid“

Presseinformation des Deutschen Jugendinstitut e.V. vom 1.2.2012
Dank einer neuen Software steht für Online-Recherchen in der Literaturdatenbank des IzKK (s. Link) nun eine neue, übersichtliche Benutzeroberfläche mit komfortablen Navigationsmöglichkeiten und erweiterten Suchaspekten zur Verfügung. Recherchiert werden kann nach verschiedensten bibliografischen Suchkriterien (wie z.B. Autor, Titel etc.) oder nach inhaltlichen Kriterien (Schlagwörtern/Thesaurus). Der Web-OPAC steht auch englischsprachig bereit. Eine ausführliche Anleitung zur Nutzung der Datenbank findet sich unterhalb der Suchmaske. Die Literaturdatenbank, die eine zentrale Serviceleistung des IzKK darstellt, umfasst mittlerweile ca. 18.000 Literaturnachweise deutsch- und englischsprachiger Fachliteratur zum Themenbereich „Gewalt gegen Kinder“ und ist damit bundesweit einzigartig. Sie wird fortlaufend aktualisiert und bedarfsorientiert erweitert. Erfasst und inhaltlich ausgewertet werden u. a. Monografien, Sammelbände, Buchaufsätze, Zeitschriftenartikel, Tagungsdokumentationen und andere Graue Materialien sowie audiovisuelle Medien. Thematische Literaturlisten, wie beispielsweise zum Thema „Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt“, ergänzen das Angebot der Literaturdatenbank. Das Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung (IzKK) ist eine bundesweite, interdisziplinäre Informations-, Beratungs- und Vernetzungsstelle zur Unterstützung der primären, sekundären und tertiären Prävention von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Als Schnittstelle von Forschung, Praxis und Politik fördert es die produktive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen. Für Fragen steht Ihnen Frau Helga Menne (Tel.: 089-62306-105, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gerne zur Verfügung.

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Eine Strafabgabe für Kinderlose wäre falsch

Ein Kommentar in der Zeit Online vom 15.02.2012
Kinderlose sollen zahlen. Die Idee wird immer wieder mal aufgewärmt und ist betörend. Denn nur Menschen, die Kinder kriegen, sorgen für die Renten und Steuern der Zukunft. Da aber zu wenige Erwachsene Eltern werden, wird die Rente knapp. Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende riskieren zudem, am Nachwuchs arm zu werden. Das ist ungerecht. Also sollen doch bitte die mal zahlen, die sich ungestört von Babygeschrei dem Geldverdienen widmen und für die demografische Katastrophe verantwortlich sind – die Kinderlosen. Am liebsten noch in dieser Legislaturperiode wollen junge Unionsabgeordnete die Verfassung dahingehend verändern. Konkret schlägt Marco Wanderwitz, Sprecher der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Mitteldeutschen Zeitung vor, Kinderlose ab 25 Jahren mit einem Prozent ihres Einkommens zur Kasse zu bitten. Sie sollen voll zahlen, während Eltern mit einem Kind die Hälfte und Eltern mit mehreren Kindern gar nichts geben müssen. Das Geld soll in die Sozialversicherung fließen, aber auch in Infrastruktur und Bildung. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe findet den Gedanken angemessen. Aber mal angenommen, es käme so weit. Welches Signal würde von einer solchen Strafabgabe ausgehen? Ganzer Artikel siehe Link

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Geplante Änderungen im Unterhaltsvorschuss fallen Alleinerziehenden in den Rücken

Pressemitteilung VAMV vom 09. Februar 2012
Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert die geplanten Kürzungen im Unterhaltsvorschussgesetz (UVG), die morgen im Bundesrat auf der Tagesord-nung stehen. „Die Zusage im Koalitionsvertrag, Verbesserungen für Kinder von Alleinerziehenden umzusetzen, wird ins Gegenteil verkehrt. Unter dem Deckmäntelchen „Entbürokratisierung“ werden deutliche Leistungskürzungen vorgenommen“, kritisiert Edith Schwab, Vorsitzende des VAMV. Unterhaltsvorschuss ist eine Ersatz- oder Ausfallleistung, wenn Kinder vom barunterhaltspflichtigen Elternteil keinen Unterhalt erhalten: Der Staat springt durch einen Vorschuss auf den Unterhalt in Höhe von 133 bis 180 Euro pro Monat ein. In Zukunft soll die Möglichkeit, für einen Monat rückwirkend die Leistung zu beantragen, ersatzlos gestrichen werden. Die Chance, unmittelbar nach einer Trennung den Unterhaltspflichtigen selbst zu einer Zahlung zu bewegen (was eine gewisse Zeit benötigt) wird dadurch unterlaufen. In Zukunft ist Alleinerziehenden anzuraten, unmittelbar nach Trennung Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Besonders kritisch sieht der VAMV das Vorhaben, Zahlungen des Unterhaltspflichtigen an Dritte, wie etwa Beiträge für einen Sportverein des Kindes, Beitragszahlungen an die private Krankenversicherung o. ä., direkt wie eine Barleistung auf den Unterhaltsvorschuss anzurechnen. „Durch diese neu geplante Regelung wird die materielle Existenzsicherung der Kinder massiv ausgehöhlt und das Armutsrisiko erneut erhöht. Dieses Vorhaben ist auch deshalb fatal, da es den Unterhaltspflichtigen aus seiner Verantwortung entlässt und die zur raschen Existenzsicherung gedachten staatlichen Leistungen diesem Anspruch nicht mehr genügen können. Die „Entbürokratisierung“ führt letztendlich in diesen Fällen dazu, dass erneut das Risiko gerichtlicher Unterhaltsverfahren und der folgenden Unterhaltsvollstreckung allein bei den Alleinerziehenden verbleibt“, bemängelt Familienanwältin Schwab.

Neue Studie: Familie, Interaktion & Medien erschienen

Aktuelle Erkenntnisse zur Kommunikation und Interaktion in deutschen Familien
Das Fernsehen ist in deutschen Familien das wichtigste Medium. Fast drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen von 3 bis 19 Jahren schauen regelmäßig (mindestens mehrmals pro Woche) gemeinsam mit ihren Eltern fern. 45 Prozent der Eltern hören regelmäßig mit ihren Kindern gemeinsam Radio und 13 Prozent gehen regelmäßig zusammen ins Internet. Bücher spielen vor allem für die jüngsten Kinder ein wichtige Rolle: 82 Prozent der 3- bis 5-Jährigen bekommen regelmäßig von ihren Eltern vorgelesen oder lesen gemeinsam mit ihnen. Auch in der innerfamiliären Kommunikation spielt das Medium Fernsehen und seine Inhalte eine wichtige Rolle. Fast zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen geben an, regelmäßig über „Fernsehen oder was man im Fernsehen gesehen hat“ mit der Familie zu sprechen. Wenn es darum geht, wer sich zuhause mit den verschiedenen Medien am besten auskennt, sind die Rollen klar verteilt: In Sachen Fernsehtechnik und -geräte sowie bei Computerfragen besitzt nach Angaben aller Familienmitglieder der Vater in der Regel das größte Know-how. Die Mutter wird hingegen oftmals als Bücherspezialistin der Familie genannt, die Kinder kennen sich am besten mit Computer- und Konsolenspielen aus. Die wichtigste Tageszeit um sich in der Familie zu unterhalten und über Erlebnisse auszutauschen ist der Abend. Beim Abendessen und vor dem Zubettgehen finden viele Gespräche zwischen Eltern und Kindern statt. Das Gesprächsklima in deutschen Familien ist dabei nach der gemeinsamen Einschätzung aller Familienmitglieder insgesamt harmonisch. 96 Prozent der Eltern wie der Kinder stimmen beispielsweise der Aussage „Bei uns kommt immer jeder zu Wort, egal wie alt er ist“ zu. Für die meisten Themen ist die Mutter der erste Ansprechpartner der Kinder. Die FIM-Studie (Familie, Interaktion & Medien) wurde vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die Studie bietet aktuelle Erkenntnisse zur Kommunikation und Interaktion in deutschen Familien sowie repräsentative Ergebnisse zur Mediennutzung im Familienkontext. Für die Untersuchung wurden alle Mitglieder von 260 Familien mit Kindern zwischen 3 und 19 Jahren persönlich befragt. Zur Studie (Download) über den angegebenen Link.

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2012 - 02/01

10 Jahre Gewaltschutzgesetz - häusliche Gewalt ist keine Privatsache mehr

Pressemitteilung des djb vom 31.01.2012
Am 1. Januar 2002 trat in Deutschland aufgrund einer Initiative von Frauen aus allen Fraktionen das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) in Kraft. Dieser Zeitpunkt markiert für Deutschland einen Paradigmenwechsel: Wurde häusliche Gewalt bis dahin als Privatangelegenheit angesehen, die die Beteiligten unter sich auszutragen hatten, so wurde nun der Schutz davor zur staatlichen Aufgabe. Nach dem GewSchG können von häuslicher Gewalt betroffene Frauen eine Schutzanordnung vom Amtsgericht erlangen, die dem Antragsgegner Kontaktaufnahmen jeglicher Art untersagt sowie Annäherungen, Bedrohungen und Verletzung unter Strafandrohung verbietet. Dies war schon deshalb dringend nötig, weil Täter die vorherige Zurückhaltung der Gesellschaft und des Staates gegenüber häuslicher Gewalt als Bestätigung ihres kriminellen Handelns missverstanden haben. "Häusliche Gewalt, auch als Partnerschaftsgewalt bezeichnet, ist ein Gift, das die kleinste Einheit der Gesellschaft, die Familie, oder den sozialen Nahraum als Rückzugs- und Sicherheitsraum zerstört, die Frauen gefährdet und verletzt sowie die in diesem Beziehungsgeflecht lebenden Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung nachhaltig zu schädigen vermag", so Dagmar Freudenberg, Vorsitzende der Kommission Strafrecht des Deutschen Juristinnenbunds (djb). "Allerdings sind mit der Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes nicht alle Probleme des Phänomens häusliche Gewalt gelöst, auch wenn die Änderung der Zuständigkeiten durch das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) viele zeitraubende Zuständigkeitsstreitigkeiten gelöst hat", so Susanne Köhler, Rechtsanwältin und Vorsitzende der Fachkommission Gewalt gegen Frauen und Kinder des djb. Beide sehen weiteren Reformbedarf: "Die Strafvorschrift des § 4 GewSchG, mit der ein Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bei Verstößen gegen eine zivilrechtliche Gewaltschutzanordnung angedroht wird, qualifiziert diese Straftat als Bagatelldelikt und gibt ihr damit in der Strafverfolgung ein geringeres Gewicht als der Fischwilderei. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden in der Praxis immer noch Fälle häuslicher Gewalt von der Staatsanwaltschaft wegen Geringfügigkeit eingestellt", so die Strafrechtlerin Dagmar Freudenberg. "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Familienverbund ist vom Gewaltschutzgesetz ausgenommen und kann über die familienrechtlichen Vorschriften der §§ 1666, 1666a BGB nicht hinreichend gewährleistet werden", ergänzt die Familienrechtlerin Susanne Köhler. Nach der Auswertung der Länderumfrage des djb 2011 wird der djb Vorschläge zur weiteren Verbesserung von Intervention und Prävention bei häuslicher Gewalt erarbeiten und notwendige Reformen vorantreiben.

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Einladung: PflegeStillstand beenden! Solidarische Lösungen finden

Veranstaltung am 13.03.2012, 17.30 Uhr in Stuttgart, DGB Haus
Nach wie vor lässt die Regierungskoalition wertvolle Zeit verstreichen, eine Reform der Pflegeversicherung voranzubringen. Das Bundeskabinett hat zwar am 16. November 2011 die Eckpunkte für eine Pflegereform beschlossen, doch viel ist bislang nicht passiert. Die im Januar 2012 von Bundesgesundheitsminister Bahr angekündigten geringen Leistungsverbesserungen belegen abermals das unzureichende Herangehen an die enormen Herausforderungen. Gegenüber den Pflegebedürftigen, den Pflegenden und den im Pflegesektor Beschäftigten ist dieser Stillstand unverantwortlich. Die Zeit ist überfällig, verlässliche und tragfähige Rahmenbedingungen für die Pflegereform zu schaffen. Offen ist noch immer, wie der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ausgestaltet, seine Umsetzung finanziert und die Qualität in der Pflege verbessert werden soll. Eine nachhaltige Finanzierung der Pflege ist mit den vorgelegten Eckpunkten nicht gewährleistet. Die Pflegereform darf nicht zum Pflegefall werden. Deshalb fragen wir: Was soll Pflege heute und morgen leisten? Wie können die Kosten für die nötige Leistungsverbesserung in der Pflege gerecht verteilt werden? Wie sind die Rahmenbedingungen für die in der Pflege Beschäftigten zu gestalten, damit sie den künftigen Herausforderungen in der Pflege gerecht werden? Der DGB-Bezirk Baden-Württemberg lädt gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale Baden-Württemberg“ (zu dem auch der Landesfamilienrat BW gehört) und der DGB-Region Nordwürttemberg ein, über die solidarische Weiterentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung zu diskutieren. Programm s. Anlage.

pdfEinladung PflegeStillstand

pdfPflege Flyer

 

Quote der Kinder in Hartz IV steigt

Untersuchung über Lebensverhältnisse früherer Leistungsempfänger angemahnt
Stuttgart, 27. Januar 2012. Das Diakonische Werk Württemberg weist darauf hin, dass der Anteil der unter 15-Jährigen an den Hartz-IV-Beziehern in den letzten drei Jahren gestiegen ist - von 25,0 im Jahr 2008 auf 26,3 Prozent im vergangenen Dezember. Dass die Anzahl der Kinder, die Hartz IV beziehen, zurückgegangen ist - so wie es die Agentur für Arbeit heute meldet - trifft nur im Blick auf den Rückgang der Gesamtzahl der Bezieher zu. "Dass Hartz IV erfolgreich in der Bekämpfung von Kinderarmut wirkt, ist ein voreiliger Rückschluss", sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Die Quote der nicht erwerbsfähigen Bezieher, die zu 95 Prozent Kinder sind, steige in den vergangenen Jahren an. "Wenn die Anzahl der Kinder nicht so stark abnimmt wie die Gesamtzahl der Leistungsbezieher, wirkt Hartz IV unzulänglich gegen Kinderarmut." Kaufmann regt eine Untersuchung darüber an, wovon die früheren Hartz-IV-Bezieher jetzt leben. "Es gibt Hinweise darauf, dass ein großer Teil in prekäre Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnbereich vermittelt wurde. Das ist keine Erfolgsmeldung." Presseinformation v. 26.01.2012, Diakonisches Werk Württemberg

Deutscher Frauenrat unterstützt DGB-Forderung nach Krippengipfel

Pressemitteilung Deutscher Frauenrat vom 27.01.2012
Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz darf nicht auf der Strecke bleiben [neu] 01/2012 Der Deutsche Frauenrat begrüßt die Forderung des DGB, Bund, Länder und Kommunen auf einem „Krippengipfel“ zusammenzubringen, um dort die konkrete Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren voranzutreiben. Dieser soll von 2013 an gelten. „Es wird höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen aller Ebenen zusammensetzen, wenn dieser Anspruch fristgerecht umgesetzt werden soll“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Marlies Brouwers vor dem Hintergrund, dass derzeit immer noch 230.000 Betreuungsplätze und jährlich mindestens 9.000 ErzieherInnen fehlen, wie das Deutsche Jugendinstitut berechnet hat. „Wenn Länder und Kommunen die finanzielle Last nicht stemmen können, dann muss der Bund seinen Anteil aufstocken, nämlich um die zwei Milliarden, die für das umstrittene Betreuungsgeld geplant sind. Es wäre politisch unverantwortlich, wenn ein so sinnvolles Vorhaben wie der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren auf der Strecke bliebe wegen des Betreuungsgeldes. Es ist ein unsinniges Projekt, das bekanntlich von der gesellschaftlichen Mehrheit nicht getragen wird“, so die Vorsitzende der Frauenlobby weiter. Der Deutsche Frauenrat hat sich in der Vergangenheit immer wieder gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen. Er fordert stattdessen flächendeckend qualitativ hochwertige Kindertageseinrichtungen für alle Altersstufen, besonders aber für Kinder unter drei Jahren.

Neuer Landesfamilienpass liegt bei den Städten und Gemeinden bereit

Der Landesfamilienpass mit den für dieses Jahr geltenden Gutscheinkarten liegt jetzt bei den Städten und Gemeinden für die berechtigten Familien bereit. Sozialministerin Katrin Altpeter freut sich, dass es „erneut gelungen ist, viele Partner zu gewinnen. Die Familien haben so die Qual der Wahl zwischen vielen attraktiven und abwechslungsreichen Ausflugszielen.“ Wenn die Familien den Landesfamilienpass an der Kasse des Ausflugsziels vorgelegen, wird ein kostenfreier oder ermäßigter Eintritt gewährt. „Bereits im vergangenen Jahr wurde der Berechtigtenkreis beim Landesfamilienpass ausgeweitet“, erinnerte Altpeter. Familien, die Hartz IV-Leistungen oder den Kinderzuschlag beziehen und mit mindestens einem kindergeldberechtigenden Kind in häuslicher Gemeinschaft leben, können seither den Landesfamilienpass erhalten. „Gerade die kostenfreien Angebote ermöglichen es einkommensschwächeren Familien, auch Angebote in den Bereichen Bildung und Freizeit besser zu nutzen“, betonte die Ministerin. Sie hob einige Angebote besonders hervor. Einen Landesfamilienpass können folgende Familien erhalten: · Familien mit mindestens drei Kindern im Haushalt, · Alleinerziehende mit mindestens einem Kind sowie · Familien mit einem schwer behinderten Kind. · Familien, die Hartz IV- oder kinderzuschlagsberechtigt sind, die mit mindestens einen kindergeldberechtigenden Kind in häuslicher Gemeinschaft leben.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Eltern nach wie vor schwierig

Neuer Familienreport erschienen
Die FamilienForschung Baden-Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des "Reports Familien in Baden-Württemberg" herausgegeben, die Daten zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern zusammenstellt und Informationen rund um das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" bündelt. Der Report wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes im Auftrag des Sozialministeriums erstellt und erscheint quartalsweise mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Heute wurde der neue Report von Sozialministerin Katrin Altpeter und der Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, der Presse vorgestellt. Nach Auswertungen des Mikrozensus 2010 sind rund 60 Prozent der Mütter in Baden-Württemberg und in Deutschland aktiv erwerbstätig. Im Vergleich dazu gingen 1996 noch 53 Prozent der Mütter in Baden-Württemberg und 55 Prozent der Mütter in Deutschland einer bezahlten Tätigkeit nach. Von den Müttern mit jüngstem Kind unter 3 Jahren waren in Baden-Württemberg 2010 knapp 30 Prozent aktiv erwerbstätig (Deutschland: 32 Prozent). Gut drei Viertel aller erwerbstätigen Mütter in Baden-Württemberg sind in Teilzeit beschäftigt (76 Prozent; Deutschland: 70 Prozent), von den Vätern sind dies lediglich 4 Prozent. Am höchsten ist die Teilzeitquote erwerbstätiger Mütter, wenn das jüngste Kind im Grundschulalter ist (Baden-Württemberg 84 Prozent; Deutschland 75 Prozent). In über der Hälfte aller Paarfamilien in Baden-Württemberg gehen beide Partner einer Erwerbstätigkeit nach (56 Prozent). Die traditionelle Rollenverteilung (Mutter nicht aktiv erwerbstätig, Vater aktiv erwerbstätig) trifft für ein Drittel der Paarfamilien (33 Prozent) zu. In 5 Prozent der Paargemeinschaften ist nur die Mutter erwerbstätig, in 6 Prozent geht keiner der beiden Partner einer Erwerbstätigkeit nach. Im Vergleich zu 1996 zeigen sich deutliche Verschiebungen. Während der Anteil der Paarfamilien, in denen beide Partner einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um etwa acht Prozentpunkte gestiegen ist (1996: 48 Prozent) sank der Anteil der Familien, in denen ausschließlich der Vater erwerbstätig ist, um rund elf Prozentpunkte (1996: 44 Prozent). Elternbefragungen zeigen, dass insgesamt rund zwei Drittel der Eltern in Deutschland immer noch Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehen. Wichtige Ansatzpunkte zur Verbesserung der Vereinbarkeit sind der weitere Ausbau der Kleinkindbetreuung und der Betreuungsangebote für Grundschulkinder, eine verstärkte Ganztagsbetreuung und flexible Arbeitszeitmodelle. Für Arbeitgeber hat das Thema Familienfreundlichkeit in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile gibt es in fast allen Unternehmen in Deutschland familienfreundliche Maßnahmen, am häufigsten sind Angebote zur Arbeitszeitflexibilisierung sowie im Bereich Elternzeit/Elternförderung. Zur gesamten Pressemitteilung der FamilienForschung Baden-Württemberg und zum Report gelangen Sie über den angegebenen Link. Eine PM der Sozialministerin ist als pdf beigefügt.

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pdfLPK Familienreport


2012 - 01/02

Opfer, Schlampe, Hurensohn. Gegen Mobbing - Neuer Flyer von "Handysektor"

Der neue Handysektor-Flyer "Opfer, Schlampe, Hurensohn. Gegen Mobbing" bietet Anregungen, das Thema Mobbing aus der Opferperspektive aufzugreifen und mit Jugendlichen zu thematisieren. Die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist Kooperationspartner bei der Entwicklung und Verbreitung des Flyers (s. Anlage). Weitere Informationen sowie die Bestellmöglichkeit des Flyers finden Sie in der Pressemitteilung. Das Projekt www.handysektor.de ist eine Kooperation der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs).

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pdfHandysektor Flyer

Das Unterhaltsvorschussentbürokratisierungsgesetz

Was ist ist neu, was ist bedenklich?
Das Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) regelt die finanzielle Unterstützung für das Kind eines alleinerziehenden Elternteils, wenn der andere Elternteil dem Kind keinen oder nicht ausreichend Unterhalt zahlt. Das Gesetz greift auch, wenn der Unterhalt nicht regelmäßig gezahlt wird. Als Ausgleich gibt es dann einen so genannten Unterhaltsvorschus, wobei der unterhaltspflichtige Elternteil prinzipiell nicht aus der Verantwortung entlassen wird. Seit einiger Zeit ist das Unterhaltsvorschussgesetz in der Diskussion, aus unterschiedlichen Blickwinkeln (s. dazu die Empfehlungen des Deutschen Vereins in der Anlage 2). Aktuell wurde das Unterhaltsvorschussentbürokratisierungsgesetz (Gesetzestext s. Link) beschlossen, das vorrangig angetreten ist, die sog. Rückholquote zu verbessern. Für Alleinerziehende hat das neue Gesetz allerdings einige Nebenwirkungen. Dazu finden Sie eine ausführliche Stellungnahme des VAMV Bundesverbands in der Anlage 1. Was ist neu? In Stichworten: 1. Unterhaltszahlungen an Dritte werden angerechnet: Gemäß dem Entwurf des Unterhaltsvorschussentbürokratisierungsgesetzes sollen künftig auch Unterhaltszahlungen, die der unterhaltspflichtige Elternteil an Dritte zahlt, angerechnet werden. Zahlt der unterhaltspflichtige Elternteil beispielsweise Gebühren, die in der Schule oder Kindertagesstätte des Kindes anfallen, wird der Unterhaltsvorschuss um die entsprechenden Zahlungen reduziert. 2. Die Rückwirkung der Antragsstellung wird aufgehoben: Derzeit kann der Unterhaltsvorschuss für einen Monat rückwirkend ab der Antragsstellung gezahlt werden. Beim neuen Gesetz soll diese Rückwirkung aufgehoben werden. Der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss gilt dann erst ab dem Monat der Antragsstellung. 3. Die Rückzahlung wird auf die Bezugsdauer angerechnet: Bislang wird die Zeit, für die der Unterhaltsvorschuss zurückgezahlt wird, nicht auf die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten angerechnet. Künftig aber schon. Das heißt, die maximale Bezugsdauer von 72 Monaten gilt auch, wenn der geleistete Unterhaltsvorschuss teilweise zurückgezahlt wird. 4.Ansprüche durchzusetzen wird erleichtert Das neue Gesetz soll den zuständigen Stellen erleichtern, die Ansprüche der alleinerziehenden Familien geltend zu machen und durchzusetzen. Dazu werden die Auskunftspflichten der Arbeitgeber, der Finanzverwaltungen und der Kreditinstitute erweitert. Außerdem soll das Gesetz eine Regelung zum Kontenabruf enthalten.

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pdfVAMV Stellungnahme
pdfDeutscher Verein Empfehlungen

Ministerin Schröder präsentiert Vorhaben für 2012

Quelle: Heute im Bundestag Nr.41
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hält unverändert an der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes im Jahr 2013 fest. Dies teilte Schröder am Mittwoch, 25.01.2012 vor dem Familienausschuss mit, den sie über die Vorhaben ihres Ministerium im Jahr 2012 informierte. Nach Aussage der Ministerin stehen die Eckpunkte fest, das Gesetz werde noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht. So sollen Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind in Anspruch nehmen, ab 2013 zunächst 100 Euro monatlich für das zweite Lebensjahr des Kindes erhalten, ab 2014 dann 150 Euro für das zweite und dritte Lebensjahr des Kindes. Mit dem Betreuungsgeld würde den Eltern die Wahl gelassen, ob ihr Kind in einer Kindertagesstätte betreut werden soll oder ob sie dies selbst daheim tun wollen. Mahnende Worte richtete die Kristina Schröder an die Bundesländer. Noch immer seien nicht alle Bundesmittel für den Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ausgeschöpft. Rund 500 Millionen Euro, dies entspreche 23 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Bundesmittel – seien noch nicht beantragt worden. Wenn einzelne Länder die Mittel nicht abriefen, würden sie an andere Länder verteilt, drohte die Ministerin. Schröder zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass der gesetzlich garantierte Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2013 auch erfüllt werde. Die angestrebten 750.000 Plätze entsprächen einer Betreuungsquote von rund 40 Prozent. Dies sei ausreichend. Mehr staatliche Unterstützung sollen Paare erhalten, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können. Viele dieser Kinderlosen könnten eine entsprechende Behandlung finanziell nicht stemmen, argumentierte Schröder. Die Ministerin präferiert ein System, bei dem 50 Prozent der Behandlungskosten bei den ersten drei Versuchen einer Schwangerschaft von der gesetzlichen Krankenkasse getragen werden und die anderen 50 Prozent je zur Hälfte vom Bund und den Bundesländern. Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten bereits ihr Interesse an einem solchen Modell bekundet. Eine gesetzliche Regelung strebt Schröder nach eigenem Bekunden für sogenannte „vertrauliche Geburten“ an. Dies soll es ermöglichen, dass eine Frau ein Kind im Krankenhaus entbinden kann ohne dass ihre Daten an die Meldeämter weitergeleitet werden und ihre Anonymität gegenüber ihren übrigen Familienangehörigen gewahrt bleibt. Im Gegenzug soll das Kind allerdings nach 12 bis 14 Jahren das Recht haben, die Daten über die Mutter einzusehen und so Informationen über die eigene Herkunft zu erhalten. Der gesamte Komplex müsse „aus der Grauzone raus“ argumentierte Schröder. Babyklappen und anonyme Geburten seien zwar in Notsituationen hilfreich. Allerdings gelte es, auch die Rechte des Kindes zu wahren. Vor allem müsste Sorge getragen werden, dass schwangere Frauen zur Entbindung ins Krankenhaus kommen. Dort sei es auch einfacher, die Frauen umfassend über Hilfsangebote zu informieren, wenn sie das Kind doch nicht zur Adoption frei geben wollen. Änderungen will Schröder auch beim Adoptionsrecht bewirken. Dies müsse besser an die Lebenswirklichkeit angepasst werden. Als weitere Vorhaben benannte Ministerin Schröder die Einführung der Flexi-Quote für Frauen in börsennotierten Unternehmen, den Ausbau des Bundesfreiwilligendienstes, die Zusammenführung der Ausbildung bei den Pflegeberufen, die Weiterführung des Programms „Mehr Männer in Kitas“ und der Mehrgenerationenhäuser, die Freischaltung des Nothilfetelefons für Frauen in Not zum Ende des Jahres 2012, die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund, die Entschädigung von sexuell missbrauchten Kindern in Heimen und Erziehungseinrichtungen der DDR sowie die Prävention gegen Rechtsextremismus.

Landeserziehungsgeld wird novelliert

Keine finanzielle Förderung mehr im zweiten Lebensjahr
Entsprechend der Koalitionsvereinbarung der Grün-Roten-Landesregierung wird das Landeserziehungsgeld novelliert. „Das Kabinett hat der Neuregelung zugestimmt. Sie wird voraussichtlich zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten“, kündigte Sozialministerin Katrin Altpeter am Mittwoch (25.1.) an. „Wir haben künftig noch etwa 19 Millionen Euro für das Landeserziehungsgeld zur Verfügung und wir wollen damit die besonders bedürftigen Familien fördern.“ Der frei werdende Teil des Landeserziehungsgeldes (ebenfalls etwa 19 Mio. Euro) soll zweckgebunden für den Ausbau der Kinderbetreuung verwendet werden. „Künftig erhalten die Familien das Landeserziehungsgeld, bei denen die Bundesregierung das Bundeselterngeld faktisch gestrichen hat“, erläuterte die Ministerin. Künftig soll das Landeserziehungsgeld für zwölf Monate statt wie bisher nur zehn Monate ausbezahlt werden. Zwar sinkt der Förderbetrag auf 190 Euro (bisher 205 €), über den gesamten Zeitraum (zwölf statt bisher zehn Monate) werden aber 2 280 statt 2 050 Euro ausgezahlt. Ganze Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Sozialordung, Familie, Frauen und Senioren s. Anlage. Anmerkung: Mit der gestern im Kabinett beschlossenen Novellierung verabschiedet sich die Landesregierung von der finanziellen Förderung einkommensschwacher Familien im zweiten Lebensjahr des Kindes. Bis zur Einführung des Bundeselterngeldes im Jahr 2007, das nur für ein Jahr gewährt wird, konnten Familien im Niedrigeinkommensbereich für 2 Jahre Bundeserziehungsgeld und anschließend für 1 Jahr Landeserziehungsgeld erhalten. Das "Sparpaket" der Bundesregierung bewirkt, dass Eltern im SGB II-Bezug das Elterngeld seit 2011 nicht mehr ausbezahlt bekommen. Diese Lücke wird nun durch die Landesnovelle für Baden-WürttembergerInnen aufgefangen. Das ist gut. Gut ist auch, dass das "eingesparte" Geld nicht in die allgemeinen Haushaltsmittel einfließt, sondern im vollen Umfang den Familien erhalten bleibt. Bedauerlich bleibt jedoch, dass mit dem Landeserziehungsgeld ein wirksames Instrument der Armutsprävention in der sensiblen frühen Phase von Familien wegbricht.

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2012 - 01/01

Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen

Die Europäische Union (EU) hat das Jahr 2012 zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ ausgerufen. Die Gesellschaft Europas ist mit einer raschen demografischen Alterung konfrontiert. Die Initiative soll hierfür ein Bewusstsein schaffen, die Solidarität zwischen den Generationen stärken und dazu beitragen, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer zu schaffen. Zudem sollen die Projekte älteren Menschen helfen, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen und ein gesundes Altern fördern. Nationale Durchführungsstelle für die Umsetzung des Europäischen Jahres ist das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ). Die EU wählt seit 1983 ein Aktionsthema aus, um die Bürger für die betreffende Frage zu sensibilisieren und die Regierungen der Mitgliedstaaten darauf aufmerksam zu machen.

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Geburtenrate in der EU - Irland hat die meisten Kinder

Niedriger als in Baden-Württemberg ist die Kinderzahl je Frau nur noch in Lettland, Ungarn und Portugal
Im Jahr 2010 sind in den 27 Staaten der Europäischen Union knapp 5,4 Mill. Kinder geboren worden, darunter die meisten in Frankreich (829 000), gefolgt vom Vereinigten Königreich (807 000), Deutschland (678 000) und Italien (562 000)1). Noch 1998 kamen EU-weit in Deutschland die meisten Kinder zur Welt, nämlich 785 000 und damit immerhin 16 Prozent mehr als 2010. Der Rückgang der Kinderzahlen in Deutschland ist jedoch nicht auf eine gesunkene Geburtenrate zurückzuführen, sondern auf einen Rückgang der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter, so das Statistische Landesamt. Denn die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau lag 1998 mit 1,36 sogar etwas niedriger als 2010 (1,39). In Baden-Württemberg war die Geburtenrate 2010 mit 1,38 Kindern je Frau sogar noch geringfügig kleiner als im Bundesdurchschnitt. Irland belegt mit durchschnittlich knapp 2,1 Kindern je Frau die Spitzenposition innerhalb der Europäischen Union, gefolgt von ausschließlich nord- bzw. westeuropäischen Staaten. Am geringsten ist dagegen die Geburtenhäufigkeit in Lettland mit knapp 1,2 Kindern je Frau. Darüber hinaus ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau nur noch in Ungarn und Portugal geringer als in Baden-Württemberg. In den meisten Staaten der Europäischen Union hatte sich in den letzten Jahren ein Trend hin zu wieder etwas höheren Geburtenraten abgezeichnet. Diese Entwicklung hat sich aber in 2010 nicht fortgesetzt – in der Mehrzahl der Staaten ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau konstant geblieben oder sogar gesunken. Ganze Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 3.1.2012 s. Link

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Finanzierung der Familienhebammen ab Januar 2012 gesichert

Der Deutsche Hebammenverband begrüßt, dass der Bund dauerhaft Geld für die Arbeit der Familienhebammen zur Verfügung stellt. Zukünftig wird die Bundesinitiative Familienhebammen um die Unterstützung von Netzwerken Früher Hilfen erweitert. Durch eine verlässliche Finanzierung können Familien mit einem erhöhten Hilfebedarf bis zum ersten Geburtstag des Kindes durch eine Familienhebamme betreut werden. „Zwischenzeitlich stehen in allen Bundesländern gut ausgebildete Familienhebammen zur Verfügung und der Bedarf an ihnen ist groß. Aus zahlreichen Anfragen wissen wir, dass die Kommunen nicht mehr auf Familienhebammen verzichten können, um Neugeborene und Kleinkinder vor Vernachlässigung und Gewalt zu schützen. Deshalb ist es gut, dass es endlich eine gesicherte Finanzierung gibt. Zu hoffen bleibt“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, „dass die Expertise der Familienhebammen bei der Ausgestaltung des Gesetzes mit einfließen wird, denn da hat der Deutsche Hebammenverband schon viel Vorarbeit geleistet“. Zum Hintergrund: Familienhebammen sind Hebammen mit einer Zusatzqualifikation. Ihr Einsatz ist überall da nötig, wo die Regelfinanzierung der Krankenkassen endet und ein erweiterter psychosozialer Betreuungsbedarf vorliegt. Das Betreuungsangebot von Familienhebammen reicht von der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes und soll ab Januar 2012 dauerhaft durch Bundesmittel finanziert werden. Im Jahr 2012 werden für die Bundesinitiative Familienhebammen und das Netzwerk Früher Hilfen 30 Millionen zur Verfügung gestellt, 2014 sind 45 Millionen eingeplant und 2015 werden es 51 Millionen sein. Danach soll die Finanzierung durch einen Fonds sicher gestellt werden. Wie in den Ländern und Kommunen die Mittel verwendet werden bleibt ihnen überlassen. Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverbandes e.V. vom 15.12.2011

Erster landesbezogener Armuts- und Reichtumsbericht kommt

Verbände sind zur Beteiligung aufgerufen
Nach vielen Hinweisen aus der Wissenschaft, den Kirchen und den Verbänden hat die erste rot-grüne Koalition im Bund die kontinuierliche Armuts- und Reichtumsberichterstattung in Verantwortung der Bundesregierung eingeführt. Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, wird die neue Koalition in Baden-Württemberg erstmals eine landesbezogene Berichterstattung auf den Weg bringen. Die beiden Fraktionen haben sich dazu auf den beiliegenden Antrag (s. pdf) verständigt. In diesem werden bereits einige Eckpunkte zur Berichterstattung gesetzt. Die Landesregierung wird voraussichtlich im Januar 2012 zu diesem Antrag Stellung nehmen. Diese Stellungnahme ist dann über den angegebenen Link abzurufen. Noch vor der Sommerpause soll eine Landtagsdebatte zu diesem Thema stattfinden, in der dieser Antrag sowie möglicherweise auch Anträge der Opposition dazu zur Abstimmung stehen. Die weitergehende Konzeption wird von der Landesregierung unter der Federführung des Sozialministeriums erstellt. Den Regierungsparteien ist wichtig, die Berichterstattung mit einem breiten Diskussionsprozess mit den Kirchen, Verbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft zu verbinden und auch Menschen, die selbst von Armut betroffen sind, einzubeziehen.

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pdfAntrag

 

 

Familienreport 2011: Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie

Bundesregierung stellt jährlichen Bericht vor
Zeit ist eine Grundbedingung für stabile Bindungen und für die Übernahme von Verantwortung und Fürsorge in der Familie. Der Familienreport 2011, den das Bundesfamilienministerium am 9. Januar veröffentlicht hat, beleuchtet vor diesem Hintergrund das Familienleben in Deutschland. Er zeigt anhand von Zahlen und Fakten auf, wie Familien ihre Zeit verwenden, wie die Bevölkerung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einschätzt und wie Familienleistungen wirken. "Weil die Arbeitswelt als Taktgeberin des Alltags von Familien eine wichtige Rolle für die Qualität des Familienlebens spielt, brauchen wir vor allem familienbewusste Arbeitszeiten", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder anlässlich des Erscheinens des Familienreports. "Männer und Frauen sollen es sich leisten können zu sagen "Familie zuerst!" - und zwar auch und gerade dann, wenn sie berufstätig sind." 78 Prozent der Eltern wünschen sich Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Offenbar betrifft dieses Thema zunehmend auch die Väter, denn 73 Prozent beurteilen die Vereinbarkeit als schlecht. Nicht nur Eltern von Kleinkindern, sondern auch 56 Prozent der Eltern von Schulkindern äußern hier Probleme. Flexible Arbeitszeiten sind für viele Eltern entscheidend, um Familie und Beruf überein zu bringen. Zudem wünscht sich jeder zweite Vater, seine Arbeitszeit auf 36 bis 40 Wochenstunden zu reduzieren. Weitere 19 Prozent fänden eine vollzeitnahe Teilzeit mit 30 bis 35 Wochenstunden attraktiv. Dies entspricht auch den Wünschen der Kinder: Nur 44 Prozent der Kinder sind der Ansicht, dass sich ihre Väter genügend Zeit für sie nehmen. Die beruflichen Aktivitäten der Mütter wird von ihnen hingegen positiv bewertet: 80 Prozent der Kinder sind mit der Zuwendung ihrer Mütter zufrieden. Der Familienreport (Bericht zum Download über den Link) wird jährlich vom Bundesfamilienministerium herausgegeben. Er enthält eine umfassende Darstellung von Leistungen, Wirkungen und Trends rund um Familie und Familienpolitik. Anmerkung: Der Familienbericht 2011 ergab, dass 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren, deren Eltern 130 Prozent oder mehr des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben, eine Tageseinrichtung besuchen. In Familien mit nur 70 Prozent oder weniger des Durchschnittseinkommens, ist der Anteil mit 18 Prozent etwa halb so hoch. Welche Rückschlüsse daraus zu ziehen sind, muss allerdings sorgfältig diskutiert werden.

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Änderungen für Familien zum Jahreswechsel

Was erwartet uns 2012 - Infoservice des Caritas-Verbandes
Einen guten Überblick über die Neuregelungen des Jahres 2012, welche die Familie betreffen gibt der Infoservice des Deutschen Caritasverbands: "Arbeit ist das halbe Leben? Das muss mehr werden oder – bei steigender Lebenserwartung – zumindest so bleiben. Deswegen gehen unsere Kinder zukünftig früher in Kindertageseinrichtungen und wir länger ins Büro. Das Rentenalter von heute 65 wird ab 2012 in kleinen Schritten um zwei Jahre hochgeschraubt. Höher werden im neuen Jahr – neben den Kosten für Bahnreisen, private Krankenversicherung, Zahnersatz - auch Strom- und Gaspreise. Strom wird im Schnitt um vier Prozent teurer, Gas um acht Prozent. Für eine vierköpfige Familie, die 4.000 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr verbraucht, bedeutet das Zusatzausgaben von jährlich rund 35 Euro. Für Gas müssen bei 20.000 kWh 112 Euro mehr hingeblättert werden. Steuerliche Erleichterungen und gesetzliche Neuregelungen zum Wohle der Familien gibt es aber auch: Die einzelnen Regelungen finden Sie im Anhang (pdf):

pdfCaritas Änderungen zum Jahreswechsel