„Zeit ist eine bislang zu Unrecht vernachlässigte zentrale Ressource für Familienleben. Die Zeitstrukturen der Gesellschaft sind hierauf auszurichten – und nicht umgekehrt die Zeitstrukturen der Familie an andere Institutionen anzupassen". Zu den großen Verdiensten des 7. Familienbericht der Bundesrepublik (2006) gehört es, neben den bisherigen familienpolitischen Schwerpunkten (wirtschaftliche Förderung und Infrastrukturpolitik) eine weitere, eben so wichtige Dimension zu nennen: Zeitpolitik. Dabei geht es zum Einen um die Verdichtung von Lebenszeit, d.h. Zeitphasen im Lebensverlauf, wo vor allem die Familienphase mit kleinen Kindern eine „rush-hour" des Lebens darstellt, weil in der Zeit zwischen dem 27. und 34. Lebensjahr meist der Abschluss der Ausbildung, die Etablierung im Berufsleben, die Entscheidung über die Lebenspartnerschaft und die Geburt des ersten Kindes bewältigt werden muss. Zum Anderen geht es um Zeitknappheit, d.h. um Alltagsbedingungen, die von einer Vielzahl von Anforderungen geprägt sind, welche sich aus dem Erwerbsleben und den Vorgaben z.B. der Schule oder anderen Verpflichtungen und Aufgaben ergeben.